Am Sonntag lagen die Resultate der Sozialwahlen zur Bestimmung der Delegierten der Salariatskammer vor. Einige Fragen bleiben offen.

 

Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP) warauf Nachfrage des Tageblatt äußerst klar: Die nächsten Sozialwahlen werden nicht mehr in der jetzigen Form stattfinden, die ohnehin umstritten ist. Das Auszählen der Wahlzettel per Hand dauerte fast drei Wochen, die Resultate wurden in zwei Etappen mitgeteilt.

Obwohl die „Auszähler“, so Kersch, ihre Arbeit mit größtmöglichem Tempo verrichten, sei die ganze Prozedur anachronistisch. Er werde mit den Gewerkschaften, aber auch mit der Arbeitnehmerkammer über eine Lösung sprechen. Wie diese konkret aussehen soll, konnte er jedoch noch nicht sagen.

Nicht zuletzt angesichts der enttäuschenden Wahlbeteiligung sei eine Reform des sozialen Wahlgeschäfts längst überfällig. Kersch bedauerte, dass es nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu einer Überarbeitung der entsprechenden Modalitäten gekommen sei.

Aleba: Sektorielle Repräsentativität in Gefahr

In der Gruppe 4 kam die Aleba („Association luxembourgeoise des employés de banque et assurance“) nur noch auf 49,22 Prozent der Stimmen. Dies sorgt für Frust. Das erklärte Ziel der Interessenvertretung der Bank- und Versicherungsangestellten war es, ihre sektorielle Repräsentativität zu sichern, sprich mehr als die Hälfte der Stimmen in der Finanzbranche zu verteidigen. Zwar war bekannt, dass dies nach den zahlreichen Demissionen nicht einfach werden würde, dennoch steht die nach wie vor stärkste Gewerkschaft des Sektors nun vor einem Problem.

Der Rücktritt des Präsidenten Roberto Scolati und die darauf folgende Unruhe, die zur Entlassung zweier Mitarbeiter und dem anschließenden Rücktritt weiterer Führungskräfte geführt hatte, hat dem Ansehen der Aleba geschadet und war wohl ein Auslöser des Stimmenrückgangs.

Der Verlust der Repräsentativität bedeutet automatisch den Verlust des Rechts, allein Kollektivverträge unterschreiben zu können. Die Interessenvertretung der Bank- und Versicherungsangestellten muss nun enger mit dem OGBL (zwei Sitze in der CSL) oder dem LCGB (ein Sitz) zusammenarbeiten.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings noch für die Aleba: Die Entscheidung über die Repräsentativität liegt beim Arbeitsminister. Im Ministerium, so hieß es gestern, werde die Situation gerade analysiert.

Offen ist auch die Frage nach dem künftigen Präsidenten der Arbeitnehmerkammer. OGBL-Präsident André Roeltgen, der logischerweise die Nachfolge von Jean-Claude Reding antreten sollte, wurde in seiner Gruppe nicht direkt gewählt und ist nur „Suppléant“. Voraussetzung, um Kammerpräsident zu werden, ist ein Delegiertenposten in dem Gremium.

Am Dienstag wird der OGBL die Wahl analysieren und anschließend Stellung beziehen. Der LCGB wird sich am Donnerstag zu dem Resultat äußern.


Die CSL-Delegierten

Gruppe 1:
OGBL: Jean-Luc Schmidtgall, Stéphanie Bagalia, Samuel Ferrari
Ersatz: Alain Cadona, Saïd Bouressam, Virginie Detti
LCGB: Georges Conter, NazzarenoBeni
Ersatz: Donato Bevilacqua, Marc Reding

 

Gruppe 2:
OGBL: Vincent Collin, Jacques Adam, Ralf Rensonnet, Ralf Schmitt
Ersatz: Albert Feijoo Alvarez, Dirk Franz, Raphaël Tarafino, Luisa Meija Munoz
LCGB: Michel Collin, Anne Vanhemelryck, Jean Jacques Deom, Grégory Renaud
Ersatz: Stéphane Muller, Anne-Laure Frisoni verh. Bucarelli, Sylvia gen. Sylvie Scheuren, Catherine gen. Ankie Dormans

Gruppe 3:
OGBL: José Pinto Nunes, Jean-Luc Collin, Wolfgang Müller, Armando Da Fonseca Bento
Ersatz: Alfredo Ventura Ferreira, Franck Mestre, José Tiago Martins Mota, Artur Horto Valério
LCGB: José Rente Canelas, Guy Corniere
Ersatz: António Ramiro Dos Reis Cardoso, Carmim Sobrado Da Costa

Gruppe 4:
OGBL: Denise Steinhauser, Jean-Marie Azzolin, Sonia Stocchi, verh. Hirsch
Ersatz: Pascale Hoffmann, Serge Schimoff, Claude Brenner
LCGB: Gabriele gen. Gab Di Letizia
Ersatz: Anna Daresta
Aleba: Laurent Mertz, Martine Birmann, Josiane Kremer, Marc Terzer
Ersatz: Alain Back, Véronique Cesco, Colette Weber, Gilles Steichen

Gruppe 5:
OGBL: Nora Back, Sylvie Lombardi, Carole Thoma, Maria Das Dores Alves Da Silva verh. Azevedo Dos Santos, Sonia Neves Da Silva, Virginie Mucciante, Joël Krier, Laurent Baumgarten, Antonia Do Rosario Santos verh. Dahm
Ersatz: Patrick Ourth, André Roeltgen, Claude Mertens, Stéphane Jacquemart, Stéphanie Borgèse verh. Canonico, Eric Wolf, Marcelo Fernandes, Isabel Marina Oliveira Ferreira verh. Feraz Gomes Correia, Armand Drews
LCGB: Patrick Dury, Dominique Machado, Francis Lomel, Stéphanie Olinger, Lita de Fátima Santoa Da Silva verh. De Oliveira Borges
Ersatz: Miguel Melo Luis Da Silva, Maria Ligia Lima Lopes verh. Delgado Rodrigues, Antonio gen. Toni Giannini, Elodie Lenoir, Céline Conter

Gruppe 6:
OGBL: Guy Scholzen, Thoma Geditz, Christian Keller
Ersatz: Georges Reuter, Pierre Kremer, Alain gen. Sing Persico
LCGB: Patrick Juchem
Ersatz: Tania Nepper

Gruppe 7:
OGBL: Nathalie Becker, Catherine Molitor, Chantal Irène Gantrel, Chantal Thomé, Paul Becker
Ersatz: Nico Weyland, Thomas Klein, Michel Rodrigues De Barros, Fabia Monte verh. Demaret, Roman Kmiotek
LCGB: Joël Scholtes
Ersatz: Pierrot Feiereisen

Gruppe 8:
FNCTTFEL: Nico Wennmacher, Carlo Thissen
Ersatz: Georges Merenz, Guy Greivelding
Syprolux: Mylène Bianchy
Ersatz: Jean-Paul Schmitz

Gruppe 9:
OGBL: Jean-Claude Reding, René Pizzaferri, Henri Kremer, Edmée Anen
Ersatz: Suzette gen. Suzi Haentges, verh. Schuller, Fernand gen. Nando Pasqualoni, Fernand Huebsch, Manuel Bento Da Silva
LCGB: Norbert Conter, Nicolas gen. Nico Hoffmann
Ersatz: René Flenghi, Madeleine gen. Mandy Hannen

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