Von den 401,3 Millionen Euro, die Luxemburg 2018 für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben hat, flossen rund 13 Prozent in die humanitäre Hilfe. Auch in diesem Bereich setzt Luxemburg auf seine wirtschaftlichen Stärken und legt den Fokus auf Technologie und Innovation. Im Rahmen der Plattform emergency.lu arbeitet die Regierung mit luxemburgischen Privatunternehmen wie SES und Hitec zusammen, um die Kommunikationsstrukturen in Krisengebieten zu verbessern. Diese Strategie will die zuständige Ministerin Paulette Lenert (LSAP) bis 2020 noch effizienter gestalten und gezielter einsetzen.

53 Millionen Euro hat Luxemburg im vergangenen Jahr in humanitäre Hilfsprojekte investiert. Das sind 13,21 Prozent des Gesamtbetrags von 401,3 Millionen, die das Land 2018 für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben hat. Diese Zahlen stellte die zuständige Ministerin Paulette Lenert (LSAP) gestern auf einer Pressekonferenz anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe vor.

Rund zwei Drittel dieser 53 Millionen Euro wurden für Notfälle eingesetzt. 20 Prozent gingen in den Wiederaufbau, weitere 5 Prozent flossen in die Prävention. Im vergangenen Jahr wurde das Geld vor allem in Syrien und im Jemen, aber auch in der Sahelzone und in der Tschadsee-Region eingesetzt. Rund um den Tschadsee sind zahlreiche Camps mit Menschen angesiedelt, die vor dem Terror der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram geflüchtet sind.

Innovative Plattform emergency.lu

In diesen Regionen unterstützt der Staat sowohl die Arbeit luxemburgischer Hilfsorganisationen als auch die Agenturen der Vereinten Nation und des Internationales Komitees vom Roten Kreuz.

Eine wichtige Rolle bei der Notfallhilfe spiele die Plattform emergency.lu, die das Außenministerium mit privaten Partnern wie der Satellitengesellschaft SES, dem Ingenieurunternehmen Hitec und der Luxembourg Air Rescue ins Leben gerufen hat, erklärte Paulette Lenert. Emergency.lu helfe vor allem beim Wiederaufbau von Kommunikationsstrukturen nach Naturkatastrophen und anderen Krisen. Nach der Verwüstung, die zwei Zyklone in diesem Jahr in Teilen von Mosambik hinterließen, habe Luxemburg dabei geholfen, eine regionale Radiostation wieder aufzubauen. Solche Maßnahmen seien wichtig, damit die Menschen wieder miteinander in Kontakt treten könnten, sagte die Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Angelegenheiten.

Emergency.lu arbeite eng mit dem „Emergency Telecommunications Cluster“ (ETC) des Welternährungsprogramms zusammen, um nach innovativen Lösungen zu suchen. Dank einer stabilen Internetverbindung habe beispielsweise die Verteilung von Medikamenten im Camp Sayam Forage in der Region Diffa in Niger verbessert werden können, sagte Paulette Lenert. Auch an diesem Projekt sei emergency.lu beteiligt gewesen.

Weitere innovative Lösungen seien der Einsatz von Drohnen, um die Lage in Krisengebieten besser einschätzen zu können, oder der Gebrauch von Blockchain-Technologie, um den Zugang zu Lebensmitteln und anderen Gütern zu erleichtern. Ferner habe Luxemburg 2018 vier Projekte von Nichtregierungsorganisationen unterstützt, die Menschen mit einer Behinderung in Krisengebieten betreuen.

Fünf junge Mitarbeiter der dem Außenministerium unterstehenden Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe vertreten Luxemburg zurzeit beim Welternährungsprogramm, beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und beim Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten.
Um die humanitäre Hilfe künftig effizienter gestalten und gezielter einsetzen zu können, will die Ministerin im Laufe des nächsten Jahres eine neue „Vision 2020+“ vorstellen. Der Fokus soll dabei noch intensiver auf Technologie und Innovation gelegt werden, denn diese Bereiche seien „Luxemburgs Stärken“, sagte Paulette Lenert.

405 Helfer wurden Opfer von Gewalt

Der Welttag der humanitären Hilfe wurde 2008 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er soll an den Bombenanschlag von 2003 auf den UN-Sitz in Bagdad erinnern, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen.

In diesem Jahr ist der Welttag den Frauen gewidmet, die in Krisengebieten arbeiten. Frauen würden immer häufiger Opfer von Gewalt, die Herausforderungen an die Sicherheit der Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sei in den letzten Jahren gestiegen, stellte die Kooperationsministerin fest.

2018 wurden insgesamt 405 humanitäre Helfer Opfer von Gewalt. 131 kamen dabei ums Leben, 144 wurden verletzt und 130 gekidnappt.

Laut Vereinten Nationen benötigen zurzeit 135 Millionen Menschen weltweit humanitäre Hilfe, doch lediglich 97,9 Millionen können diese Hilfe tatsächlich in Anspruch nehmen.

6 Kommentare

  1. Welche Partei hat der Dame diesen Posten verschafft? Um die Gelder der Steuerzahler zu verteilen müsste man doch wenigstens vom zahlenden Volk gewählt werden. Das ist meine Meinung, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich im geheimen Polizeiregister Mitglied bin😁

  2. Technologie und Information ?? Waat ee Bloedsinn !
    An den 60er Johren hun mer Traktoren dohinner gescheckt, no 3 Meint waren se futti an waren nemmen nach onbrauchbaren Schrott !

    Gidd denen Leit eng Schepp an eng Pioch fir hir Infrastrukturen obzebau’en !

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