Die Luxemburger CFL zählt zu den Unternehmen, die keinen Mangel an Kunden haben. Wie in den Vorjahren konnte sie auch im Jahre 2018 einen neuen Rekord bei den Passagierzahlen erreichen.

Satte 23,3 Millionen Passagiere hat das Unternehmen letztes Jahr gezählt. Im Jahre 2017 waren es 22,9 Millionen. Gerechnet hatte das Unternehmen mit noch höheren Zahlen. Hätte es nicht Streiks in Frankreich sowie Unterbrechungen im Sommer wegen Baustellen gegeben, dann wäre die Zahl der Passagiere wohl noch deutlich höher ausgefallen, unterstrich Generaldirektor Marc Wengler gestern vor Journalisten.

Mit einem Abebben der Nachfrage wird auch in Zukunft nicht gerechnet. Daher wird weiter in einen Ausbau der Kapazität investiert. Während die CFL selber letztes Jahr für 55 Millionen Euro unter anderem neues Rollmaterial bestellt hat, so hat der Luxemburger Staat über den „Fonds du rail“ satte 227,5 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investiert. „Und das wird noch so weitergehen“, verspricht Wengler.

Für die kommenden Jahre hat sich das Unternehmen viel vorgenommen. Bis 2024 soll beispielsweise die Zahl der verfügbaren Sitzplätze um 46 Prozent (dank neuem Rollmaterial) zulegen. Zudem will man jährlich 1.000 neue Parkplätze bauen. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen vorgenommen, auch bis 2024, eine Pünktlichkeitsrate von 92 Prozent zu erreichen.

4.622 Mitarbeiter

Letztes Jahr lag die Pünktlichkeitsquote bei 89 Prozent. 8 Prozent der Züge hatten eine Verspätung von mehr als sechs Minuten; 3,1 Prozent der Züge waren ausgefallen. Die vielen Ausfälle im letzten Jahr seien zu 40 Prozent auf externe Gründe zurückzuführen, so Wengler. Dazu zählen beispielsweise wieder die Streiks in Frankreich. Doch bereits in diesem Jahr soll es wieder besser werden mit der Pünktlichkeit, verspricht die CFL.

Mit der steigenden Nachfrage nach Transport-Dienstleistungen ist auch die Zahl der Mitarbeiter weiter gestiegen. Insgesamt zählen die 22 zur Gruppe zählenden Unternehmen mittlerweile 4.622 Beschäftigte. Das sind rund 100 mehr als im Vorjahr. Seit 2009 habe die Zahl der Angestellten um 30 Prozent zugelegt, so Wengler.

„Sehr zufrieden“ gab sich das Unternehmen gestern auch, was die finanziellen Resultate angeht, wie Verwaltungsratspräsident Jeannot Waringo erklärte. Wie im Vorjahr stand am Ende des Jahres ein Nettogewinn von 10 Millionen Euro in den Büchern. Das war nicht immer der Fall. 2012 beispielsweise wurde ein Verlust von 4,8 Millionen erwirtschaftet; 2013 war es ein Verlust von 1,1 Millionen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Unternehmen „nun reorganisiert und solide ist“, so Waringo. Seit 2014 wurden jährlich schwarze Zahlen erwirtschaftet.

„Der Betrieb hat seine Strategie gefunden, auch im Frachtbereich“, unterstreicht Waringo weiter. „Dabei hatten 2004 noch viele Leute gesagt, wir sollten auch dem Geschäft mit der Fracht aussteigen.“

“Auf Gratis-Nutzung vorbereitet”

Zwar hat dieser Bereich 2018 netto noch ein Verlust von 3,2 Millionen Euro verbucht. „Das ist aber eine deutliche Verbesserung“, so Wengler. 2017 lag der Nettoverlust noch bei 11,7 Millionen. Der operative Gewinn sei mittlerweile positiv. Und das trotz der Streiks in Frankreich, die beispielsweise der Lorry-Rail (Autobahn auf der Schiene) viele Ausfälle beschert habe. Insgesamt beschäftigt die Gruppe heute fast 1.200 Mitarbeiter allein im Frachtgeschäft.

Eine Zahl, die bei der CFL – trotz Wachstum – leicht am Sinken ist, ist der CO2-Ausstoß. Bereits seit 2008 setzt das Unternehmen auf grünen Strom.

Was den kommenden kostenlosen öffentlichen Verkehr angeht, so gibt das Unternehmen an, vorbereitet zu sein. „Die großen Linien stehen“, sagte der für die Umsetzung zuständige Marc Hoffmann. Am 1. März 2020 geht es los. Landesinterne Strecken werden kostenlos. Grenzüberschreitende Fahrten bleiben kostenpflichtig, werden aber billiger. Eine kostenpflichtige erste Klasse bleibt. Mit dem betroffenen Personal wird geredet – klar sei aber, dass beispielsweise Begleitpersonal in den Zügen auch weiterhin benötigt werde. Die finanziellen Ausfälle für die CFL werden vom Staat übernommen. Um wie viel Geld es insgesamt geht, war nicht zu erfahren. Die CFL allein rechnet mit Mindereinnahmen von rund 25 Millionen Euro.

 

11 Kommentare

  1. So einfach ist Politik: Man definiert weniger als 6 Minuten Verspätung als pünktlich und klopft sich dann auf die eigene Schulter. Nur schade, dass dann der Anschlusszug oder Bus weg ist, weil bei dessen Abfahrt Pünktlichkeit eine Sache von Sekunden ist.

    • Für jeden Bahnhof/Halt und für jeden Zug sind Übergänge festgelegt wie lange welcher Zug/Bus auf wen wartet und die werden auch eingehalten.
      Wenn alle 15 Minuten ein Zug in die Richtung fährt, dann wartet der Zug natürlich nicht, das würde ja das ganze Land beeinträchtigen.

      Wenn ein Zug/Bus nicht wartet dann hat das seinen guten Grund im Fahrplan, auch wenn Sie das nicht verstehen.

    • “So einfach ist Politik: Man definiert weniger als 6 Minuten Verspätung als pünktlich und klopft sich dann auf die eigene Schulter.”

      Wer zum Teufel ist ‘man’ und was heisst ‘Politik’?

      Die 6 Minuten kommen von der Internationalen Eisenbahnunion (UIC), Luxemburg und seine Politiker haben da nichts zu sagen. Das ist weltweit der Fall.

  2. Wann ech an d’Stad fueren, huelen ech och ëmmer den Zuch, dee fiert 140 do wou ëmmer déi gréisste Stau ass.
    Ech fueren ëmmer op Beetebuerg fir den Zuch ze huelen.
    Mä déi bräichten och esou eng puerstäckeg Stol-Parking-Struktur, wéi s’en an der Stad opgeriicht hunn, seelen esou en iwwerfëllte Parking gesinn.

    • …que ce ne sont pas seulement vos enfants qui vont payer la dette. Des augmentations de taxes cachées sur tout ce qui est possible vont suivre pour payer cette gratuité que personne n’a demandé.

      • Moins de poussière cancérogène dans l’atmosphère ? Moins de liquides dangereux qui risquent de passer dans le cycle de l’eau puisque moins de risques d’accident ? Moins de temps perdu dans des bouchons interminables? Peut-être un jour moins de gens qui fuient la ville pour vivre en campagne et qui retournent avec des voitures lourdes, enombrantes et claxonnantes dans la ville pour y travailler quand même, tout en mettant des panneaux “Passage interdit aux motos/poids lourds de 22-6 dans leurs petits hameaux (cf. Contern, et alii.) ?
        Quelle dette ?

        • Où est le problème? Nos transports en commun fonctionnent parfaitement et sont bien organisés à travers l’ensemble du pays.
          A chacun de décider de les utiliser et de prendre ses responsabilités. Peut-être que le SUV est plus confortable et surtout plus impressionnant. De toute façon, nos descendants paieront la dette résultant de notre train de vie actuel.

  3. Da Linger momentan gesperrt ist und in der Gegend Petingen/Bascharage/Limpach überhaupt nichts mehr geht, werde ich wohl morgen die Bahn nehmen müssen. Ich habe 1 Stunde und 45 Minuten mit dem Auto gebraucht. Wenn die Bahn morgen auch zu spät ist, werde ich mich vom Psychiater krankschreiben lassen, weil ich die momentane Situation überhaupt nicht verkraften kann. Drohungen und Unverständnis vom Chef inklusive mit der Anmerkung dass ihn die Verkehrssituation nicht interessiert, man solle pünktlich da sein.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here