Am kommenden Dienstag wird der spektakuläre Wasserturm im „Ban de Gasperich“ offiziell eingeweiht. Er ist ein funktionelles Kunstwerk: Die Architekten Mathieu Nicol und Ingbert Schiltz von Jim Clemes Associés aus Esch gewähren einen Blick hinter die markante Fassade aus Aluminium.

In den Himmel des „Ban de Gasperich“, gleich neben der viel befahrenen Autobahn A6, ragt seit kurzem ein ebenso auffälliges wie architektonisch faszinierendes Bauwerk. Es handelt sich um einen Wasserturm, der nicht nur wegen seiner Höhe (68,43 Meter), sondern vor allem wegen seiner spektakulären Außenhaut aus mit Thermolack behandelten Aluminiumplatten auffällt.

„Bei der Ausarbeitung unseres Projektes“, so Mathieu Nicol vom Escher Architektenbüro, „haben wir vor allem dem Aspekt Rechnung getragen, einen Markierungspunkt, ein Wahrzeichen für das neu entstehende Viertel zu schaffen.“ Bis zu 6.000 Menschen sollen später einmal hier wohnen. Ihnen kommt denn auch das Trinkwasser aus dem 1.000 Kubikmeter fassenden Turm zugute.

Voller Symbolik

Bei der Ausarbeitung des Projektes habe neben der Ästhetik aber auch die Symbolik eine wichtige Rolle gespielt.

„Wir haben versucht, die Symbolik des Wassers mit Hilfe der Fassade darzustellen und dem Ganzen einen besonderen Aspekt zu verleihen.“ Ingbert Schiltz ergänzt: „Auch die Farbe spielt hier eine Rolle: Wasser wird mit Reinheit assoziiert und Reinheit mit Weiß. Das andere ist: 80% der Luxemburger Wasserreserven befinden sich in den Kalksandsteinformationen. Dorthin gelangt es durch zerklüftetes Gestein. Und dieses Gewebe, dieses Netz, findet man symbolisch auch auf der Fassade wieder.“

Am kommenden Dienstag wird er offiziell eingeweiht, der spektakuläre Wasserturm im „Ban de Gasperich“, eine Art funktionelles Kunstwerk. Die Architekten Mathieu Nicol und Ingbert Schiltz von Jim Clemes Associés aus Esch ließen uns einen Blick hinter die markante Fassade aus Aluminiumelementen werfen.

Auch die inneren Werte stimmen

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der den neuen Wasserturm zu etwas ganz Besonderem macht: die Funktionalität. „Wir haben versucht, das Bauvolumen so optimal wie möglich auszunutzen“, erklären Nicol und Schiltz. So verbirgt sich im Inneren des Turms ein Lager, das vom hauptstädtischen „Service des eaux“ genutzt wird.

Auf sieben Stockwerken können hier alle möglichen Geräte und Utensilien gelagert werden. Zugänglich sind die Lagerräume auf den verschiedenen Stockwerken über einen Fahrstuhl, der auch extrem schwere Lasten befördern kann. „Dadurch entstand eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit.“ Bis auf die Beleuchtung, die erst im April installiert wird, ist das Projekt zur Einweihung am kommenden Dienstag vollständig fertiggestellt.

„Die Beleuchtung“, so Mathieu Nicol, „besteht aus drei Kreisen mit je 24 speziellen, in den USA gebauten LED-Projektoren, die in unterschiedlicher Distanz zum Turm in den Boden eingelassen werden.“ Sie erlauben es, das Bauwerk in unterschiedliche Farben zu tauchen.“

Künstlerische Beratung: Nico Thurm

An der Ausarbeitung des Konzeptes war nicht nur das Architektenbüro Clemes beteiligt. Mathieu Nicol und Ingbert Schiltz arbeiteten hierbei eng mit dem Pariser Ingenieurbüro T.E.S.S. und dem luxemburgischen Künstler Nico Thurm zusammen.
Der 1938 geborene Escher wurde 1995 mit dem „Prix de Raville“ ausgezeichnet. Thurm hatte bereits beim „Lieu du souvenir des victimes de la route“ mitgewirkt, einem Monument am CR132 von Gonderingen nach Eschweiler, das 2012 eingeweiht wurde.

Von François Besch

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