Zuerst hat Porsche aus einer Limousine einen Sportwagen gemacht, daraus entstand der Panamera. Jetzt kommt mit dem Sport Turismo ein Panamera in kombi-ähnlichem Design – kein klassisches Break, aber immerhin eine räumliche und bauliche Veränderung im Vergleich zum normalen, Coupé-ähnlichen Panamera. Den Panamera Sport Turismo sahen wir zuerst auf dem Genfer Autosalon, jetzt durften wir ihn, gemeinsam mit dem Turbo S Hybrid Panamera, in Kanada erproben.

Den Unterschied merkt man erst ab der B-Säule. Ab da zeigt der Turismo seine bauliche Eigenständigkeit mit einem weniger flachen Heckteil und einer steiler abfallenden Heckklappe und kleinerer Heckscheibe im Vergleich zum “normalen” Panamera. Größer wurde dadurch das Fassungsvermögen mit nunmehr maximal 1.390 Litern bei umgeklappten Rücksitzlehnen. Apropos Sitze: Der Sport Turismo kann, neben der 2+2-Sitzaufstellung, auch mit einem dritten Sitz hinten bestellt werden, der Passagier sollte besser O-Beine haben, denn er wird über dem Antriebstunnel sitzen und sich vorkommen wie ein Groupie auf den Knien von Mick Jagger.

Der Panamera Sport Turismo hat 5 Motorisierungen von 330 bis 550 PS, darunter ein Diesel und ein E-Hybrid, alle mit intelligentem Allrad und 8-Gang-Automatik. Den Anfang macht der Panamera 4 Sport Turismo mit 3-Liter-V6-Turbo und 330 PS, danach kommt der 2,9-Liter-V6-Bi-Turbo mit 440 PS und schließlich der 4-Liter-V8-Bi-Turbo im Panamera Turbo Sport Turismo mit 550 PS. Der 4-Liter-V8-Biturbo-Diesel kommt auf 422 PS und ein atemberaubendes Drehmoment von 850 Nm ab 1.000 Umdrehungen. Der Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo hat einerseits den 330 PS starken 2,9-Liter-V6 mit Bi-Turbo und andererseits ein 136 PS starkes E-Aggregat, die Systemleistung ergibt 462 PS und ein nicht zu verachtendes Drehmoment von 700 Nm ab 1.000 U/Min. Die reine E-Autonomie beträgt, wie schon bei der Limousinen-Schwester, etwa 50 km und die Spitze beträgt 140 km/h im rein elektrischen Betrieb, die System-Spitze beläuft sich auf 275 km/h, das ist schon mehr als der „Einstiegs“- Turismo V6, der es nur auf 259 km/h schafft, wie das Werk schreibt.

Wer den Sport Turismo durch die herrlichen Landschaften von Vancouver Island spazieren fährt und den überragenden Fahrkomfort genießt, dem wird es egal sein, ob er jetzt den kleinen V6 oder den großen V8 oder den Diesel oder das Hybrid-Modell lenkt. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern, welchen Typ wir wann und wo fuhren, nur weiß ich, dass jeder Kilometer an Bord dieses herrlichen Kombis, wenn man ihn so bezeichnen darf, ein Hochgenuss war.

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