Der Volvo V90 Cross Country zeigt, dass Schweden mit Sicherheit auch gute Laune haben können. Marc Schonckert lachte mit.

Er ist 4,94 m lang, 1,90 breit, 1,54 m hoch und verbreitet auf jedem Zentimeter den Hauch von unaufdringlichem Luxus und Komfort in einem funktionellen, aber dafür nicht weniger eleganten Innenraum. Sein äußerer Look vermittelt Dynamik und Überlegenheit, auch als Cross-Country zeichnet sich der Volvo V90 trotz erhöhter Bodenfreiheit mit harmonischen Formen aus, die das Bild von Kraft und Ausgeglichenheit vermitteln. Wer Volvo sagt, denkt an markentypisches Sicherheitsdenken, das früher in eher kompromisslosem Festungs-Design daherrollte und sich heute in eleganter und leichtfüßiger Aufmachung gefällt. Es soll sogar Schweden geben, denen dieses Auto ein entspanntes Lächeln abgewinnt, bevor sie sich wieder in ihre Krimi-Manuskripte vertiefen. Damit hätten wir der optischen Beschreibung Genüge getan, den Rest erledigt das Fahrerlebnis in diesem geländetauglichen Luxusbreak.
Unser Testwagen war das Modell D5 mit Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel, 235 PS und einem Drehmoment von 480 Nm, das über eine 8-Gang Geartronic auf die vier Räder verteilt wird. Das heißt, nur im Notfall – etwa beim Einlegen des Gelände-Fahrprogramms – ansonsten aber nur, wenn der Fahrbahnzustand dies so verlangt oder bei etwas gewagter Kurvenfahrt, wenn dem Fahrer mal der Elch durchgehen sollte.

Er hat Anfahr-Assist und Bergabfahrt-Assist, wie überhaupt hier alles Assistenzsysteme an Bord sind, die man sich erdenken kann. Nur einen eingebauten Atombunker hat er nicht, auch keine Ernüchterungszelle, wie sie in Schweden an Wochenenden sehr populär sind. Zum Basispreis unseres Modells (Cross Country PRO D5 AWD Geartronic) von 61.600 Euro kann man noch Zusatzausstattung heranholen, die in puncto Aufpreis aus ihm einen beachtlichen Schwedenhappen macht.

Volvo hat den V90 Cross Country in den Wäldern Schwedens getestet – dort, wo stramme Tannen zu Billy-Regalen heranwachsen –, wir hielten uns vorsichtshalber aus den Luxemburger Wäldern raus, um nicht irgendeinem Volkslauf oder der Einweihung eines neuen Wanderwegs in die Quere zu kommen, und bewegten den coolen Schweden auf dem warmen Asphalt unserer Breitengrade.

„Früher saß man immer in einem Volvo, heute fährt man damit“, bemerkte meine Oma mit den Springerstiefeln und schob die Kettensäge in den Kofferraum. „Ich glaube, in diesem Luxusschlitten kriegt sogar ein Björn Borg gute Laune.“ Stimmt, denn beim souveränen Dahingleiten genießt man erlesenen Komfort, Entspannung und eine erfreuliche Ruhe im Innenraum. Wer dann mal auf Temperament und Durchzug wechseln möchte, wählt einfach das „Dynamic“-Fahrprogramm und schon wird er resolut in die bequemen Lederpolster gedrückt. Ansonsten kann er noch auf „Comfort“, „Allrad“ und „Eco“ schalten, denn die Schweden lieben ihre Natur und freuen sich auf den Tag, wo den Norwegern das Erdöl ausgeht. Beim Verbrauch des drehmomentstarken Diesels im V90 Cross Country wird das noch etwas dauern. Wir kamen im Durchschnitt auf 8 Liter, ziemlich bescheiden für diesen brillanten Komfort-Alleskönner.

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