Am 8. Juni 1948 erhielt das erste Automobil mit dem Namen Porsche seine Zulassung. Das war der 356 „Nr. 1“ Roadster. Wer diesem ersten Porsche Sportwagen einen 911 Carrera aus heutiger Fertigung zur Seite stellt, erhält ansatzweise eine Vorstellung davon, was sich in 70 Jahren unter und über dem Blech verändert hat.

An vertrauter Stätte

Die Tagesveranstaltung von Porsche fand auf dem Aldenhoven Testing Center in der Nähe von Aachen statt, eine Abteilung der RWTH Aachen, jener technischen Hochschule, auf der unzählige Arbed-Ingenieure ihr Metier erlernt haben und das zu einer der wichtigsten Kaderschmieden in der langen Geschichte des Luxemburger Stahlunternehmens geworden ist. Umso einprägsamer, dass sich das Testgelände im Industriepark Emile Mayrisch befindet, ein Name, der auch heute noch in der Stahlbranche, und das nicht nur in Luxemburg, ein Begriff ist.

Nur beschränkter Materialzugang

Es war ein Traum gewesen, den Ferry Porsche, Juniorchef des Konstruktionsbüros Porsche, Ende der 1940er Jahre in die Tat umsetzte: ein nach eigenen Vorstellungen selbst entworfenen und verwirklichten Sportwagen unter seinem Namen. Der 356 „Nr. 1“ hat einen 1,1-Liter-Vierzylinder-Boxermotor mit 35 PS. Form und Funktion basieren auf Materialzwängen der damaligen Nachkriegszeit, es herrschte Mangel an Werkstoffen und Materialien jeder Art. Das Konzept des Heckmotors bot mehr Platz und war preiswerter und einfacher in Serie zu produzieren. Die ersten Modelle – Coupé und Cabrio – wurden im österreichischen Gmünd gebaut, wohin sich Porsche vor den Wirren des Zweiten Weltkriegs zurückgezogen hatte, um dort in Ruhe arbeiten zu können. 1950 kehrte er nach Stuttgart zurück, die Erfolgsstory von Porsche nahm rapide Fahrt auf.

Aushängeschild 911

„Alltagstauglich, aber nicht alltäglich“ nennt Porsche seine Modelle. Die verteilen sich mittlerweile auf fünf Marktsegmente, in jedem davon gelten sie als Maßstab für Sportlichkeit. „Etwas 911 steckt in jedem Porsche“, hört man heute immer wieder, ob innerhalb der Wände von Zuffenhausen oder in den Showrooms des weltweiten Verkaufsnetzes von Porsche. Und morgen? „Das letzte gebaute Auto wird ein Sportwagen sein“, lautet die Antwort, mit einem Unterton von Selbstbewusstsein, Innovationsfreude und Traditionsbewusstsein.

Workshops mit Elfer, Boxster und Cayman

Die Workshops beim Experience Day in Aldenhoven sahen Fachvorträge zu Motor- und Fahrwerkstechnologie vor, daneben gab es einen Einblick in die Evolution von Form und Design anhand von Modellen aus den wichtigsten Etappen, in denen der 356 zum 911 wurde und der wiederum optisch mal mehr, mal weniger zurückhaltend dem jeweiligen Zeitgeist angepasst wurde. Es blieb aber nicht bei der theoretischen Einführung. Wir konnten die 911, Boxster und Cayman dann auch über einige Runden auf der Piste erfahren, Slalom- und Beschleunigungstests inklusive. Dafür sind Sportwagen wie Porsche ja schließlich da.

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