UT Petingen: Konstanz und Balance

Die Petinger hatten sich nach zwölf Spieltagen wahrscheinlich mehr erhofft als einen tristen neunten Platz. Vor allem die großen Leistungsschwankungen haben der Mannschaft in den vergangenen Monaten Probleme bereitet. Mal spielte man die Gegner an die Wand, mal lief nicht viel zusammen. Manuel Correia musste am Ende der Rückrunde seinen Hut nehmen. Neu auf der Trainerbank sitzt der Brasilianer Baltemar Brito, der sich vor allem als Assistent von José Mourinho einen Namen machte und jetzt vor einer ihm unbekannten Herausforderung steht.

Vorbereitung: Ideal war, dass Brito seine Mannschaft bereits zum Trainingsstart übernehmen konnte und deshalb genügend Zeit hatte, um eine ordentliche Rückrundenvorbereitung zu absolvieren. Von sechs angesetzten Testspielen fielen jedoch drei aus. Außerdem sind die Rasenplätze in Petingen nicht für ihre gute Qualität bekannt, so dass der Brasilianer sein neues System noch nicht sehr oft mit der Mannschaft in die Tat umsetzen konnte.

Tops und Flops: In der Petinger Vordermannschaft steckt sehr viel Potenzial. Das Angreiferduo Simon Banza und Isaac Cissé zeigte in der Vorrunde, dass beide Torjägerqualitäten besitzen (zusammen 18 Tore in Meisterschaft und Pokal). Sie wurden großzügig von Spielmacher Filip Bojic unterstützt. Zudem sind die Petinger noch im Achtelfinale des Pokals vertreten.

Oft sehr unglücklich sah hingegen die Abwehrreihe aus, die in der Winterpause durch die Abgänge von Aldin Skenderovic und Dirk Carlson noch einmal geschwächt wurde. Zwei Gegentore pro Partie kassierte der Fusionsverein und steht vor allem deshalb nur auf dem neunten Platz der BGL Ligue.

Neuzugänge und Abgänge: Zwei Nationalspieler und Stammspieler verließen den Verein. Aldin Skenderovic (Elversberg/D) und Dirk Carlson (Grasshopper Club Zürich/CH) werden sportlich und menschlich eine große Lücke hinterlassen. Trotz dieses Aderlasses entschied sich der Klub, nur einen Verteidiger für die bereits sehr anfällige Viererkette zu verpflichten.

Stattdessen wurde mit dem 19-jährigen Brasilianer Diego Esch (Nova Iguaçu/BRA) ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler geholt, der sich aber erst an die hiesigen Begebenheiten gewöhnen muss.

Die Abwehrreihe soll Tiago Duque (Academica Coimbra/P) verstärken. Der ehemalige portugiesische Jugendnationalspieler kommt auf immerhin 135 Profispiele in der zweiten portugiesischen Liga und sollte eigentlich die gewünschte Verstärkung darstellen.

Unser Tipp: Wenn die Petinger sofort aus dem Keller kommen, dann werden sie den Großen ab und zu Probleme bereiten. Geschieht dies nicht, droht ein sehr schwieriges Saisonende.


Tabellenplatz: 9
Punkte: 15
Bilanz: 4 Siege, 3 Unentschieden, 5 Niederl. (19:24 Tore)
Beste Torschützen: Isaac Cissé (8), Simon Banza (5), Adnan Basic (3), Filip Bojic (2)
Neuzugänge: Diego Esch (Nova Iguaçu/BRA), Tiago Duque (Academica Coimbra/P)
Abgänge: Tobias Baier (Käerjeng), Victor Lambert (FC Bassin d’Arcachon/F), Aldin Skenderovic (SV Elversberg/D), Dirk Carlson (Grasshopper Club Zürich/CH), Mehdi Ouadah (Sarreguemines/F), Frédéric Injai (Ziel unbekannt)
Restprogramm: 18.2. F91 Düdelingen (A), 25.2. Rosport (A), 4.3. Niederkorn (H), 7.3. Rodange (H), 11.3. RFCUL (A), 17.3. Fola (H), 31.3. Strassen (A), 8.4. Hostert (H), 15.4. US Esch (H), 22.4. Déifferdeng 03 (A), 29.4. F91 Düdelingen (H), 6.5. Mondorf (A), 13.5. Jeunesse (H), 19.5. RM Hamm Benfica (A)

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Rodange: Priorität Defensivverhalten

Domenico Micarelli ist eines der neuen Gesichter der BGL Ligue. Der Nachfolger von Séraphin Ribeiro (unter dem das Team seit September nur noch vier Punkte eingefahren hatte) war zuletzt Co-Trainer in Monnerich unter Angelo Fiorucci. Neue Impulse, gemischt mit den Erfahrungswerten seiner Stammspieler, sollen dem FCR91 zum Klassenerhalt verhelfen.

Vorbereitung: Rodange hat bereits 13 Spiele absolviert, dadurch kann der aktuelle Tabellenzehnte länger pausieren als die Konkurrenz. Am 8. Januar absolvierte die Mannschaft ihr erstes Training unter Micarelli. „Wir haben das Glück, bei Schnee auf unseren Kunstrasen ausweichen zu können. Allerdings hatten wir in den Testspielen einige Probleme, uns dann wieder an ein großes Spielfeld anzupassen. Die Umsetzung dessen, was wir im Training geübt haben, klappte noch nicht ganz“, erklärte der neue Trainer.

Tops und Flops: Der letzte Sieg in der BGL Ligue geht auf den 24. August 2017 zurück. Seit September kamen nur noch vier Zähler dazu. Diese Rechnung wurde Ribeiro dann auch in der Winterpause zum Verhängnis. Doch auch der Nachfolger stößt auf das gleiche Problem: „Wir lassen defensiv noch immer zu viel zu“, ärgerte sich gestern Micarelli. „Die gesamte Mannschaft muss ein besseres Defensivverhalten an den Tag legen. Wenn wir den Ball verlieren, müssen wir schneller wieder unsere Plätze einnehmen. Daran arbeiten wir.“ Gegen Düdelingen, Niederkorn und die Escher Fola klingelte es in der Hinrunde nicht weniger als vierzehn Mal im Tor von Daniel Goedert bzw. João Machado.

Andererseits hat sich Rodange im vergangenen Sommer clever verstärkt und gestandene Spieler für die Mission Klassenerhalt rekrutiert. Ramdedovic, Menaï, Hornuss oder Boulahfari stellen die mentalen Eckpfeiler des Teams dar: „Sie verwalten die Mannschaft, beruhigen die jungen Spieler. Mental sind wir sehr stark“, betonte Marinelli. „Dies ist auch der Grund, warum wir die Klasse halten werden.“ Dass Menaï noch immer weiß, wo das Tor steht, zeigte er u.a. beim Prestigesieg gegen D03. „Wenn wir unsere Defensivschwächen ausbügeln können, werden wir unseren Gegnern Probleme bereiten. Denn mit unseren Offensivqualitäten können wir jedem wehtun“, so der Trainer.

Neuzugänge und Abgänge: Aus Virton kommt Lassana Diakhaby. Der 22-jährige Franzose ist Linksverteidiger und ein Kandidat für die Startelf. „Man merkt, dass er eine gute Ausbildung (u.a. Troyes und Angers) genossen hat. Er ist sehr diszipliniert“, lobte Micarelli. „Aber die andern Jungs schlafen auch nicht …“ Ansonsten gab es keine Veränderungen.

Unser Tipp: Der Aufsteiger wird bis zum Schluss um den Verbleib in der Liga zittern, es dennoch schaffen, drei Teams hinter sich zu lassen.


Tabellenplatz: 10
Punkte: 14
Bilanz: 3 Siege, 5 Unentschieden, 5 Niederlagen (14:26 Tore)
Beste Torschützen: Hakim Menaï (4), Rachid Boulahfari (3), Ayoub el Guerrab (2)
Neuzugang: Lassana Diakhaby (Virton/B)
Abgänge:
Restprogramm: 25.2. US Esch (H), 4.3. Déifferdeng 03 (A), 7.3. UT Petingen (A), 11.3. F91 Düdelingen (H), 17.3. Mondorf (A), 31.3. Jeunesse (H), 8.4. RM Hamm Benfica (A), 15.4. Hostert (A), 22.4. Rosport (H), 29.4. Niederkorn (A9, 6.5. RFCUL (H), 13.5. Fola (A), 19.5. Strassen (H)

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RFCU Lëtzebuerg: Potenzial ausschöpfen

Mit großen Ambitionen startete der RFCUL in die Saison. Nach der Transferoffensive, die u.a. mit der Verpflichtung von Nationalspieler Dan da Mota und Kevin Nakache endete, sollte ein Platz unter den ersten fünf der Meisterschaft herausspringen. Schnell wurde jedoch klar, dass dieses Ziel in der laufenden Saison verfehlt werden würde. Trainer Jacques Muller wurde Opfer der schlechten Resultate. Nachfolger Patrick Grettnich holte in zwei Spielen sechs Punkte und soll den Hauptstadtverein in der Zukunft an die Spitze heranführen. Zunächst muss jedoch der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht werden.

Vorbereitung: Der Racing gönnte sich den Luxus und reiste ins Trainingslager nach Belek (Türkei). „Das war eine gelungene Abwechslung vom Alltag. Wir haben von den guten Plätzen profitiert und das Spiel im Ballbesitz trainiert. Danach ging es zurück in die bittere Realität. Durch die Wetterbedingungen sind zwei Testspiele ausgefallen. Vier Wochen quält man sich, um dann zwei Wochen vor dem Start der Saison wieder auf stand-by zu sein. Wir besitzen in Luxemburg einfach nicht die Infrastruktur, um angemessen auf den Schnee reagieren zu können. Es wird höchste Zeit, dass die schlauen Köpfe im Verband sich etwas einfallen lassen“, so Grettnich, der mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung sehr viel Wert auf die körperliche Fitness legte.

Tops und Flops: Julien Jahier ist weiterhin unverwüstlich. In zehn Hinrundenspielen traf der 37-Jährige zehnmal (alle 70,4 Minuten). Auch Neuzugang Kevin Nakache rief regelmäßig starke Leistungen im RFCUL-Mittelfeld ab.
Trotz der großen Erfahrung im Kader verloren die Hauptstädter gleich vier Partien mit nur einem Tor Unterschied.

Neuzugänge und Abgänge: Grettnich darf sich gleich über zwei Neuzugänge freuen. Julien Humbert wurde bereits im Sommer verpflichtet, kam aufgrund der fehlenden Freigabe von Düdelingen aber bisher nicht zum Einsatz. Der französische Mittelfeldspieler hat jedoch den Kampf gegen die FLF und den F91 gewonnen und ist ab sofort für den Racing einsatzbereit. „Wir müssen ihm Zeit geben. Eine solche lange Periode ohne Einsätze zehrt an den Nerven“, sagte Grettnich.

Mit Benoît Nyssen wurde ein junger belgischer Verteidiger geholt, der bei Genk den Sprung ins Profiteam nicht schaffte. „Er ist eine Investition in die Zukunft. Wir wollen die Mannschaft in den nächsten Monaten verjüngen. Wichtig war uns auch, dass der Kader im Winter reduziert wurde“, so Grettnich, der sich von Lopes, Behram, Ramdani und Quercia trennte.

Unser Tipp: Der Racing wird sich schnell von den Abstiegsplätzen entfernen und schließt die Saison auf einem gesicherten Mittelfeldplatz ab.


Tabellenplatz: 11
Punkte: 12
Bilanz: 3 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen (20:23 Tore)
Beste Torschützen: Julien Jahier (9), Florik Shala (6), Kevin Nakache (3)
Neuzugänge: Benoît Nyssen (KRC Genk II/B), Julien Humbert (F91 Düdelingen)
Abgänge: Seid Behram, Jean-Luc Lopes (beide Ziel unbekannt), Julien Quercia (CSO Amnéville/F), Rachid Ramdani (AS Ornans/F)
Restprogramm: 18.2. RM Hamm Benfica (A), 25.2. Fola (H), 4.3. Strassen (A), 7.3. Hostert (H), 11.3. UT Petingen (H), 17.3. US Esch (A), 31.3. Déifferdeng 03 (H), 8.4. F91 (A), 15.4. Mondorf (H), 22.4. Jeunesse (A), 29.4. RM Hamm Benfica (H), 6.5. Rodange (A), 13.5. RFCUL (H), 19.5. Niederkorn (A)

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