Inmitten der kargen Steppen Zentralasiens dehnt sich Nursultan aus. In der Hauptstadt Kasachstans wird die Escher Jeunesse heute ab 14.00 Uhr MEZ (18.00 Uhr Lokalzeit) versuchen, die zweite Qualifikationsrunde der Europa League zu erreichen. Im „Astana Park“ müssen Todorovic und Co. aber eine heldenhafte Leistung abrufen, um das Ticket zu lösen (Hinspiel: 0:0). Vitoria Guimarães hieße der nächste Gegner.

Von Marc Karier

„Wir werden sicherlich nicht mit offenen Armen empfangen. In der Stadt ist es zudem sehr heiß und es gibt eine Mückenplage“, zeigte sich Jean Cazzaro im Vorfeld betont vorsichtig, um gleich zu relativieren: „Aber die Zähler stehen beim Anpfiff auf beiden Seiten bei null, Meinetwegen kann es so bleiben bis ins Elfmeterschießen. Wir haben nämlich einen sehr guten Torwart“, meinte der Präsident der Schwarz-Weißen. Fakt ist: Das torlose Remis aus dem Hinspiel hat Hoffnungen geweckt. Eine Woche Zeit hatte Nicolas Huysman, um dem Kader nach dem ersten Pflichtspiel wieder zur nötigen Frische zu verhelfen. In den letzten zehn Minuten des Hinspiels wurden die Beine schwerer. Kostanay, das in der Heimat im Saisonfinish um den Titel spielt, war physisch einfach stärker.

Man kam kaum noch aus der eigenen Hälfte raus. Der neue Mann auf der Trainerbank hatte die Mannschaft jedoch gut eingestellt. Beim 0:0 überzeugte die Jeunesse nämlich mit einer kompakten, disziplinierten Gesamtleistung. Todorovic, Steinbach und Meddour standen hinten auf einer Linie, auf der Sechser- Position räumte Menessou ab. Mit dem Ergebnis, dass die Kasachen nur aus der Distanz für Torgefahr sorgten. Kostanay fällt das Toreschießen allgemein schwer. Auch in der Meisterschaft blieben die Gazeev-Schützlinge zuletzt zweimal erfolglos.

Eines scheint sicher: Kostanay will das schlechte Hinspiel ausgleichen und muss vor eigenem Publikum eine riskantere Spielweise zeigen. Das könnte der Jeunesse in die Karten spielen. Die sich bietenden Räume nach Balleroberung gilt es zu nutzen. Almir Klica könnte dabei eine wesentliche Rolle spielen. Auf der „Grenz“ taten seine spritzigen Antritte und seine Aggressivität dem Gegner weh.

Unterstützung müsste Klica diesmal von Yannick Makota bekommen. Der Neuzugang ließ bei seinem Debüt vor Wochenfrist eine Großchance liegen. Seine Stärke, in die Spitze zu stoßen, konnte Makota gegen die tief stehenden Gäste nicht umsetzen. Lässt die Jeunesse sich nicht von den äußeren Umständen beeinflussen und liefert taktisch ein einwandfreies Spiel ab, dann ist alles möglich. Insgesamt 39 Personen – darunter der gesamte Spielerkader – haben die lange Reise über Istanbul nach Nursultan mit angetreten. Übertragen wird die Partie live vom kasachischen Sport-Sender Qazsport.

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