Wie erwartet hatte die Damenmannschaft des HB Käerjeng in Norwegen bei der Profimannschaft von Byåsen Elite Trondheim in der ersten Runde im EHF Cup
keine Chance. Zwei hohe Niederlagen (13:40 und 16:42) musste der amtierende luxemburgische Meister am Wochenende verkraften. Dennoch zieht Jenny Zuk positive Schlüsse aus der Reise nach Skandinavien.

Von Pascal Gillen

Tageblatt: Sie haben zwei hohe Niederlagen erlitten. Wie ist Ihr erster Eindruck nach den beiden Spielen?

Jenny Zuk: Für viele war es ein ganz neues Erlebnis. Die Erfahrung, ein solches Spiel im Ausland zu bestreiten, haben noch nicht viele gemacht. Wir wussten von Anfang an, dass es spielerisch hier sehr schwer wird und dass das Niveau ein ganz anderes ist als das, was wir gewöhnt sind.

Mit welcher Zielsetzung sind Sie nach Trondheim geflogen?

Wir wollten in den Spielen jeweils weniger als 40 Tore kassieren und mehr als 15 Tore werfen. Freitag haben wir es nicht geschafft und am Samstag haben wir gespürt, dass wir müde waren. Wir sind es nicht gewöhnt, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu spielen.

War es bereits ein moralischer Dämpfer, am Freitag so hoch zu verlieren?

Die Norwegerinnen sind Profis und trainieren zwei Mal täglich, wir trainieren drei bis vier Mal die Woche. Wir haben das erste Spiel analysiert und besprochen. Wir wollten gewisse Fehler am Samstag vermeiden und mutiger sein. Das ist uns auch gut gelungen. Wir haben mehr versucht, waren enger an den Gegenspielerinnen.

Worin lag der größte Leistungsunterschied?

Ich denke, dass vor allem die Schnelligkeit ein großer Punkt war. Sie haben am Samstag rund 30 Tore bei Tempogegenstößen geworfen. Wir haben immer versucht, mitzulaufen und unsere Torhüter zu unterstützen, aber das war nicht immer möglich. Da muss man sich einfach eingestehen, dass wir da nicht mithalten konnten.

Haben die Pleiten das Mannschaftsgefüge geschwächt?

Wir sind froh, so etwas erlebt zu haben, und sehen es als besondere Trainingseinheit an. Wir waren an vier Tagen 24 Stunden zusammen und haben viel erlebt. Auch wenn wir hoch verloren haben, hat die Reise die Mannschaft gestärkt.

Mit Lena Kirz erlebte Käerjeng einen schwerwiegenden Abgang. Konnten Sie durch die beiden Neuzugänge kompensiert werden?

Dass Lena nicht mehr für uns spielt, ist für uns sehr bitter. Es ist schwierig, jemanden zu finden, der sie auf ihrer Position ersetzt. Im Moment müssen wir aber noch testen, was am besten funktioniert.

Aber das Ziel bleibt die Titelverteidigung der Meisterschaft?

Es wird sicher nicht so einfach wie letztes Jahr. Die Gegner haben sich mit Neuzugängen verstärkt, da müssen wir schauen, was auf uns zukommt. Aber natürlich wollen wir die Meisterschaft erneut gewinnen.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here