Am ersten Wettkampftag des RIAC 2018 kam es in der Luftpistolen-Konkurrenz nicht nur aus luxemburgischer Sicht zu einer Überraschung. Joé Dondelinger konnte mit seinem zweiten Platz die heimischen Nationalfarben eindrucksvoll auf dem Podium vertreten. Die ukrainische Nummer 4 der Welt, Pavlo Korostylow, enttäuschte hingegen mit einem 6. Platz.

Von Pascal Gillen

Während der ukrainische Weltmeister Korostylow im Finale der Luftpistole als Sechster Platz nehmen musste, leuchtete der Name des Luxemburgers Joé Dondelinger als Zweiter auf dem Tableau auf. Als die erste große Überraschung mit dem frühen Scheitern des Ukrainers verbucht war, bahnte sich eine luxemburgische Sensation an. Bereits in der Qualifikation hatte Dondelinger gezeigt, dass gestern mit ihm zu rechnen sein würde. Nach einer starken Vorstellung belegte er hier den 3. Platz und qualifizierte sich souverän für das Finale, an dem nur die besten acht Schützen teilnehmen dürfen. 52 Schützen nahmen insgesamt am Luftpistolen-Wettbewerb teil, darunter auch internationale Top-Schützen wie Korostylow oder die Nummer 17 der Europäischen Rangliste, der Brite Kristian Callaghan.
Korostylow schied als Sechster aus, setzte sich hin und schlug die Hände vor sein Gesicht.

Der Ukrainer ist einer der wenigen Sportschützen, die ihren Sport hauptberuflich ausüben. Vor zwei Monaten konnte er im chinesischen Ghuangzou noch einen Weltmeistertitel feiern (25 m Standard Pistole). Den weiteren Verlauf des Finales verfolgte der Ukrainer nicht mehr, da er während der restlichen Zeit entweder die Hände vor dem Gesicht hatte oder entsetzt nach unten blickte. „Ich weiß selbst nicht, was heute los war. Das war einfach nur sehr schlecht“, argumentierte der 21- Jährige kurz nach dem Finale. „Ich war nicht mit meiner Schnelligkeit zufrieden und habe nie einen Rhythmus gefunden. Im Kopf war ich auch nicht da. Das hier ist einfach eine große Enttäuschung.“

Dondelinger bemerkt Korostylows Ausscheiden

Dass Korostylow ausschied, bemerkte Dondelinger, für den zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass er zum ersten Mal einen Weltmeister geschlagen hatte und gleichzeitig in die Top 5 einzog. „Ich habe mitbekommen, dass er Sechster wurde. Aber ich war in diesem Moment sehr konzentriert und habe mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen“, so Dondelinger. Der FLTAS-Schütze bestätigte seine vorherigen Schüsse und landete am Ende auf Platz zwei. Die Inder Dharmendra Singh und Manjit verwies er dabei auf die Plätze drei und vier. Lediglich der Schweizer Steve Demierre (ER 21) war am gestrigen Tag besser.
Ein Karrierehöhepunkt

Für den luxemburgischen Polizeibeamten ist dies einer der Höhepunkte seiner bisherigen Karriere. „Eigentlich bin ich selbst ein wenig über das Resultat überrascht. Die Ausgangslage war nicht sehr ideal. Als ich heute (gestern) Morgen angekommen bin, fühlte ich mich ziemlich müde. Deswegen war ich bereits nach der Qualifikation sehr erstaunt.“
2017 gewann er bei den Spielen der kleinen Staaten in San Marino die Silbermedaille. Damals war das Feld aber bei weitem nicht so stark besetzt. „In Anbetracht der Gegner ist das schon ein sehr gutes Resultat. Ich hatte mir eigentlich nicht ausgerechnet, ins Finale zu kommen, geschweige denn aufs Podium. Man hofft zwar immer, aber ich bin bei dem Teilnehmerfeld realistisch geblieben. Es ist das erste Mal, dass ich in Luxemburg auf dem Podium stehe. Ich bin mehr als glücklich darüber.“

Stabile Leistung

Der Polizei-Europameister von 2008 zeigte eine stabile Leistung, wirkte sehr konzentriert und fokussiert. „Weil ich so müde war, habe ich den Kopf einfach ausgeschaltet und mich nur auf das Schießen konzentriert. Ich konnte den Rest sehr gut ausblenden. Ich glaube, dass das der Schlüssel war.“ Auch der Technische Direktor der FLTAS, Mil Manderscheid, war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Mit dem Resultat qualifiziert sich Dondelinger gleichzeitig für die Europameisterschaft im März. „Es ist schon lange her, dass ein Luxemburger so erfolgreich hier war. Joé hat heute eine super Leistung abgeliefert, dazu hatte er das nötige Quäntchen Glück“, reflektierte Mil Manderscheid.

Heute geht es für Dondelinger schon in den nächsten Wettbewerb. Um 16.30 Uhr beginnt die Qualifikation. „Es wäre natürlich toll, wenn ich an die Leistung anknüpfen könnte. Aber ich bin mit einem guten Wettkampf auch zufrieden.“ Für die anderen drei Luxemburger war das Finale am gestrigen Tag nicht zu erreichen. Jean-Marie Cirelli wurde 34., Louis Mariutto erreichte den 35. Platz und Christophe Bouvy (FST Lux) landete auf dem 40. Rang.
Bei den Frauen gewann die Ukrainerin Hanna Levkovska vor der Belgierin Manon Hamblenne und Aurélie Février aus Frankreich. Aus luxemburgischer Sicht verpasste Sylvie Schmit als Elfte einen Finaleinzug. Catheline Dessoy wurde 25. und Sharon Delmarque 34.

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