Pakistan ist mit mehr als 220 Millionen Menschen jetzt eines der fünf bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Das zeigten am Freitag vorgestellte vorläufige Zahlen einer neuen Volkszählung, die selbst die Regierung überraschten.

Eigentlich hatten die Statistiker angenommen, dass es 2017 um die 200 Millionen Pakistaner gebe, nachdem der letzte Zensus im Jahr 1989 noch etwas mehr als 130 Millionen Menschen im Land gefunden hatte. Stattdessen sei die Bevölkerung in den vier Provinzen und den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze auf 207,77 Millionen gewachsen. Auf der pakistanischen Seite der mit Indien umstrittenen Gebieten von Kaschmir und Gilgit-Baltistan, die im offiziellen Bericht nicht erwähnt werden, lebten weitere rund 15 Millionen Menschen, sagte ein Mitarbeiter des Statistikamtes.

Brasilien überholt

Bisher stand Pakistan auf der Rangliste der bevölkerungsreichsten Ländern an Platz sechs – nun hat es Brasilien überholt, das nach unterschiedlichen Schätzungen um die 210 Millionen Bürger haben soll.

Jedes Jahr sei die Bevölkerung um 2,4 Prozent gewachsen, heißt es in den Auszügen des Statistikamts. “Das ist eine überraschend hohe Rate – viel höher als gedacht”, sagte ein Mitarbeiter der pakistanischen Denkfabrik “Institut für Nachhaltige Entwicklung”, Shakeel Ahmed Ramay. Für Pakistan mit seinen limitierten Ressourcen könne solch eine riesige Bevölkerung zur Belastung werden. Man müsse Wege finden, die große Anzahl junger Menschen in einen Vorteil zu verwandeln.

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