Die Bevölkerung der Gemeinde Schifflingen wächst rasant: um drei Prozent. Das ist doppelt so schnell wie der nationale Durchschnitt. Darauf muss die Politik reagieren. Die hat aber diesbezüglich in den vergangenen Jahren getrödelt. Am Samstag wurde dem Gemeinderat nun der wichtigste Teil des sogenannten “Masterplans” dem Gemeinderat präsentiert: der Ausbau der Bildungslandschaft.

Derzeit befinden sich drei Schulen in Schifflingen: Sie sind nach Albert Wingert, Lydie Schmidt und Nelly Stein benannt. Insgesamt 1.081 Kinder besuchen diese Schulen seit der “Rentrée” am 16. September. Dort sind rund 130 Lehrkräfte, darunter 107 diplomierte Lehrer, tätig. Außerdem gibt es am Standort “op Hudelen” noch eine “Maison relais”, die Platz für 350 Kinder bietet.

Frank Leuschen, Tania Bongartz und Anne-Marie Bies vom Planungsbüro “MC Luxembourg” waren am Samstag im Gemeinderat, um die Pläne vorzustellen, die sie in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Lehrpersonal sowie den Bürgern und Schülern aus Schifflingen ausgearbeitet haben. Die Ergebnisse der ersten Planungsphase hatte “MC Luxembourg” bereits am 26. April dieses Jahres präsentiert. Neue Erkenntnisse in den vergangenen Monaten haben jedoch zu einigen Änderungen geführt.

Priorität bleibt nach wie vor, dass sich die “Maison relais” in Schifflingen nicht bloß an einem Standort befinden soll. Die Schule soll nicht nur mehr als solches gesehen werden, sondern auch als Raum, in dem andere Aktivitäten stattfinden können. Ein weiteres Fazit lautete, dass neben den vier bestehenden Bildungseinrichtungen noch eine fünfte benötigt wird.

Die Kosten für die Umsetzung des Masterplans Bildungslandschaft schätzt das Planungsbüro auf rund 100 Millionen Euro. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Schätzung, damit sich der Gemeinderat ein ungefähres Bild von der Situation machen kann.

Op Hudelen:

“Op Hudelen” befindet sich derzeit eine “Maison relais”, die Platz für rund 350 Kinder bietet. Künftig sollen hier zusätzlich 26 Schulklassen unterkommen. Dafür ist ein Neubau vorgesehen, doch bislang ist nicht sicher, ob alle benötigten Grundstücke zur Verfügung stehen. Laut Schätzungen des Planungsbüros könnten die Arbeiten 2023 beendet sein.

Anfangs lag die Priorität darin, die “Maison relais op Hudelen” sowie die Lydie-Schmidt-Schule schnellstmöglich zu renovieren und auszubauen. Während dieser Zeit hätten die Schüler dann allerdings in einem provisorischen Modulbau unterrichtet werden müssen. Darüber, wo dieser Modulbau aufgestellt werden soll, gab es reichlich Diskussionen. Das Planungsbüro rät der Gemeinde nach neuesten Erkenntnissen jedoch, das Bildungshaus “op Hudelen” schnellstmöglich fertigzubauen. Erst dann sollen die Arbeiten an der Lydie-Schmidt-Schule erfolgen, sodass die Schüler während der zwei Jahre, die die Bauzeit voraussichtlich betragen wird, “op Hudelen” unterkommen können. So fallen rund 5 Millionen Euro für den Modulbau weg, die Schüler kommen unter einem festen Dach ohne Baulärm unter und die Gemeinde muss sich keine Gedanken um den Standort des Provisoriums machen.

Lydie-Schmit-Schule:

Die Arbeiten an der sogenannten “al Schoul”, die derzeit von 367 Schülern besucht wird, sollen beginnen, sobald die Einrichtung “op Hudelen” fertig ist. Die Lydie-Schmit-Schule lässt nur minimale Ausbaumöglichkeiten zu. Wo jetzt 22 Klassen sind, sollen künftig nur noch 18 sein. Für die restlichen vier sind 240 Plätze in einer “Maison relais” vorgesehen.

Neue Einrichtung:

Nachdem die Arbeiten “op Hudelen” und an der Lydie-Schmit-Schule abgeschlossen sind, will die Gemeinde den Bau einer neuen Bildungseinrichtung in Angriff nehmen. Der Standort muss noch festgelegt werden. Hier soll ein ähnlich großes Gebäude wie “op Hudelen” entstehen, das Platz für 26 Klassen und 350 Betreuungsplätze in der “Maison relais” auf einer Nettofläche von 6.800 Quadratmetern bietet.

Nelly-Stein-Schule:

Derzeit ist hier Raum für 13 bis 15 Klassen. Neben den bestehenden 114 Plätzen in der “Maison relais” sollen 60 zusätzliche geschaffen werden. Für diese Schule wurde noch kein detaillierter Masterplan ausgearbeitet.

Albert-Wingert-Schule:

Hier sollen, genau wie an der Lydie-Schmit-Schule, Klassen weichen, um Platz für eine “Maison relais” zu schaffen. Vorgesehen sind 22 Klassen und 300 Plätze in der “Maison relais” auf 6.500 Quadratmetern Nettofläche.

2 Kommentare

  1. “De mortuis nihil nisi bene” sagt man, aber trotzdem müsste man sich eingestehen, dass die ganze Schulplatzmangelmisere in Schifflingen auf die Kappe der damaligen Bürgermeisterin Nelly Stein geht. Immerhin war diese Person überzeugt davon, dass Klassen mit 40 Schülern kein Problem darstellen würden und baute eine dementsprechend viel zu kleine, viel zu teure Schule mit viel zu wenigen aber viel zu großen Schulsälen. Zum Dank für die von iht verursachten Probleme benannte man diese Schule nach ihr.

  2. Welche Gemeinde wächst nicht, alles wächst in diesem Lande, nur die Oberfläche bleibt die gleiche ! Ob die Verantwortlichen sich dessen bewusst sind?

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