Auch am Freitag mussten sich die Brüder Fábio (22) und Rui Manuel M. (21) vor der Kriminalkammer am Tribunal Luxemburg verantworten. Den beiden, die in einen Drogenbandenkrieg im kapverdischen Milieu in Luxemburg, Schifflingen und Esch geraten sein sollen, wird versuchter Mord vorgeworfen.

Von unserem Korrespondenten Carlo Kass

Ein Rückblick: Am 31. August 2014 um 3.00 Uhr morgens soll der Hauptangeklagte Fábio einen Mann bei einer Massenschlägerei an der Ecke Kanalstraße/Kuelebierg in Esch/Alzette lebensgefährlich mit einer Machete verletzt haben. Vor Gericht behauptete der Beschuldigte am Donnerstag, dass das spätere Opfer auf ihn losgegangen sei und anschließend gar ein “langes Messer” gezogen habe, das diesem im Verlauf der Auseinandersetzung dann aber aus der Hand gefallen sei. Daraufhin soll Fábio es aufgehoben und wie wild auf seinen Widersacher damit eingestochen haben – und zwar im Affekt. Als Grund gab der Hauptangeklagte an, dass er sich nur habe verteidigen wollen.

Das Opfer, das anschließend aussagte, widersprach dieser Schilderung. Vor Gericht gab der Mann an, dass er noch nie eine Waffe verwendet habe, um seine zahlreichen Kontrahenten abzuwehren. Er würde stets nur mit den Fäusten kämpfen und habe dementsprechend auch keine Machete mit sich geführt. Hätte er nämlich eine bei sich gehabt, dann wäre der Streit wohl anders ausgegangen, so das Opfer.

Aufgrund eines Mangels an konkreten Zeugenaussagen stand also Aussage gegen Aussage. Me Pim Knaff, der Anwalt des Opfers, forderte am Freitag anschließend 240.000 Euro Schadenersatz und eine Expertise, um den Invaliditätsgrad seines Mandanten genau zu bestimmen. Der öffentliche Ankläger Laurent Seck möchte indes keine Geldstrafe erwirken und forderte den Freispruch für Rui Manuel sowie zehn Jahre Haft mit integraler Bewährung für dessen Bruder Fábio. Das Urteil wird am 17. Oktober gesprochen.

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