Festlich, feierlich, nachdenklich und ausgelassen ging es zu bei der offiziellen Einweihungsfeier der neu errichteten Rad- und Gehwegbrücke über die Sauer zwischen dem luxemburgischen Moersdorf und Langsur-Metzdorf auf der deutschen Seite des Grenzflüsschens.

Von Herbert Becker

Technische Daten  

Bau von April bis
Dezember 2018
Breite 3,00 m – Länge 66 m
Konstruktion: Abgespannte Schrägseilbrücke mit zwei Stahlpylonen
Kosten: 1,6 Millionen Euro

Bei frühlingshaften Temperaturen und strahlend blauem Himmel wurde das 1,6 Millionen Euro teure Gemeinschaftsprojekt seiner Bestimmung übergeben. Bereits seit dem 14. Jahrhundert funktionierte zwischen Moersdorf und Metzdorf ein Fährbetrieb über die Sauer zwischen beiden Gemeinden, der, bedingt durch die Kriegswirren, von 1944 bis 1953 unterbrochen war, dann aber bis 1984 aufrechterhalten werden konnte. Die Grundsteinlegung für die aus Holz errichtete Grenzbrücke erfolgte 1984, am 2. Mai 1987 wurde sie offiziell eingeweiht. 2013 erfolgte eine mangelhafte Bewertung der Brücke, die Stand- und Verkehrssicherheit konnte wiederhergestellt werden, dennoch entschieden sich die Autoritäten nach diversen Machbarkeitsstudien von beiden Seiten für den Rückbau und anschließenden Neubau der Brücke.

Friedliche Symbolik

„Diese Brücke soll neue Brücken schlagen“, bekräftigte Romain Osweiler, Bürgermeister der Gemeinde Rosport-Mompach, in seiner Festansprache. Unter den zahlreichen Gästen konnten er und seine Amtskollegin Maria Braun aus Langsur Chamber-Präsident Fernand Etgen, Tourismusminister Lex Delles, den deutschen Botschafter in Luxemburg, Dr. Heinrich Kreft, sowie von deutscher Seite den Bundestagsabgeordneten Andreas Steier sowie den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, Michael Holstein, willkommen heißen. „Der eigentlich vorgesehene Einweihungstermin war der 9. Mai. Da dieser Tag jedoch zu einem neuen Feiertag wurde, sind wir auf den 10. Mai ausgewichen. Dieser Tag gilt als der wohl schwärzeste in der Geschichte unseres Landes.“ Begann doch an diesem Tag durch den Einmarsch der deutschen Truppen eine fast fünfjährige Leidensperiode für die Bevölkerung, so der Bürgermeister. „Nutzen wir also diesen Tag, dieses Datum, als friedliche Symbolik der Freundschaft auf beiden Seiten des Flusses.“

Lob und Anerkennung für den Mut, diesen Tag zu wählen, erfuhren Romain Osweiler und Maria Braun von allen folgenden Rednern. Diese richteten ihre Dankesworte auch an alle Autoritäten und Institutionen für die beispielhafte, grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Gemeinschaftsprojektes, welches auch mittels eines europäischen Förderprogramms bezuschusst werden konnte. Begrüßt wurde die Maßnahme der Verbreiterung der Brücke auf 3,00 m, sodass Feuerwehrfahrzeuge bis 12 t von beiden Seiten die Brücke befahren können. Unter dem Applaus der Ehrengäste und der Bevölkerung wurde dann gleich dreifach das obligatorische Band durchtrennt: einmal das luxemburgische, das deutsche und eines in der Europafarbe Blau mit goldenen Sternen.

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