Dritter Akt im adr-Drama. Der Abgeordnete Jean Colombera hat die adr verlassen. Das sagte er am Freitag in einem RTL-Gespräch. Der Grund: Der Präsident des Nordbezirks der adr, Jeff Engelen, habe in bei einer Komiteessitzung aufs Schlimmste beleidigt.

Engelen, der Colombera im Laufe des Jahres 2013 als Abgeordneter der adr beerben sollte, soll Colombera anlässlich einer Komiteesitzung Colombera als “Drecksvogel” und “dreckigen Hund” beschimpft haben. Das sei der Auslöser für seinen Parteiaustritt gewesen, so Colombera.

Die Partei dementiert

Die Parteiführung bestreitet die Vorwürfe, die Colombera erhoben hat. Die adr dementiere formell die Aussagen von Colombera, heißt es in einem Schreiben am Freitagnachmittag. In der Vorstandssitzung, auf die sich Colombera bezieht und an der auch nicht teilnahm, sei er in keiner Weise diffamiert oder beleidigt worden.

Am Mittwoch hatte Jean Colombera noch angekündigt, er werde das adr-Mandat der Partei überlassen. Nun will er bis 2014 als unabhängiger Abgeordneter im Parlament bleiben. Engelen bleiben demnach die Parlamentarierfreuden erspart.

Die adr, die nach dem Austritt Colomberas noch zwei Parlamentsmandate zählt, fordert den Abgeordnetensitz zurück. Er gehöre der Partei. Colombera sei auf einer Liste entsprechend dem Proporzwahlsystem gewählt worden. Folglich stehen die Mandate der jeweiligen Partei zu.

Auch Mitarbeiter betroffen

Zusammen mit Jacques-Yves Henckes werde er einen Teil des Mitarbeiterstabs der adr-Gruppe übernehmen, sagte Colombera. Der Politiker hatte am Mittwoch ebenfalls angekündigt, 2014 auf einer anderen Liste zu kandidieren, falls er denn gefragt werde.

Henckes hatte bereits vor einer Woche seine Entscheidung bekanntgegeben, aus der adr zu treten.

Tageblatt.lu