21 Prozent der Arbeitnehmer in Luxemburg verfügen als Angestellte eines privaten oder öffentlichen Unternehmens über ein sogenanntes „Home Office“, sprich sie arbeiten mehr oder weniger regelmäßig von zu Hause aus, sieben Prozent tun dies selten und 72 Prozent nie.

Obwohl die entsprechende Studie der Arbeitnehmerkammer angibt, dass besonders oft bei öffentlichen, europäischen und internationalen Unternehmen auf Heimarbeit zurückgegriffen wird, hinkt der Luxemburger Staat bei dieser Form der Arbeitsorganisation dem Privatsektor hinterher, wie Innenminister Dan Kersch unlängst im Rahmen der Auswertung eines entsprechenden Pilotprojekts einräumte.

Heimarbeit wird u.a. von Rifkin im Rahmen seiner für Luxemburg entwickelten Wirtschaftsstrategie als Möglichkeit zur Verhinderung von Verkehr gesehen. Daneben würden sowohl die Produktivität als auch die Lebensqualität durch die Arbeitsform, die in den 1970er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Lösung vieler Probleme angepriesen wurde, gesteigert werden.

Dies ist auch eine Schlussfolgerung oben genannter Untersuchung: Die Konflikte zwischen Beruf und Familie würden entschärft werden, Verkehr mit seinen Risiken und Umweltbelastungen könnte vermieden werden, heißt es da. Die 32 Stunden, die wir durchschnittlich pro Jahr im Stau verbringen, könnten wohl sinnvoller genutzt werden.

Allerdings werden auch vermeintliche und reale Nachteile der Heimarbeit aufgezeigt. Manche Firmenchefs befürchten, dass ihnen die Kontrolle mangels fehlender Überwachung vor Ort entgleiten könnte, die Wissensvermittlung im Büro zwischen Kollegen fehlt, die Gefahr von sozialer und beruflicher Isolierung gegeben ist. Ohnehin sind die meisten „Heimwerker“ dies nicht „fulltime“, haben also auch weiterhin den Austausch mit Kollegen und soziale Kontakte sind nicht ausschließlich vom Job abhängig …

Der Innenminister jedenfalls will den „Télétravail“ beim Staat weiter fördern. Und Potenzial besteht allemal – nachdem 2007 gerade mal sieben Beamte an einem entsprechenden Pilotprojekt teilgenommen hatten, waren es 2017 nun immerhin 100. Auch wenn dies im Verhältnis zu den rund 30.000 Beamten eine verschwindend kleine Gruppe ist, so ist Kersch überzeugt davon, dass das Interesse weitaus größer ist und eine weniger restriktive Formulierung der Antragskriterien mehr Erfolg verspricht.

Klar bleibt, dass es eine ganze Reihe von Berufssparten gibt, für die Heimarbeit nicht infrage kommt. Bus-, Zug- und Lasterfahrer, Produktionsarbeiter, Reinigungskräfte, Beschäftigte des Krankenhaus- und des Pflegesektors, Polizisten, Köche und viele mehr werden auch künftig zur Arbeit fahren müssen – für viele andere eröffnen sich aber neue Perspektiven.

Wenn auch nur 15 bis 20 Prozent der Beschäftigten Heimarbeiter werden würden, dann würde dies verkehrstechnisch bereits sehr entspannend wirken.

5 Kommentare

    • Net nemmen déi, all Persoun, déi de ganzen Dag op der Arbescht virum Schierm setzt. An dat sin déi meescht… Alleng duerch Standardiséirung, kéint ee scho ganz vill Jobs iwwerflësseg maachen.

  1. Majo, da ginn dem Fern an dem Bender hieren Job jo och iwwerflësseg… 🙂

    Wann “déi meescht” de ganzen Daag firum Schiirm sëtzen, froen ech mech waat dat fir welsch sinn, déi een an de Garage gesäit um Auto schaffen, déi d’Häiser bauen, Stroose bauen, Felder beaarbechten asw… asw…

    Här Schneider … ären Artikel widdersprecht sech. Do steet:
    21 Prozent der Arbeitnehmer in Luxemburg verfügen als Angestellte eines privaten oder öffentlichen Unternehmens über ein sogenanntes „Home Office“, ..
    Mat engem “Öffentlechen Unternehmen” kënn dir jo nëmmen de Staat mengen ?? oder ??
    An Ënnen schreift dir dass, laut Dan Kersch nëmmen 100 Léit beim Staat um Teletravail deelhuelen.

    Stinn ech am Bësch oder wat ?

    MbG

    • Ech sot déi meescht, net alleguer. Dat as en Ennerscheed. Sou vill Handwierker an einfach Arbeschter hu mer net. Brauch ee sech jo just d’Wanderschaft an d’Staat vun 7:30-9:30 unzekucken, dat sin alles Sesselfurzer. Handwierker si méi fréi ennerwee.
      D’Zäiten hu sech besse geännert, säit Dir an d’Schoul gang sidd.

  2. Et ass erem wei Emmer. Dei Eng mussen am Chaos fuhren an Anerer bleiwen dohem bei der Picone a kniwelen um Pc wann se wellen. Sie kennen esogur an Vakanz fuhren an do
    so zesoen Schaffen. Wee steht et dann mat der Secherheet vum Dateschutz?…..
    Gur keng Kontrol… wann irgend Een beim Pc nokuckt geseit en Alles. Dest soll dei Escht Barriere sinn. Ann dann nach , dei do Heem schafen hun jo keng Fraien , also keng Frais de Route op der Steierkart zegudd

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