2018 jährt sich die Erstbesteigung des Mount Everest zum 65. Mal. Am 29. Mai 1953 standen Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen auf dem höchsten Berg der Welt. Am Sonntag vor 25 Jahren feierte Luxemburg seine Premiere. Am 1. Oktober 1992 erreichte Eugène Berger das 8.848 Meter hohe Dach der Erde.

Wie die Besteigung des Mount Everest sein Leben veränderte, schilderte Berger im TageblattInterview (Ausgabe vom Samstag/Sonntag). Und auch, wie sich das Extrem-Bergsteigen seitdem verändert hat. In der Tat ist der Everest in den letzten 25 Jahren zum „Treffpunkt der modernen Juxgesellschaft“ geworden, wie Reinhold Messner, der den Berg vor 39 Jahren als erster Mensch ohne Sauerstoffgerät bezwang, sagt.

Anfang der 90er-Jahre begann ein regelrechter Everest-Rush. Wurden zwischen 1953 und 1984 insgesamt 177 Besteigungen gezählt, so waren es 1993 erstmals über 100 und zehn Jahre später erstmals über 200. Im Jubiläumsjahr 2013 erreichten über 600 Bergsteiger den Gipfel.

Viel zu viele für den Berg, der nicht nur mit Müll, sondern auch mit Leichen übersät ist. Rund 280 Todesfälle gab es bisher am Mount Everest, und der „Bodycount“ potenziert sich Jahr für Jahr. Da es bis jetzt keinen Leistungs- oder Qualifikationstest für die Gipfelstürmer gibt und das durch die klimatischen Bedingungen definierte Zeitfenster zum Aufstieg äußerst klein ist, sorgen schwächere Bergsteiger regelmäßig für lebensbedrohliche Staus am Berg.

Es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass immer mehr Menschen glauben, auf dem höchsten Berg der Welt stehen zu müssen. Das Motto „Höher, schneller, weiter“ spielt eine Rolle, auch die Suche nach immer größeren Herausforderungen bzw. Nervenkitzeln. Für viele genauso wichtig dürften aber auch kommerzielle Aspekte sein. Aus der Besteigung des höchsten Berges der Welt lässt sich hervorragend Kapital schlagen. Das Abenteuer Everest ist wie geschaffen für eine Vermarktung in Form von Büchern oder Vorträgen und zudem ein prima Sprungbrett für eine politische Karriere, wie im Fall von Eugène Berger (seit 1994 mit kurzer Unterbrechung in der Chamber), der die Bedeutung seiner Everest-Besteigung wie folgt umschrieb: „Der Mount Everest war der Gipfel meines Lebens und ist es auch immer geblieben. Es war mein Tag. Er hat mein ganzes Leben verändert, ich war danach nicht mehr der gleiche Mensch. Mein ganzer Lebenslauf, beruflich und privat, wurde beeinflusst.“

Berger hatte das Glück, zu einer Zeit aktiv zu sein, in der am Mount Everest das Bergsteigen, also der Sport, im Vordergrund stand. Das heutige „System“ bezeichnet der DP-Fraktionschef als „mafiös“. Die Everest-Agenturen diktieren das Geschehen. Und achten dabei vor allem auf den Profit. Eine Lizenz zum Aufstieg kostet 11.000 US-Dollar pro Person (ca. 8.500 Euro). Wer sie bezahlt, der bekommt alle erdenklichen Hilfestellungen. Ohne diese Hilfestellung wären die „Bergsteiger“ in fünf Minuten am Ende, sagt Berger.

Fazit: Seitdem der erste Luxemburger den Gipfel erreichte, hat sich der Everest von einem Sehnsuchtsort für Abenteurer zu einem reinen Konsumprodukt gewandelt.

2 Kommentare

  1. Parteien ” köderen” geeren sou Persounen wéi den Här Berger fir dann an der Chamber hier Bänken ze fellen. Déi veschwannen dann an der Chamber awer meschtens an der Anonymitéit. Kanounen sin et keng. Dat kennt sech awer lo änneren wann fir déi nächsten Chamberwahlen den ” hellegen” Ändy sn den “séiligen” Frank untréiden. Dat gief och hiert eintönegt Liewen veränneren.

    • Bin ganz ihrer Meinung. Eine lustige kleine Spasspartei, die es stets verstand sich mit fremden Federn und Büffelhörnern zu schmücken, sozusagen eine nette und sympathische Dessert-Partei mit Niveau, leider nicht viel mehr als eine leere Hülse. Erfahrungsgemäß beinhalten diese keinen Sprengstoff und sind daher auch nicht allgemein gefährlich. Gelegentlich schiessen einige ihrer Mitglieder mal mit Platzpatronen in die Luft um die Wählerschaft zu betören oder rufen auch gerne mal “Vive, vive” vor dem grossherzoglichen Palais, aus Anlass von Henris Geburtstage. Ansonsten sind sie zahm wie die Albinos.
      Bei der DP weiss man nicht so recht, ob es sich um eine linke oder rechte liberale Partei handelt. Das haben sie ihren Wählern bis dato beharrlich verschwiegen. Eher ist sie die Vertreterin des Neoliberalismus schlechthin, also dem rauen Dschungel Kapitalismus, Luxemburger Prägung, mit allen bekannten Vor- und Nachteilen für das kleine grossherzogtum. In ihren Reihen fand man einstmals Sportgrössen wie Barthel, Flesch und C. Polfer, die nicht am Himalaya herum klettern mussten um ganz nach oben zu gelangen. Meiner Meinung nach sollte diese Partei sich in „freie liberale Partei“ umbenennen, da sie stets die favorisierte bessere Hälfte der Pfaffenpartei CSV war, mit offener rechtsflanke als willkommene Andockstation.

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