Idealer konnte das Wetter am Wochenende nicht sein: Die Gluthitze der vergangenen Wochen hatte sich verabschiedet, bei angenehmen Sommer- temperaturen feierten Tausende ausgelassen in Stadtbredimus die kultige Weinfete „Picadilly“. Der erfrischende Aperitif auf Basis von Weißwein und Cassis floss in Strömen.

Von Herbert Becker

Schon zum Auftakt am Freitagabend hatte man Mühe, an der „Schleiswiss“ einen Parkplatz zu finden, viele Gäste aus dem ganzen Land nutzten daher auch den vom Veranstalter angebotenen Pendelbusservice, um zum beschaulichen Mosel-Weinort zu gelangen. Die Organisatoren konnten zum Opening gleich 7.000 Besucher vermelden. Eröffnet wurde die Kultfete mit einer After-Work-Party, Andrea Galleti unterhielt mit Rock- und Popklassikern, Popsänger Thierry Mersch präsentierte sein neues Album „Don’t Dream It, Do It* und nach Sonnenuntergang trat die deutsche Coverband For Example auf.

Zum Wein und Crémant, die von den Briedemësser Winzern angeboten wurden, gehörten natürlich auch kulinarische Gaumenfreuden. Hier geht man in Stadtbredimus seit geraumer Zeit auch innovative Wege: Ein attraktives „Food Village“ mit einem Dutzende Foodtrucks bot eine insgesamt große Auswahl an Essen an, darunter sämtliche thailändischen Gerichte, Pizza, Panzerotto, Flammkuchen, Chili con Carne und auch Klassiker wie Grill- und Currywürste. An Bettys Foodtruck trafen wir Premierminister Xavier Bettel in launiger Stimmung. „Dat heiten ass en traditionellt Fest op der Lëtzebuerger Musel“, merkte er begeistert an. „Ech komme gären heihinner, hei begéint een interessante Leit, gëtt gutt ënnerhalen a ka gemittlech e Patt drénken!“ Und freudig zum Personal gewandt: „Jongen, ech huelen eng Lëtzebuerger Grillwurscht mat Lëtzebuerger Moschtert!“

Family Day am Sonntag

Ausgelassen und stimmungsvoll gestaltete sich der Samstagabend. „Erneut volle Hütte“ könnte man sagen, Tausende tummelten sich sowohl im großen Festzelt als auch im Weingarten, also in einem Refugium, das sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut – nicht zuletzt auch wegen seiner attraktiven Ambiance. Die Band Zero Point Five und das DJ-Team Hootenanny heizten ordentlich ein, es herrschte Partystimmung pur. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Animation für Familien. Der Family Day wurde mit einem Jazz-Brunch eröffnet, die Kleinen vergnügten sich beim beliebten „Braddel Babbel“, zusammen mit Thierry Mersch, Kelly Decker und Oke. Das Highlight schlechthin, und das seit nunmehr schon 58 Jahren, war übrigens etwas ganz Traditionelles: das alljährliche Gastkonzert der Escher Stadtmusik vor voll besetztem Festzelt. Der kultige Aperitif Picadilly mit moderaten acht Prozent Alkohol – eiskalt getrunken ein Genuss – stand an allen Festtagen erneut hoch im Kurs, unglaubliche 11.000 Flaschen gingen über die Theke, Winzer und Organisatoren waren mit dem Festverlauf und dem enormen Besucherstrom mehr als zufrieden.


Drei Fragen an …

Nico Vesque
Präsident des „Syndicat d’initiative“
und Stephanie Marx
Vizepräsidentin des „Syndicat d’initiative“

Was macht Ihrer Meinung nach den Reiz und den Charme des Kult-Weinfests aus?
Das Weinfest genießt landesweite Popularität, weil es ein Fest für alle Generationen ist. Jung und Alt feiern hier zusammen in einem einzigartigen Ambiente, im Fokus stehen die Weine der lokalen Winzer und natürlich das Kultgetränk Picadilly. Zugpferde sind u.a. das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm, das „Food Village“ sowie der traditionelle Konzertnachmittag am Sonntag.

Wie viel Vorlauf- und Vorbereitungszeit nimmt die Organisation des Events in Anspruch und wie groß ist Ihr Mitarbeiterstab an den drei Festtagen?
Nach dem Fest ist vor dem Fest. Bereits im Herbst werden die Verträge mit den Bands für das nächste Jahr geschlossen. Das Komitee des „Syndicat d’initiative“ besteht aus 18 Personen, die über Monate mit der Organisation befasst sind. Die Aufbauarbeiten dauern fast eine ganze Woche, rund 150 ehrenamtliche Helfer sind in die Vorbereitungen involviert.

Ihr Fazit des diesjährigen „Picadilly“?
Festkomitee, Winzer und die fünf beteiligten Ortsvereine sind mehr als zufrieden mit dem Ablauf und dem Besucherzuspruch. Das geradezu optimale Wetter für unbeschwerten Weingenuss hat hierzu nicht unerheblich beigetragen.

 

 

1 Kommentar

  1. Ausgerechent fir en „Alkoholdrénkfest“ kréien ech e Flyer hannert de Wischer vum Auto geklemmt. Net nëmmen ass dat ironesch wann een drun denkt, wéi vill Akzidenter ënner Afloss vun Alkohol geschéie mä et nervt och d‘Leit. Op mäi Flyer hat et gereent an e war nëmme nach Bretsch. Vill Leit nerven och déi Reklammen a Matdeelungen a kleng plastifizéiert Käertercher, déi nach ëmme un d‘Autoe gehange ginn. Et geet jo wuel net duer, dass een trotz dem Pechbild op der Bréifkëscht „Keng Reklamme w.e.g.“ ëmmer nach vun onasiichtege Leit awer esou Saachen agehäit kritt? A wat d‘Autoen ubelangt, leie vill Matdeelungen herno um Parking oder soss enzwuerg an d‘Gemengeservicer kënne sech drëms këmmere fir d‘Sauerei ewech ze botzen.

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