Bei den French Open der Damen feiert Ashleigh Barty eine Premiere. Drei Jahre nach ihrer Rückkehr auf die Tennis-Tour und als erste Australierin seit 46 Jahren hat Ashleigh Barty die French Open gewonnen.

Die 23-Jährige aus Queensland ließ am Samstag im Endspiel der 19 Jahre alten Tschechin Marketa Vondrousova keine Chance, setzte sich in 70 Minuten mit 6:1, 6:3 durch und feierte ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Auf seine Premiere bei einem der vier Majors hofft am Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport) auch der Österreicher Dominic Thiem. Der 25-Jährige beendete die Grand-Slam-Siegesserie von Novak Djokovic mit einem 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5-Erfolg im tags zuvor abgebrochenen Halbfinale und trifft nun in einer Neuauflage des Vorjahres-Endspiels auf Rafael Nadal.

“Du hast mir heute eine Lehrstunde erteilt”, sagte Vondrousova bei der Siegerehrung und fasste damit das recht einseitige Geschehen treffend zusammen. Barty ist die erste australische Siegerin in Paris seit Margaret Court 1973. In der Weltrangliste wird sie sich von Platz acht auf Rang zwei verbessern. Die letzte Australierin mit dieser Ranglisten-Position war Evonne Goolagong Cawley im Dezember 1976. “Ich bin ein bisschen sprachlos. Ich habe ein perfektes Match gespielt, ich bin unglaublich stolz auf das, was ich erreicht habe”, sagte Barty nach ihrem dritten Sieg im dritten Duell mit Vondrousova.

Vondrousova praktisch ohne Chance

“Eine neue Königin in Paris” hatte das tägliche Turniermagazin auf der Titelseite angekündigt – denn keine der Finalistinnen hatte je auf einer der vier großen Bühnen gewonnen, keine je im Endspiel von Australian Open, French Open, Wimbledon oder US Open gestanden. Barty kam mit der Situation augenscheinlich besser zurecht und ließ der überforderten Vondrousova praktisch keine Chance.

Nach den US Open 2014 hatte die Junioren-Siegerin von Wimbledon 2011 eine Auszeit vom Tennis genommen, weil ihr die Strapazen zu viel waren und ihr der Sport keinen Spaß mehr machte. Barty spielte unter anderem Kricket bei den Brisbane Heat, ehe sie 2016 ihr Comeback auf der WTA-Tour gab. Sie kämpfte sich von Platz 271 der Weltrangliste zurück in die Weltspitze, gewann in diesem Jahr in Miami das vierte Turnier ihrer Karriere – und jetzt ihr mit Abstand bedeutendstes.

 

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