Der 21-jährige Portugiese Diogo Pimentel steht bei der Ettelbrücker Etzella nicht unbedingt im Fokus, erledigt als Sechser allerdings einen wichtigen Job, die “Drecksarbeit”. Gegen Déifferdeng 03 will er “Wille und Biss” bei seiner Truppe sehen.

Im Alter von 14 Jahren folgt Diogo Pimentel mitsamt Familie dem zuvor alleine ausgewanderten Vater nach Luxemburg. Die ersten Jahre sind kompliziert, geprägt von sprachlichen Problemen in der Schule. Wesentlich besser läuft es bei seiner Leidenschaft, dem Fußball. Seine erste FLF-Lizenz unterschreibt er unmittelbar nach seiner Ankunft in Schieren. Schnell spricht sich herum, wie groß das Potenzial des defensiven Mittelfeldspielers ist.

Ein Wechsel zur Fola scheitert aufgrund von finanziellen Forderungen seiner ersten beiden Klubs: In Portugal hatte Pimentel mit sechs Jahren als Torhüter beim GC Figueirense seine ersten Spiele bestritten, bevor es ihn später, als Sechser, ins größere Ausbildungszentrum des Drittligisten Despertar SC nach Lissabon zog. “Damals war ich enttäuscht, dass der Transfer zur Fola platzte. Mittlerweile sehe ich aber ein, dass ich dort wahrscheinlich nicht die Einsatzzeiten bekommen hätte, die ich jetzt habe. Durch die Saison in der Ehrenpromotion habe ich sehr viel Erfahrung gewonnen.”

“Zu aggressiv”

Zwei Jahre bleibt er in Schieren, bevor er sich für die Etzella entscheidet. Dort weiß man die Qualitäten des jungen Juwels zu schätzen: “Er wird wohl nicht ewig hier bleiben”, formuliert es Co-Trainer Claude Weyland. “Wenn er es schafft, sich noch ein wenig zu verbessern, ist er sicherlich ein Kandidat für eine der vier besten Mannschaften des Landes.” Gemeint ist der erste Pass nach einem gewonnenen Duell, wie er selbst zugibt. Wie man die Zweikämpfe gewinnt, braucht man dem athletischen 21-Jährigen dagegen nicht mehr zu erklären. “Aber ich bin manchmal noch etwas zu aggressiv”, sagt Pimentel. Das brachte ihm in dieser Saison zehnmal Gelb und einmal Gelb-Rot ein. Weyland nahm ihn in Schutz: “Manchmal war das einfach nur Pech. Die Schiedsrichter haben die Fouls der anderen nicht geahndet, er dagegen sah dann sofort Gelb.”

Nach zwei Meisterschaftsniederlagen in Folge, ausgerechnet gegen zwei Abstiegskandidaten, läuten im “Däich” die Alarmglocken. “Es wird langsam heiß … Man merkt es auch. Wir müssen jetzt positiv denken. Wir haben in der Hinrunde bewiesen, dass wir gegen die großen Mannschaften punkten können.”

Brutales Restprogramm

Denn das Restprogramm ist brutal: Mit Déifferdeng 03, Fola, Mondorf, Düdelingen, Strassen, UT Petingen und RFCUL erwarten die Ettelbrücker jetzt nur noch besser platzierte Gegner. “Wenn wir etwas gegen Differdingen erreichen wollen, müssen wir unsere Chancen endlich besser verwerten. Dieser Wille, Zweikämpfe zu gewinnen, die Ersten am Ball zu sein und zu treffen, all das brauchen wir wieder”, sagt Pimentel.

Gegen Düdelingen war dem talentierten “Staubsauger” in der Hinrunde das schönste Tor seiner Karriere gelungen, als er aus über 60 Metern traf. Zuversichtlich, dass es mit dem Klassenerhalt klappen wird, ist er ohnehin. “Wenn wir an uns glauben, ist alles möglich.” Diese kämpferische Einstellung ist es, die man bei der Etzella-Führung so schätzt. Sein Vertrag wurde in der letzten Saison um zwei Jahre verlängert. “Er gibt immer hundert Prozent”, weiß Weyland. “Er ist stark darin, die Räume zuzulaufen und erledigt die Drecksarbeit, ohne zu zögern. Er hat das Potenzial, es bis ganz nach oben zu schaffen.”


20. Spieltag, Sonntag, 14. April, 16.00 Uhr

Strassen – UT Petingen (Hinspiel: 1:3)
Hostert – Jeunesse Esch (Hinspiel: 0:3)
RM Hamm B. – Rosport (Hinspiel: 1:3)
Déifferdeng 03 – Etzella (Hinspiel: 0:1)
Fola – Rümelingen (Hinspiel: 3:0)
Mondorf – Niederkorn (Hinspiel: 1:2)
Düdelingen – RFCUL (Hinspiel: 1:1)

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