Früher

Früher hiess es „Fahren wie Gott in Frankreich“, doch Gott hat in letzter Zeit einen schweren Stand in Frankreich, bei der Göttin wird das anders sein. Die DS gibt ihren Landsleuten das Gefühl zurück, dass man sie um ihre Kreativität und ihren guten Geschmack beneidet. DS früher, das war ein Autoerlebnis für sich, eine Sänfte, die einen weich über den Asphalt wehte, mit Luftfederung und einem Lenkrad mit einer einzigen grossen Speiche und Rückleuchten, die oben am Dach angebracht waren und Sitze, die Passagiere und Spezialisten für Rückenbeschwerden gleichermassen begeisterten.

Und heute

DS heute, das ist automobile Schönheit plus fortschrittliche Technik plus anspruchsvolles Fahrverhalten plus hoher Komfort minus jenes Gefühl, das einen früher Schlaglöcher höchstens erahnen, aber niemals spüren liess. Die DS5 Sport Chic ist imponierend schön und elegant, mit einer verführerischen Frontpartie und einer abgerundeten Heckpartie, der die Männer auf der Strasse nachpfeiffen. Der Innenraum zeigt sich stil- und würdevoll , man sitzt gut und erfreut sich an den vielen Knöpfen, von denen einige so eingebaut sind, dass man sie auch spielend bedienen kann, wenn man sie erst einmal gefunden hat.

Was war mit Jules?

Oma schob ihre Springerstiefel ganz locker über die Türschwelle und entspannte sich auf dem Rücksitz. „Ordentlich Platz und tolle Sitze. Besser, aber nicht so weich wie früher bei der DS von meinem Jules. Der katapultierte mich immer so charmant in die Polster, dass es mich aus den Strapsen haute“, sagte sie mit Wehmut in der Stimme.
Wer weiss, was Jules mit der heutigen DS5 mit dem sauberen 2-Liter Turbodiesel und 180 PS angestellt hätte. Besonders an der „Sport“-Einstellung der wunderbaren 6-Gangautomatik EAT6 hätte er seine helle Freude gehabt. Und am strammen Fahrwerk und der präzisen Lenkung, die Kurvenfahrten zu einem Genuss machen, gerade weil diese DS in puncto Federungs- und Dämpfungsverhalten wie eine leistungsstarke Limousine aufgestellt ist und nicht wie ein Sofa auf Rädern damals. „Jules fand das Fahrwerk gut und, nebenbei, meins auch“, grinste Oma. Da gab es nichts auszusetzen“.

Nichts auszusetzen

An den Verbrauchswerten auch nicht. Wir kamen auf einer Distanz von über 500 km auf einen Durchschnitt von 6,9 Liter, bei zügiger Fahrt auf der Autobahn, unter widrigen Wetterverhältnissen und zur Musik von Jean-Patrick Capdevielle. Dazu verzehrten wir zwei Liter Rotwein, einen Camembert, eine Baguette und ein Päckchen Gauloises (nur die Oma). Das Werk gibt andere Werte an, die nicht vollziehbar sind. Auch nicht mit Gauloises! Oder Gitanes, falls Gainsbourg das hier liest.

msch