Er wird 70 Jahre alt und doch haben die jüngsten Modelle noch keinen Oldtimer-Status erreicht: der Citroën 2CV, bekannt als “Ente”. Von der Fachpresse anfangs belächelt, wurde der Wagen schnell zu einem Erfolgsmodell. Anfangs leistete der luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor noch 9 PS, was sich in 42 Jahren Bauzeit auf 29 PS steigerte und damit mehr als verdreifachte. Die eigenwillige Form dagegen blieb jedoch in ihren Grundzügen stets gleich. 1990 lief in Portugal der letzte 2CV vom Band, die Nummer 3.872.583.

Nach Deutschland kam der 2CV offiziell erst elf Jahre nach seinem Debüt, zu einem Preis, der nur um 100 DM unter dem eines Käfers lag, was den Absatz nicht erleichterte. Zehn Jahre später war die Ente immerhin 500 DM billiger als der Käfer. Eine Ente zu besitzen, war nun eine Frage des Lebensstils. Professoren wie Studenten schaukelten damit gleichermaßen zur Uni. Die höchsten Zulassungszahlen in Deutschland erreichte die Ente
in den 1980ern, mit den Sondermodellen “Charleston” (ab Oktober 1980), “Dolly” (ab März 1985), “I fly bleifrei” (1986) oder der “Sausss-Ente” (1987).

9.990 DM verlangte Citroën für den 2CV im letzten Produktionsjahr. Viele Exemplare hat der Rost ganz schnell aufgefressen. Rostvorsorge gab es bei Citroën nicht, und die Ente wurde von ihren Fahrern zwar geliebt, aber selten gepflegt. Erst gegen Ende der Bauzeit spendierten einige Besitzer dem Kultauto eine Hohlraumversiegelung. Dementsprechend waren in den 1990ern viele Enten für einen dreistelligen Betrag zu haben.

Das hat sich grundlegend geändert. Ein Schnäppchen ist die Ente heute nicht mehr. Die Preise für den 2CV sind in den letzten Jahren überproportional angestiegen. Richtig gute Exemplare notieren die Experten der Classic-Data-Marktbeobachtung heute zwischen 13.000 und 14.000 Euro, unabhängig von Baujahr und Motorisierung.

Dabei gibt es immer mal wieder einige Ausreißer nach oben. So wurde im Januar in Frankreich vom Auktionshaus Osenat ein früher 2CV aus dem ersten Produktionsjahr 1949 für sagenhafte 75.600 Euro versteigert. Ebenfalls im Mutterland erzielte der Versteigerer Artcurial im vergangenen Jahr 53.640 Euro für eine neuwertige Charleston-Ente von 1990.

In einer ganz anderen Liga spielt die Sahara-Ente. Nur 694 Exemplare entstanden von der Allrad-Version mit zwei Motoren. Die Rarität ist meist fest in Sammlerhänden und kommt nur selten auf den Markt. Classic Data notiert das Modell im Zustand 2 für rund 70.000 Euro. Einen Rekordpreis von 172.840 Euro erzielte vor zwei Jahren gar ein originaler 2CV 4×4 mit nur 11.000 km auf dem Tacho.

(Auto-Medienportal.Net)

 

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