Ransomware, also Erpresser-Software, die Computerdaten verschlüsselt und so praktisch in Geiselhaft nimmt, kann Einzelanwender ebenso treffen wie Firmen oder Behörden. Im Mai 2017 hatte ein weltweiter Angriff für Schrecken gesorgt. In Luxemburg waren die Auswirkungen aber wohl nur gering.

Wenn es Krankenhäuser oder Laboratorien trifft, kann schon ein kurzzeitiger Wegfall des Datenzugangs lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Jetzt hat Eurofins Scientific Entsprechendes bekannt gegeben, eine in Luxemburg ansässige Gruppe, die ebenfalls mit vielen sensiblen Daten zu tun haben dürfte: Sie bietet über mehr als 800 Labors in 47 Ländern weltweit bioanalytische Dienste an, vor allem in den Bereichen Lebens- und Futtermittel, Pharma und Umwelt. Sie ist bei Labortests von Nahrung, Tierfutter, Umweltproben und für Pharma, Biotech und Agrarwissenschaft Weltmarktführer.

Am Wochenende des 2. Juni sei “eine Form von Ransomware” entdeckt worden, die zu Störungen “in einigen IT-Systemen führte”, erklärt die Firma, die 1987 in Nantes gegründet wurde und die weltweit inzwischen etwa 45.000 Mitarbeiter hat, die 2018 mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet haben. Nach der “Feststellung des Problems” seien einem Notfallplan folgend viele Systeme und Server von den IT-Teams der Gruppe vom Netz genommen worden, um die Aktivität der Malware einzudämmen, heißt es weiter in der Erklärung.

Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine unbefugte Weitergabe oder einen Missbrauch von Daten. Die betroffenen Eurofins-Gesellschaften informieren die zuständigen Behörden über diesen IT-Vorfall und würden bei allen Untersuchungen zusammenarbeiten.

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