Lange ist Cannabis stets mit Suchtproblemen und Kriminalität assoziiert worden. Das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert – auch in Luxemburg. Dazu beigetragen hat auch das junge Unternehmen “Hempzon”, indem es im Juli die erste Hanfmesse des Landes ausgerichtet hat.

Von Fränk Barone

“Meine eigene Familie hat durch die Messe ein anderes, ein besseres Bild von Hanf bekommen”, erklärt Luca Lopes, der die Firma Hempzon gemeinsam mit Kevin Lopes und Domenico Laporta ins Leben gerufen hat.

Inoffiziell haben die drei Männer “Hempzon” im Herbst letzten Jahres gegründet. Die Hauptziele: über Hanf aufklären und sich mit den verschiedenen Diensten und Anbietern vernetzen. Offiziell wurde “Hempzon” dann im Januar 2019 als Gesellschaft eingetragen. Sitz ist in Kayl.

Die Idee, eine Messe zu organisieren, hatte Luca zum ersten Mal, als er als Freiwilliger in Alicante, einem “Social Club” (Verein für Cannabiskonsumenten), arbeitete. Dort hat er mehr über die Pflanze erfahren. Auch in Portugal, wo Kevin und Luca lange gelebt haben, haben sich die beiden mit dem Thema befasst.

Konkreter wurde es dann, als die drei jungen Männer Anfang dieses Jahres zur spanischen Hanfmesse in Barcelona reisten. Die mittlerweile 16. Edition der “Spannabis” lockt mittlerweile 50.000 Besucher während drei Tagen an.

Mit der luxemburgischen Messe hat “Hempzon” eine einzigartige Plattform zur Vernetzung der Akteure geschaffen. Es sei wichtig, dass es in Luxemburg einen Austausch über das Thema Hanf und Cannabis gibt, betonen die Veranstalter. Viele Professionelle aus dem kommerziellen, aber auch aus dem informativen Bereich, wie z.B. Impuls, Cannamedica, Pipapo oder auch der Hanfverband Luxemburg, machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Und Luca Lopes ist überzeugt: “Die Unterstützung der Gemeinde Düdelingen und die Präsenz von Gesundheitsminister Etienne Schneider haben dazu beigetragen, dass die Hanfmesse einfacher von der Bevölkerung akzeptiert wurde.” Es sei übrigens weltweit die erste Hanfmesse, die offiziell von einem Minister eröffnet wurde. So etwas schafft natürlich Vertrauen in ein Projekt.

Alle drei Organisatoren waren zu Beginn sehr erstaunt über die Offenheit der Politiker gegenüber diesem Thema. “Sicherlich sind die Politiker bei der Hilfe, eine solche Messe zum ersten Mal zu organisieren, ein Risiko eingegangen, denn wir selbst konnten nicht voraussehen, wie die Leute hier in Luxemburg darauf reagieren würden und welche Population wir anziehen würden”, sagt Domenico Laporta.

Die erste Auflage werten die drei zweifellos als Erfolg. In den zwei Tagen fanden über 2.000 Besucher, von der Familie mit Kleinkind bis hin zum Rentner, den Weg in die Halle.

Zweite Hanfmesse wird internationaler

Wie es genau weitergehen soll, wissen die Jungs von “Hempzon” noch nicht genau. Da gibt es viele Ideen, die aber noch konkreter werden müssen. Im Logo des Unternehmens ist das Wort “Re-Educate” zu sehen: Aufklärungsarbeit in Schulen und Lyzeen können sich die drei vorstellen. Wünschenswert wäre auch eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium.

Sicher ist aber schon mal die Planung der Hanfmesse 2020, die erneut in der Fondouq-Halle in Düdelingen stattfinden wird. “Dieses Jahr waren sieben Länder an der Messe beteiligt, nächstes Jahr wollen wir diese Zahl ganz klar toppen”, verkündet Kevin Lopes. “Im kommenden Jahr wollen wir das Ganze noch internationaler anlegen, noch mehr Stände aufstellen und die Messe etwas früher im Jahr organisieren.”

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