„Groof“, ein Dach-Gewächshaus, soll die lokale Lebensmittelproduktion und eine Reduzierung der CO2-Emissionen miteinander verbinden: Im Rahmen eines EU-Interreg-Programms testet Luxemburg, wie gut das funktioniert.

Von Marc Gatti (Text und Fotos)

Unter anderem auf den Dächern des IFSB auf „Krakelshaff“ in Bettemburg soll ein 500 Quadratmeter großes Gewächshaus entstehen. Das soll helfen, gleich in zweierlei Weise CO2 einzusparen: einerseits durch die Verwendung ansonsten nicht genutzter Gebäudewärme und andererseits durch das Recycling von CO2 – das die Pflanzen ja aufnehmen.

Energieminister Claude Turmes („déi gréng“), Kristine Kozlova, technische Beraterin bei der EU-Kommission, Yuriko Backes, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg, und Bruno Renders, Direktor des IFSB („Institut de formation sectoriel du bâtiment“) haben das Projekt jetzt vorgestellt.

Dabei handelt es sich um ein interregionales EU-Programm (“Interreg”, Projektbeschreibung). Neben dem Luxemburger „Greenhouse 4.0“ sind zunächst noch drei weitere in Planung: in Deutschland, Belgien und Frankreich. Mit diesen vier Gewächshäusern könnten zusammen 54 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Eine der großen Herausforderungen bestehe darin, diese Anlagen in das Bautenreglement einzubinden, hieß es auf der Pressekonferenz.

Die Gesamtkosten des Projektes betragen 4,9 Millionen Euro, die mit 2,9 Millionen aus dem Interreg-Programm bezuschusst werden. Die EU unterstützt das Projekt nicht nur beim Bau der vier Gewächshäuser, sondern auch bei deren technischen Verbesserung und Umsetzung.

68 Interreg-Projekte in Luxemburg

Die Interreg-Programme seien eines der wichtigsten Instrumente der EU zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, betonte Turmes. In Luxemburg werden derzeit 68 Projekte umgesetzt, 108 Partner aus dem Großherzogtum kooperieren mit 700 aus anderen Ländern. Die Dauer der Projekte liegt jeweils bei ungefähr drei Jahren, wobei für luxemburgische Partner 25 Millionen Euro zur europäischen Co-Finanzierung genehmigt wurden.

In diesem Zusammenhang erwähnte der Minister das Projekt „A(l)qua-Alzette“. Dessen Ziel sind die Säuberung des Flusses und die Verringerung von Überschwemmungen in seinem Einzugsgebiet. Die Gemeinden Bettemburg, Esch, Kayl, Monnerich, Roeser, Sanem und Schifflingen sowie die „BioMonitor sarl“ sind in das Vorhaben eingebunden. Der Kostenpunkt liegt bei 3,7 Millionen Euro, die EU-Beteiligung bei 40 Prozent.

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