Die Tourismusbranche in Luxemburg boomt. Um dieses Potenzial zu nutzen, stellt die Regierung im Zeitraum von 2018-2022 60 Millionen Euro für die Subventionierung von touristischen Einrichtungen zur Verfügung. Der Gesetzestext für diesen Fünfjahresplan sei schon auf dem Instanzenweg, wie die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Francine Closener (LSAP), im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema verkündete. Profitieren sollen von den Zuschüssen unter anderem Hotels, Campings, Herbergen sowie touristische Attraktionen aller Art. Insgesamt 60 Millionen stehen hierbei über den Zeitraum von 2018-2022 zur Verfügung.

Zum Vergleich: Der erste Fünfjahresplan für die Tourismusbranche trat 1973 in Kraft und belief sich damals auf umgerechnet gerade mal 3,72 Millionen Euro. Im Laufe der Jahre ist die Höhe der Subventionen dann kontinuierlich gestiegen – bis auf die Periode von 2013-2017, wo sie von 50,3 Millionen (2008-2012) auf 45 Millionen hinuntersackten.

Mehr als 18.500 Stellen im Tourismussektor

Dass die finanzielle Unterstützung für den Ausbau der touristischen Infrastruktur des Großherzogtums im Rahmen des nächsten Fünfjahresplans auf ihren historisch gesehen bisher höchsten Stand klettert, sei hierbei Closener zufolge mehr als berechtigt. „Der touristische Sektor ist ein wichtiges ökonomisches Standbein Luxemburgs“, so die Staatssekretärin für Wirtschaft. Laut „World Travel & Tourism Council“ seien nämlich im Jahr 2016 5,1% des luxemburgischen BIP sowie 18.500 Stellen indirekt oder direkt an die Tourismusbranche geknüpft gewesen.

Um auf die geplanten Subventionen zurückgreifen zu können, müssen Hotels und Campings der neuen offiziellen Sternen-Klassifizierung zustimmen. Gemeinden und Asbls wiederum müssen Mitglied bei dem für sie zuständigen „Office régional du tourisme“ (ORT) sein. Ein wichtiger Aspekt des neuen Fünfjahresplans sei Closener zufolge zunächst einmal die Digitalisierung. Akteure im Tourismussektor, die beispielsweise mobile Apps entwickeln oder die Sicherheit ihrer Internetdienste verbessern wollen, können Zuschüsse von bis zu 20% erhalten.

Fokus auf Barrierefreiheit

Dazu wird bei der Subventionierung fortan zwischen urbanem und ruralem Raum differenziert. Akteure des Tourismussektors, die auf dem Land aktiv sind, bekommen Zuschüsse in der Höhe von 20% für ihre Projekte, jene in den Städten wiederum nur 10%. So soll die touristische Erschließung ländlicher Räume in Luxemburg gefördert werden. Ein weiterer zentraler Punkt des Fünfjahresplans ist der Fokus auf Barrierefreiheit. Dem Motto „Tourismus für alle“ entsprechend soll Luxemburg dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, so Closener.

Investitionen in Zufahrtsrampen, Infotafeln in Brailleschrift und so weiter sollen mit Subventionen von bis zu 50% unterstützt werden. Außerdem sieht der Fünfjahresplan finanzielle Hilfen vor, wenn Unterkünfte materielle Schäden beheben müssen, die direkt durch Naturkatastrophen verursacht wurden. Bis zu 50% der Kosten für Reparaturen können hierbei subventioniert werden. Schließlich rief Closener auch noch einmal Gemeinden und Syndikate dazu auf, Projekte einzureichen, die im Rahmen des Fünfjahresplans realisiert werden sollen.

Maxime Weber

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