Der Südwesten Luxemburgs steht nach dem Tornado vom Freitagabend unter Schock. Am Samstag liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Der Großherzog und der Premierminister waren vor Ort. 

19 verletzte Personen, um die 100 unbewohnbare Häuser und Probleme mit den Hochspannungsleitungen. Der Tornado von Freitagabend hat im Südwesten Luxemburgs eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Bei einer Pressekonferenz am Samstagmorgen meinte Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP), der kurzfristig für Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) einsprang, dass es in einer ersten Phase darum gehe, die Schäden zu detektieren, auszuloten, wann die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, und die Stromleitungen zu sichern. Unter den Verletzten sind zwei Schwerverletzte. Eine Person erlitt einen Herzinfarkt und befindet sich in einem kritischen Zustand.

Für die betroffenen Menschen war die Nacht von Freitag auf Samstag keine einfache: 60 Personen, darunter 20 aus Petingen und 40 aus Käerjeng, durften die Nacht nicht zu Hause verbringen. Die meisten kamen in Hotels unter, andere bei Freunden und Verwandten. Am Samstag wurden die Schäden an den Häusern näher unter die Lupe genommen. So sollte entschieden werden, ob sie noch bewohnbar sind oder nicht. Auch Drohnen waren im Einsatz.

Die Menschen wurden aufgerufen, auf keinen Fall in ihre Häuser zu gehen, um nach Wertsachen zu suchen. Einige Hausbesitzer sind im Urlaub und mussten am Samstag kontaktiert werden. Der luxemburgische Handwerkerverband hat indessen mitgeteilt, dass Unternehmen aus dem Bausektor, die an den dringlichsten Arbeiten an den Gebäuden mithelfen wollen, sich bei der Zentralstelle der Feuerwehr in Luxemburg (CGDIS) melden können. Gesucht werden Zimmermänner, Dachdecker und Baubetriebe.

Cactus, der größte Supermarkt in Käerjeng, blieb am Samstag geschlossen. Am Sonntag ist er allerdings wie an jedem anderen Sonntag auch von 8 Uhr am Morgen bis 13 Uhr geöffnet. Das bestätigte ein Verantwortlicher gegenüber dem Tageblatt.

Regierungsrat am Samstagabend

Auch die Hochspannungsleitungen gehören zu den Prioritäten. Der Tornado hat vor den Mästen keinen Halt gemacht, vier sind umgeknickt. Die Leitungen stehen nicht mehr unter Strom, aber noch unter Spannung. Dies ist gefährlich, denn sollten sie reißen, könnten sie gleich einer Peitsche weitere Zerstörung anrichten. Deswegen wurden die umliegenden Straßen großräumig gesperrt. Ein Team der Sotel, der luxemburgischen Stromversorgungsgesellschaft, soll die Leitungen entspannen, damit sie repariert werden können. Es handelt sich um eine Leitung des Stahlriesen ArcelorMittal. In Petingen und Käerjeng funktioniert der Strom.

Neben diesen dringenden Prioritäten wurden am Samstag die Aufräumarbeiten fortgeführt. Die Gemeinde-Arbeiter der beiden Gemeinden Käerjeng und Petingen wurden hierbei von der Armee unterstützt. Ab 10 Uhr am Morgen waren 21 Soldaten mit Spezialwerkzeug im Einsatz. Weitere sollen folgen. Die Armee wird wohl ein paar Tage in den Gemeinden bleiben, um die Menschen und die Gemeinde-Verantwortlichen zu unterstützen. Auch die Polizei ist verstärkt im Einsatz, weil Plünderungen befürchtet wurden. Laut Arbeitsminister Dan Kersch habe es schon entsprechende Versuche gegeben.

Innenministerin Taina Bofferding und Premierminister Xavier Bettel (DP) haben derweil ihren Urlaub abgebrochen. Am Samstagnachmittag waren sie vor Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen und mit Betroffenen zu sprechen. Großherzog Henri hat sie begleitet. Am Abend ist ein außerordentlicher Regierungsrat vorgesehen. Hier werden die Minister das weitere Vorgehen besprechen. Demnächst soll auch eine Info-Versammlung für die Bürger in Petingen stattfinden. Den Käerjenger stehen Busse zur Verfügung, um an der Versammlung teilzunehmen.

42 Kommentare

  1. Wou ass dann di zoustänneg Ministesch? An der Vakanz? An aner Länner kommen d’Ministeren fir vill manner zeréck, do muss doheem net mol sou eng Katastroph geschéien. Bei eis zu Lëtzebuerg gëtt e granzegen Ersatzmann lass geschéckt, deen äusgesäit wéi wann hien aus dem Bett gefall wier. Eng gelungen Aarbechtsopfaassung vu Leit, déi all Mount hir 18 oder 20.000 Euro heem schleefen.

      • Merci fir déi Berichtegung, Här Wildschütz. Als Normalverdinger, dee schonns säit 12 Joer net méi mam Fliiger verreese konnt, vergësst een heiansdo, dass et Leit ginn, déi sech nach kënnen méi wäit deplacéieren. Ech freeë mech fir d’Mme Ministesch. Mer anerer si jo éischter gehaal, doheem Vakanz ze maachen a kréien dëst per “Framing”, “Nudging” asw. permanent schmackhaft gemaach. Wéinst dem CO2, dem Klima an wien weess wat nach alles.

    • Mir brauchen do Leit déi upaken gewinnt sin
      ouni dass een hinne seet wat se mache sollen,
      a keng vun deenen Politiker déi,
      besonnesch zu L, am DAUER-WAHLKAMPFMODUS sin.

    • Sehr geehrter (Real) Trumpist,

      Jeder, sogar der Hof wird noch heute anwesend sein, nur der Gemeindevater von Käerjeng nicht, dieser wird weiter im Urlaub verweilen, da er sehr, sehr weit weg sein soll.

    • Ech mengen jiddereen huet e Recht an Vakanz ze goen och dir @Realist .A wann ech dann ganz weit fort sin an net all Daag e Vol zreck op L.geed waat machen ech dann? Hut dir ierch déi Froo schons gestallt,huelen un net.Dofir net esou schnell iwert anerer jugéieren .

  2. Dass Regierungsmemberen aus dem Congé kommen ass jo nun awer dat mannst wat se machen. Et sollen konkret Decisiounen geholl ginn fir den Leit hier Heiser esou schnell ewei meiglech zouzekreien. Dass dann den traditionnellen Nobel-Katastrophentourismus mat Grand-Duc an Ministeren kënnt ass jo och nach just ze vertrieden. Mais an der iewechter Hierarchie vum gdis ass et un der Zeit dass Konsequenzen gezunn ginn, an Leit mat Kompetenz Posten iwerhuelen. Rezent Feier ob Gadderscheier wor een eenzegen Chaos bis d’Franzousen komm sinn an en Colonel den Kommando iwerholl huet, an d’Situatioun direkt richteg evalueirt hat!

    • @ Ronald: Nobody is perfekt. Auch Sie nicht. Beim Cgdis ! , bitteschön ist sichertlich nicht alles perfekt. (Habe ich selbst schon des öfteren hier kritisiert.) Aber beim Brand im Lager der Kronospan hatten die französischen Einsatzkrafte ganz einfach das Glück, zum richtigen Moment in den Einsatz zu kommmen. Hätte mich übrigens interessiert, wie die ihre Schläuche mit den komischen Bajonett-Kupplungen mit dem luxemburgischen Material zusammengebastelt haben. Was soll der Hinweis auf einen “französischen Colonel”? Wissen Sie, dass seit der vorletzten Reform auch das luxemburgische Rettungswesen nach “militärischen Graden” organisiert ist? Glauben Sie wirklich, dass der französische Colonel das Kommando übernommen hat? Kennen Sie den Grad und das Profil des Obersten CGDIS-Chefs? Welche Kompetenz haben Sie, um diesen extrem schwierigen Einsatz vom Schreibtisch aus so destruktiv zu bewerten?

    • Mat Ärer Remark iwer de CGDIS vu wegen Leit mat Kompetenz hut Dir vollkommen recht. Dat Gelaaber um Radio/Tele ass méi wéi inkompetent. D’Persoun hëllt sech selwer awer fir immens a wichteg.

  3. Eisen Grand Duc soll sein Premier direkt matt
    dohinner huelen,an sech déi Katastroph an de Misere
    vun deenen betraffenen Leit do ukucken.
    Nëtt laang hin a hir laaberen,mais direkt ëppes
    ënnerhuelen,déi staatlèch Hëllef dauert ësou wiesou
    Méint,wann nëtt Joëren.Courage beweisen.

    • Et ass net “sein” (sic!) Premier, an déi “staatlèch” (sic!!!) Hëllef kënnt. De Premier war iwweregens do, déi Leit mussen net simultan do sinn. Scho guer net matten am August, wann all Mënsch an der Vakanz ass.

      • Hei een Zitat vu Wëssenschaftler:
        «Die kurze Antwort ist, dass Wissenschafter keinen klaren Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Anzahl und Intensität von Tornados in den letzten Jahrzehnten erkennen können. »
        An d’Greta seet jo och nëmmen dat, wat Wëssenschaftler schon laang soen!

        • (Tut mit leid, lieber Kommentar-Kontrolleur, aber hier muss ich gleich noch einen Kommentar verfassen, und das auch erst nach einem genaueren Blick)

          Äh also….. Bitte die Quelle des Zitats offenlegen!

          Das Zitat stammt von kaltesonne.de. Dabei handelt es sich um einen Blog von klimaskeptischen Autoren, Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning. Der gute Herr Vahrenholt ist ein ehemaliger Vorstand der Shell AG (!!!) und der gute Herr Lüning ist laut eigener Aussage “Afrika- und Südamerikaexperte bei internationalen Öl- und Gasunternehmen”.

          Ich verweise jetzt einfach mal auf https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Vahrenholt#Energiepolitik_und_Klimaskepsis und spare mir die Mühe, den ganzen Kram dort in eigene Worte zu fassen. Nur kurz: die Fachwelt hat die Gesamtthese der beiden Herren zurückgewiesen, auch wegen Unmengen grober methodischer “Fehler”. Ich hab jetzt um diese Uhrzeit übrigens keine Lust mir die zitierte Aussage noch genauer anzusehen, aber dass sie von zwei Klimaskeptikern kommt, die auf der Gehaltsliste von Ölunternehmen stehen bzw. standen ist schon mal kein gutes Zeichen.

          Übrigens danke fürs Nichtbeheben des Schreibfehlers im Zitat, das hat es etwas einfacher gemacht, den Blog wiederzufinden.

          • Also erst mal: Klimawandel gibt es.

            Zur Tornado Statistik: man kann die nicht für die Bestätigung vom Klimawandel her nehmen weil Tornados nicht mit wissenschaftlichen Methoden gezählt werden können sondern meist auf Augenzeugenberichten beruhen. Fegt ein Tornado um Ösling durch den Wald, wird das meist nicht gesehen, und der Schaden nachher als normaler Sturmschaden behandelt.
            Es werden also nicht alle gemeldet.
            Auf der anderen Seite gibt es jetzt viel mehr Smartphones mit Foto/Video wo man erkennen kann ob es ein Tornado oder Downdraft ist. Dadurch werden wiederum mehr gemeldet, und dann auch doppelt.
            Das macht die Auswertung halt schwierig.
            Aber es gibt ja genug andere Beweise für den Klimawandel, man muss nicht unbedingt den Tornado als Argument anführen. Es wird heisser, mehr Regen, mehr Trockenheit, mehr Sturm.
            Und irgendwann auch mehr Schnee, in Europa, weil der Golfstrom versiegt.
            Dann ist ein lokal begrenzter Tornado das kleinere Übel.

  4. Ob wir eine Spendenaktion ,wie einst bei Notre Dame de Paris, zusammenkriegen um den Betroffenen zu helfen??? Es müssen ja keine 2 Milliarden sein.

  5. “”Die Leitungen stehen nicht mehr unter Strom, aber noch unter Spannung.””
    Daat muss awer een mer erklaeren wei’ daaa geet : Elektresch mat Spannung ohni Stro’um !

    • Bëssen d’Gehier ustrengen 😉 Mat Spannung ass hei déi gemengt déi entsteet, wann eppes gedeent gëtt.

      Wann een déi géif einfach lassschneide géife se wéi eng Peitsch lassfachen a Leit dobäi verletzen oder ëmbréngen. Dee selwechte Problem gëtt et och bei Beem déi duerch e Stuerm ëmfalen. Nom Stuerm Lothar sinn dowéinst eng 14 Bëschaarbechter ëmkomm. Dat ass saugeféierlech.

    • Einfach gesôt. Zitt un engem Lastik, dann es en ënner Spannung. Zitt der elo weider an d’Spannung gëtt ëmmer méi grouss da fiert e futti. Genau dât ass de Fall bei deenen Stroumleitungen. Et ass evident dass Leitungen déi ënner Spannung stin enormt Wuppes hun wann se futti fueren.

    • Es geht nicht um Strom-Spannung sondern um die Zug-Spannung die sich durch die umgefallenen Masten in der Leitung aufgebaut hat. Ist ja mit der Beschreibung der möglichen Konsequenzen eigentlich schon im Text erklärt. Lesen, nachdenken, und dann erst kommentieren . Ist meist ganz hilfreich.

  6. Wie es weitergeht?

    Ich würde sagen, so 250.000 Versicherungen werden auf Sturmschäden aufgerüstet wenn sie dasn nicht schon sind.
    Ein Bombengeschäft für die Versicherungen.

    PS.
    Oder ist das wieder mal ein Fall von ‘too soon’ liebe Redaktion?

  7. Loose mer daat ganzt Gemauls an Gekloos, et geet drem Menschen
    an Nout ze ennerstetzen. Ech sin keen Fan vun FB an co. wärt iwert Roud Kreitz oder soss eng Organisatioun spenden. Trotzdeem Super, waat iwert FB un Geld zesummen komm ass!!!
    Allen Betraffenen Courage an all deenen, dei benevol oder einfach privat matt upaacken.

  8. Fir d’éischt emol, drecken ech denen betraffenen Affer mein Matgefill aus. Eppes verstinn ech net, dat et esou vill Leit gin déi blödsinneg an domm Kommentaren ofgin, aplaz vun den Kommentaren fuert dohinner an helleft, dat as méi gehollef wéi iwert Leit hirzefalen.

    • Mech nerven och déi Leit, déi menge se kéinten hei mol einfach Mataarbechter vum CGDIS beleidegen resp. als inkompetent duerstellen. Wann een dat dobaussen op der Strooss mécht, kritt een de Prozess gemaach! Sans blague, e Gesetz dofir gouf jo richtegerweis vun der Chamber gestëmmt.

  9. Eng dringend Hellef muss kommen vir all déi Leit déi esou uerg
    betraff sinn,vir esou eng Katastroph do kann jo keen,
    den Staat soll direkt do asprangen an ganz unbürokratesch,
    d’Assurancen sollen nett nach laang Gedeessems machen,
    wann an irgend eengem Ausland Katastrophen passéieren,
    dann sinn eis Politiker och séier do fir sech ze profiléieren,
    also d’Aerm erop gestreppt an nett laang gewaart bis daat
    Geld locker gemaach gett.

  10. De Klimawandel feiert zu esou nach seltenen extremen Wiederphänomen.Och wann der viel daat net glewen.Maer waerten et nach all ze spieren kreien! Dei grengste Politik kann daat och net mei stoppen.

    • A weider uewen an de Kommentarer hu mer dann e Specimen dee mengt, e misst och nach en Zitat vun zwee “Wëssenschaftler” zitéieren, déi vun der Uelegindustrie bezuelt ginn an déi behaapten, tëschent der Verännerung vum Klima an den Tornadoe géif et keen Zesummenhang ginn an d’Sonn wier jo haaptsächlech fir de Klimawandel zoustänneg (dixit iwwer d’Sonn op dem Site vun deem d’Zitat hierkënnt).

        • Amplaz do uewen ze äntweren: Je veux bien. Et stéiert mech allerdéngs massiv, wann Zitater vu Sitë geholl ginn, déi vu Leit geschriwwe sinn, déi op der Gehaltslëscht vu gewëssen Entreprisë stinn, an deenen hir Recherche och vu richtege klimaskeptesche Wëssenschaftler carrément refuséiert gëtt. Dat mécht et vläicht hei net onbedéngt méi falsch, allerdéngs léisst et e gewësse Goût, virun allem wann d’Zitat dann och nach ouni Quell do steet. Näischt anescht hunn ech iwweregens och do uewe geschriwwen.

          Par contre… Wou mer grad dobäi sinn… Eise Kolleg “Justus” huet via Zitat behaapt do géif et definitiv kee Lien ginn.
          https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2148364/
          De Résumé ass datt et net onméiglech ass, datt et e Lien gëtt, allerdéngs hänkt et och vu villen aneren Facteuren of. Betounung op “net onméiglech” an deemno ass e komplette Refus vun engem Zesummenhang nach ze beweisen.

          “Aber es gibt ja genug andere Beweise für den Klimawandel, man muss nicht unbedingt den Tornado als Argument anführen.”
          Dat war och net dem “Justus” seng Behaaptung. En huet behaapt, datt e kee Lien tëschent Klimawandel -> méi Tornadoe gëtt, woufir allerdéngs de Beweis feelt.

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