Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier findet lobende Wörter für Luxemburg. Steinmeier ist in Luxemburg vor allem für sein freundschaftliches Verhältnis zu Jean Asselborn bekannt.

Der Bundespräsident lobt Luxemburg und die restlichen deutschsprachigen Staatsoberhäupter für ihre politische Haltung. “Die Staaten, die hier um den Tisch versammelt sind, bewegen sich um eine Linie der Vernunft” und weiter: “Wir leben in einer Welt, in der man das Gefühl hat, dass die Vernunft verloren geht.”

Man muss jedoch nicht weit blicken, um zu verstehen, dass Steinmeier auch auf Deutschland anspielt. Bereits am Dienstag hatte der deutsche Bundespräsident eine gründliche Analyse der Bundestagswahlen gefordert.

“Wahlsonntag hat politische Statik verändert”

“Dieser Wahlsonntag hat die politische Statik in unserem Lande verändert”, so Steinmeier. Er forderte eine intensivere Beschäftigung mit den vielen enttäuschten Wählern: “Woher kommen die Enttäuschungen, die Wut, bei manchen gar der Hass, den wir im Wahlkampf erlebt haben?”

Steinmeier, der sich mittlerweile aus dem politischen Tagesgeschäft heraushält, hatte zudem eine klare Botschaft Richtung AfD, ohne sie aber zu nennen. Scharfe Kontroverse gehöre zur Demokratie. Aber es brauche klare Regeln: Antisemitismus und Fremdenhass seien ein No Go.

Steinmeier befindet sich im Rahmen des Treffens der deutschsprachigen Staatsoberhäupter in Luxemburg. Am Mittwochnachmittag geht es noch in die Philharmonie und ins Mudam.

10 Kommentare

  1. Mich persönlich freut es allemal wenn hochrangige Besucher, Luxemburg mit lobenden Worten würdigen, wie im vorliegenden Fall, denn so häufig geschieht das hierzulande nicht. Diejenigen die sich des Öfteren ausserhalb unserer engen Landesgrenzen bewegen, können von gegenteiligen Erfahrungen berichten. Die Palette kann breit gefächert sein; Steuerparadies, Luxleaks und dergleichen, weswegen das kleine Land schon so manche Ohrfeige einstecken musste. Nicht später als gestern gab es erneut eine Rüge aus Brüssel, vom Europarat wegen der Menschenrechte. War dem Tageblatt immerhin eine Meldung wert. Wie mir scheint hat sich im kleinen Grossherzogtum ein schleichender Euphemismus breitgemacht, also eine subtile Art der Beschönigung von unangenehmen Dingen, immer dann wenn das Ansehen Luxemburgs wieder mit negativen Schlagzeilen bedacht wird.
    In einem Punkt muss man dem Steinmeier Recht geben, wenn er meint dass die Vernunft verloren geht und Hass sich breit macht, möglicherweise auch wegen des Wahlresultates in Deutschland, aber nicht nur. Der sympathische Freund unseres Aussenminister, weiss sicherlich nicht mehr so recht wie Hass zustande kommt, denn damit hat Deutschland immerhin im 20. Jahrhundert, eine lange Erfahrung aufzuweisen. Hass entsteht, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt oder bestraft werden können. Laut Definition ist Hass paradoxerweise eine Kombination aus Vernunft und Gefühl. Es wäre wünschenswert wenn die hiesigen Gastgeber ihm einige gut gemeinte Ratschläge mit auf en Weg geben würden.

    • @Marius Mit Freude lese ich Ihren Beitrag. Erfrischender Kontrast zu diesen Pauschal urteilende Nörglern die dieses Land leider öfters aufzuweisen hat.

  2. “Aber es brauche klare Regeln: Antisemitismus und Fremdenhass seien ein No Go.” Ich denke das ist ein No Go in allen demokratischen Ländern. Allerdings wird Israelkritik, besonders in Israel und ihren Gönnern in den USA und Deutschland mit Antisemitismus und Kritik an politischem Islam mit Fremdenhass verwechselt. Das eine muss das andere nicht ausschließen, das ist bekannt. Diese Form von Hass ist nicht neu, es gibt sie bei einer Minorität in allen westlichen Staaten, und nicht nur dort. Der Fokus auf dieses Thema in Politik und Medien zur Zeit wird leider benutzt, um von dringenden Problemen abzulenken. Ich vermisse eine Diskussion über den Einsatz der NATO Richtung Russland, die Ukrainepolitik, die viele unbeantwortete Fragen offenlässt, die Destabilisierung des Nahen Ostens durch die USA im Interesse ihres nächsten und liebsten Verbündeten, Israel, die Machenschaften von CIA in der ganzen Welt, des Spionagewesen der NSA im Sinne der amerikanischen Wirtschaft unter dem Mantel der Terrorismusbekämpfung, die Ursachen der Flüchtlingswellen, die unnötigen Sanktionen gegen unliebsame Staaten, dies alles wird ungern zum Tagesthema erhoben. Und dann die Wahl in der BRD, wo wichtige Themen nicht wirklich behandelt wurden. Und Herr Steinmeier, sympathisch und Freund unseres Herrn Außenminister, der oben genannte Themen auch gerne unerwähnt lässt, ist Teil dieser Politik, und sonnt sich, wie auch seine Vorgänger in einem Amt, wo man niemand weh tut und von allen geliebt wird, abgesehen von seinem Vorgänger, der besser in seiner Selbstverliebtheit öfters den Mund gehalten hätte zu Themen, die nicht in seinen Bereich fielen.

    • Bravissimo compadre Monavisa. Auch sie gehören zu jenen leichtgläubigen und naiven Zeitgenossen, die vollends überfordert sind, so scheint mir, wenn die Rede vom Islam geht. Zusätzlich zum normalen Islam, gäbe es noch einem Islam “light”, sozusagen für den täglichen Hausgebrauch. Das ist Wunschdenken pur und es wäre besser, all diejenigen politischen Hobby Politiker und andere Dilettanten würden sich mit diesem Thema genauer auseinandersetzen, bevor sie ihre Unkenntnis Publik machen. Es gibt da noch so manches im Gebüsch, compadre Monavisa, nämlich den Islamismus, den islamischen Fundamentalismus, den politischen Islam und den Salafismus, nicht zu vergessen den islamischen Terrorismus zur Durchsetzung von politischen Zielen dieser Weltanschauung.
      Dann endlich manifestieren sich, in ihren grauen Zellen wieder diese lästigen Plagegeister, wie die NATO, die CIA, der FBI, die NSA, Israel, der nahe Osten, die Flüchtlingswellen usw. Leider vermissen sie eine Diskussion, über all dies, sie Ärmster. Welche Diskussion meinen sie eigentlich? Dann zu guter Letzt erregt noch der brave Steinmeier ihre Aufmerksamkeit, einer von denen die auch ihren Job der Mutti Merkel zu verdanken haben. Ein bisschen viel auf ein mal, glauben sie nicht. Kreisen ihre Gedanken ständig um scheinbar unlösbare Probleme? Können sie einfach nicht abschalten und loslassen, oder wo liegt ihr Problem?

      • Werter Marius, ich lese mit viel Interesse Ihre Kommentare. Sie sind offensichtlich jemand mit großen Kenntnissen in manchen Bereichen, aber die Bissigkeit Ihrer Kommentare auf andere Meinungen bestätigt mich wieder in der Erkenntnis, dass Wissen und gute Manieren nicht immer zusammengehören. Ich bin keineswegs Ihr compadre, wahrscheinlich könnte ich, der noch im Krieg geboren ist, Ihr Vater sein. Allerdings, so wie ich Sie einschätze, bei allem Respekt, freue ich mich, dass ich es nicht bin. Und Leuten wie Sie, die Ihren Frust so gerne an anderen Mitmenschen auslassen, ist die Ursache, dass ich lieber unter einem Synonym meine bescheidene Meinung zu besten gebe. Es steht dem TB frei sie zu veröffentlichen oder auch nicht. Sicherlich werden manche ihre Freude daran haben, wenn Herr Marius in absichtlich ätzender Form Zeichen eines vermeintlich besseren Wissens kundtut, was ihn sicherlich sehr befriedigt, und ihm eine gewisse Ähnlichkeit verleiht mit einem bekannten Anwalt, dessen Polemik sich gerne in wenig höflichen Formen ausdrückt.

        • Der Ton in der Rückäusserung mag etwas problematisch gewirkt haben, wie sie mir nahe legen, sollte aber nur eine Richtigstellung auf ihre fehlerhaft konstruierte Behauptung sein. Eine direkte Parallele zwischen Hass und NATO, CIA, Destabilisierung des nahen Ostens durch die USA und dergleichen (?) herzustellen, ist eine zutiefst bösartige und billige Polemik. Das ist sehr unfair von ihnen, Herr Monavisa.
          Nichtsdestotrotz gelobe ich Besserung. Gruss – Marius.

          • Gut, angenommen. Die so unfair betroffene Regierung wird sich einen Deut um einen Kommentar von mir scheren, vielleicht auch von Ihnen, aber ich gebe gerne zu, was Sie betrifft, möglicherweise eher nicht. Was mich angeht, so würden sie sagen, hätten sie überhaupt Kenntnis genommen: Who the hell is he, anyway who cares? Wer da glaubt, ich hätte etwas gegen Amerika im allgemeinen, der irrt sich. Im Gegenteil, ich schätze das Land sehr, das habe ich öfters betont, allerdings was die jeweiligen Regierungen in ihrer Außenpolitik anstellen, speziell im Nahen Osten, findet meine Sympathie nicht. Sie, Herr Marius, auf meine Quellen aufmerksam zu machen, fürchte ich, würde wieder zu heftigen, wenn auch etwas gewählteren Formen der Erwiderung führen. Darum lasse ich es lieber. Ich werde auch weiter Ihre Kommentare mit viel Interesse verfolgen, und wohl öfters denken, manches sehe ich anders. Meinungsverschiedenheiten in der Demokratie sind wie das Salz in der Suppe. Gruß – Monavisa.

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