Fastnachtsmusik und gute Stimmung in der nicht sehr gut besetzten Opel Arena
in Mainz. Die Rahmenbedingungen für das Bundesliga-Debüt von Leandro Barreiro waren gestern Abend gegeben. Der 19-jährige luxemburgische Nationalspieler kam von Beginn an im zentralen Mittelfeld zum Einsatz und lief mit der Nummer 35 im blau-weiß-rot-orange karierten Faschingstrikot der Mainzer auf.

Auch der Eurosport-Kommentator zeigte sich vor Spielbeginn sehr verwundert über den Einsatz des Talents in der Startelf. „Und jetzt machen wir ganz große Augen. Leandro Barreiro Martins kommt zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Normalerweise läuft der bei den A-Junioren auf, heute wird er ins kalte Wasser geworfen. Aber – und das muss man erwähnen – er ist Nationalspieler in Luxemburg“, lautete die Ansage von Tobias Fischbeck.

Kecker Beginn

Barreiro traute sich bereits nach sechs Minuten erstmals in den Strafraum der Leverkusener. Aber seine Flanke wurde abgeblockt. Fünf Minuten später gab der Luxemburger gar seinen ersten Schuss ab. Dieser landete jedoch in den Wolken. Bereits nach weniger als zehn Minuten stand es 1:1 zwischen den favorisierten Leverkusenern und den Hausherren. Bellarabi (5.) und Quaison (9.) hatten getroffen. Bayer übernahm in einem sehr offensiv geführten Spiel danach das Kommando und spielte sich teilweise in einen Rausch. Brandt, Bellarabi und Bailey waren den Mainzern in puncto Spritzigkeit und Torgefahr deutlich überlegen. Mainz und Barreiro liefen dem Spielgerät fast nur hinterher. Nach 45 Minuten hatte der junge Luxemburger 15 Ballkontakte vorzuweisen, aber er und seine Teamkollegen lagen bereits mit 1:4 in Rückstand.

Überraschend

Zu erwarten gewesen war der Einsatz von Barreiro gestern Abend nicht. Der Luxemburger kam in den letzten Monaten ausschließlich bei den A-Junioren zum Einsatz, bei denen er einer der Führungsspieler ist. Nur zu Beginn der Saison stand er am zweiten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg im Aufgebot der Profimannschaft. In diesem Winter konnte er wegen schulischer Verpflichtungen nur einen Teil der Vorbereitung mit der ersten Mannschaft absolvieren. Doch wegen leichter Verletzungen bei den Mainzer Mittelfeldspielern Jean-Philippe Gbamin, Danny Latza und Jonathan Burkhardt rutschte Barreiro gestern in die Startelf.

Klare Sache

In der Pause stellte Mainz-Trainer Sandro Schwarz von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Barreiro blieb im Spiel, musste aber mit ansehen, wie die stark aufspielenden Leverkusener nach rund einer Stunde Spielzeit das 5:1 durch Brandt erzielten. Es blieb bei diesem Ergebnis. Durch diesen Erfolg schaffte die Werkself den Sprung auf die Europa-League-Plätze, während Mainz 05 derzeit auf Rang elf steht.

Barreiro blieb bei seiner Premiere von einer Auswechslung verschont und konnte sich seinem Publikum über 90 Minuten zeigen. In der Schlussphase kassierte er noch eine Gelbe Karte nach einem harten Luftduell mit Baumgartlinger.

Der sechste Luxemburger

Der ehemalige Jugendspieler des FC72 Erpeldingen und des RFCUL ist erst der sechste Luxemburger, der in der ersten deutschen Liga zum Einsatz kommt. Jeff Strassers letzter Einsatz mit Borussia Mönchengladbach liegt fast 13 Jahre zurück. Der heutige Fola-Trainer kam für die Fohlen und den 1. FC Kaiserslautern auf 194 Partien (10 Tore) in der Bundesliga.

Davor vertraten Manuel Cardoni (Bayer Leverkusen/1996- 1998/1 Spiel, kein Tor), Roby Langers (Borussia Mönchengladbach/1980-1983/3 Spiele, kein Tor), Nico Braun (Schalke 04/ 1971-1973/35 Spiele, 14 Tore) und Antoine „Spitz“ Kohn (Karlsruher SC/1954-1958/66 Spiele/32 Tore) die luxemburgischen Farben im Nachbarland.

Barreiro ist jedoch der jüngste Luxemburger, der in der Bundesliga zum Einsatz kam. Der 19-Jährige zählt zu den größten Talenten bei den 05ern, soll für die Zukunft behutsam aufgebaut werden und wird in den kommenden Jahren mit Sicherheit ein Grund für den einheimischen Fußballfan sein, der Opel Arena in Mainz einen Besuch abzustatten.

Statistik:

Ballkontakte: 27

Schüsse:1

Fouls: 1

Fehlpässe: 2

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