Das Gesetz zur Anerkennung der Osteopathen ist am Mittwoch in der Chamber verabschiedet worden.

Von unserer Korrespondentin Lynn Wolff

Die Osteopathie hat ihren Ursprung in den USA und wird seit mehr als 130 Jahren praktiziert. Ziel dieser Alternativmedizin ist es, gestörte Funktionen des Organismus wieder herzustellen, um somit Schmerzen zu behandeln. Beispielsweise kann die Osteopathie bei Rückenleiden, Migräne, Verdauungsstörungen oder Haltungsschäden angewendet werden. Am Mittwoch wurde in der Abgeordnetenkammer über das Gesetz zur Anerkennung der Osteopathen abgestimmt. 55 Abgeordnete haben sich für die Einrichtung einer rechtlichen Basis ausgesprochen.

Neben den Physiotherapeuten und Ernährungsberatern wird der Beruf des Osteopathen damit als 21. Gesundheitsberuf im Großherzogtum anerkannt. Fünf Abgeordnete haben sich bei der Abstimmung enthalten – oder besser gesagt vier. Denn wie Marc Lies (CSV) auf Nachfrage hin mitteilt, hat er die Abstimmung verschwitzt. Er ist schlichtweg zu spät im Parlament erschienen.

CSV-Abgeordnete Nancy Arendt erklärt ihre Enthaltung mit der Begründung, dass das Gesetz nicht im Detail durchdacht sei: “Die Osteopathie soll als eigenständiger Berufsstand anerkannt werden.” Sie kritisiert den Fakt, dass Patienten womöglich in Zukunft ein ärztliches Rezept vorweisen müssten, um die Dienstleitung eines Osteopathen von der nationalen Krankenkasse (CNS) erstattet zu bekommen. Jeder müsste einen Osteopathen konsultieren können – unabhängig von seiner Finanzlage.

Neben Nancy Arendt haben sich zudem ihre Fraktionskollegen Jean-Marie Halsdorf und Martine Mergen sowie der DP-Abgeordnete Alexandre Krieps enthalten. Damit wurde der Grundstein der gesetzlichen Anerkennung der Osteopathen gelegt. Jedoch werden erst jetzt die Diskussionen um die Detailreglung losgetreten. Die “Association luxembourgeoise des ostéopathes” (ALDO) hat sich bereits klar positioniert und eine Forderung an Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) gerichtet.

Der Osteopathen-Verband verlangt ein unabhängiges Arbeiten von den Ärzten, so ALDO-Präsident Jean Bofferding. Das heißt, dass Patienten weiterhin ohne ärztliches Attest die Dienstleistung des Osteopathen beanspruchen können, jedoch die Kosten der Sitzungen von der CNS übernommen werden. Laut Bofferding hat die Gesundheitsministerin dieser Forderung bereits zugestimmt, mit Einschränkungen für Kleinkinder und Patienten mit Problemen an der Halswirbelsäule. Allerdings wollte Mutsch am Mittwoch in der Chamber auf Nachfrage der Parlamentarier nicht näher darauf eingehen.

2 Kommentare

  1. “ein unabhängiges Arbeiten von den Ärzten”
    Nur zusammen mit einem Arzt ist die Osteopathie sicher und effizient. Unerkannte schwerwiegende Probleme müssen durch eine Diagnose (Radio, IRM,…) vorab geklärt sein genau wie beim Physiotherapeuten auch.
    Die Krankenkassenbeiträge/budget steigen natürlich mit jeder Erweiterung der Leistungen. Ich befürchte, dass sich allerlei andere alternative Praktiker melden um auch in den Genuss der staatlichen Anerkennung zu kommen.

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