Luxemburg hat ein neues Tierschutzgesetz. Der Text wurde am Mittwoch einstimmig von den Parlamentariern angenommen. Mit dem neuen Gesetz gesteht Luxemburg als zweites Land nach der Schweiz Tieren eine Würde zu, die es zu schützen gilt. “Früher wurden Tiere als Arbeitsgerät oder Transportmittel eingesetzt”, sagte der zuständige Landwirtschaftsminister Fernand Etgen vor den Parlamentariern. Heutzutage sehen Besitzer ihre Tiere nicht mehr als Sache, sondern als Lebewesen an, so der Minister weiter.

Mit der Einführung der Würde der Tiere im Gesetz rücke man ein Stück weit ab vom Anthropozentrismus, das heißt, es dreht sich nun nicht mehr alles nur um den Menschen, erklärte der Berichterstatter des Gesetzes, Gusty Graas (DP). Neuerungen im Gesetz sind – neben der Würde – folgende Verbote: Tiere dürfen nun nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden, sexuelle Handlungen dürfen nicht mehr an ihnen vorgenommen werden, sie dürfen nicht mehr Preis eines Gewinnspiels sein und auch nicht rein ihrer Haut oder ihres Pelzes willen gezüchtet werden. Tiere müssen nun auch vor der Schlachtung betäubt werden. Die Jagd und die Fischerei sind hiervon ausgenommen.

Daneben, das unterstrichen die Redner am Mittwoch in der Chamber, sieht das neue Gesetz höhere Strafen vor. In Bezug auf Straftaten habe es vorher Defizite gegeben, sagte der Minister in seiner Rede. Manchmal habe die Polizei nicht genug in der Hand gehabt, um gegen Tierquäler vorzugehen. Richtern hätten indes die Mittel gefehlt, um Tierquäler zu bestrafen. Das neue Gesetz sieht empfindliche Strafen vor, die in besonders harten Fällen bis zu drei Jahre Gefängnis oder 200.000 Euro betragen können. Inspektoren können nun auch eine gebührenpflichtige Verwarnung ausstellen. Das Gesetz bezieht sich ausschließlich auf Wirbeltiere und Kopffüßer.

27 Kommentare

    • Fische sind die ältesten Wirbeltiere, zu denen außerdem die Amphibien oder Lurche, Reptilien oder Kriechtiere, Vögel und die Säugetiere gehören. Namengebendes Kennzeichen ist die Wirbelsäule, die den gesamten Körper durchzieht.

      • Stehe voll dahinter! Wir MÜSSEN für die Rechte der Tiere weltweit! kämpfen. Tiere sind Lebewesen mit den gleichen Empfindungen wir wir. Aber wir behandeln sie oft wie der letzte Dreck. Auch Aktionen in der Schule wären schon ein weiterer Schritt

  1. “… vor der Schlachtung betäubt werden. Die Jagd und die Fischerei sind hiervon ausgenommen.”

    Köstlich.
    Aber im Ernst, der große René Descartes lag sicher falsch als er mit seiner Behauptung,Tiere hätten keine Gefühle eine Freikarte zur Vivisektion vergab und tausende Tiere elend zu Tode gequält wurden. Wenn wir jetzt noch der Massentierzucht ,wo Kälber sofort vom Muttertier getrennt werden um in Plastikkontainern von 1.5×1.5 Metern zu Mastkälbern werden und mit Turbofutter auf Kilos getrimmt werden,dann,ja dann……

  2. Een container vun 1,5×1,5 meter endsprescht den gesetzlesche moosen , an et ass och net verbueden een kalef vun der kouh fort ze huelen. Och nohm neie gesetz se mer do an den normen.

  3. Endlech Emol en Gesetz mat senn hoffen elo dass och emol déi ganns geftstréeeten ďéi henn an Katzen zu kénzeg an emgéichent Emmer Erem vergeften emol richteeg gestroft ginn an emol e pur joer setzen Gin dorfir suessemer klemes f
    Get jo elo faerdech

      • Schön ein Schritt vorwärts….
        Aber die Gesetze sollten auch durch geführt werden. Nicht nur als Theorie stehen.
        Wo kein Kläger ist wird nicht kontrolliert…..
        Nach Verwahrnungen wird zu lange zugewartet bis zur nächsten Kontrolle. Da müssten wenn schon offiziell beglaubigte Personen dabei sein.
        Die Kontrolleure wovon es eh zuwenige hat müssten offiziell beglaubigt sein resp. vom ganzen nicht nur eine evt. Ahnung haben sondern auch dazu ausgebildet sein.
        Gerade bei den Grosstieren Pferde, Rinder, Nutztiere allgemein die bei ANIS, Schweiz, gemeldet werden müssen wäre es so möglich diese Halter, Betriebe in die Kontrollen aufzunehmen.
        Solange das Geld aber nur in der Verwaltung bleibt statt in Taten…. Kontrolleure usw. wird nicht viel geändert werden…leider dito oben😟

  4. “Kopffüssler”, steht wierklech esou am Gesetz? Dat sin Tëntefësch, sin do nët vläit éischter “Gliederfüssler” also Homardë gemengt?

  5. Es freut mich sehr, dass die luxemburger Regierung auch endlich aufgewacht ist. Dieses Gesetz gibt es in Deutschland “schon” seit mind. 2006 glaub ich. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber längst überfällig und noch sehr ausbaufähig. Ich wünsche Luxemburg mehr Erfolg bei der Kontrolle und Durchsetzung als das leider bei uns der Fall ist. Tierhalter müssen registriert sein, Veterinärämter handlungsfähig und Tierärzte unabhängig sein. Und vor allem wünsche ich mir, dass unsere Volksvertreter auch für eine EU-weite Einhaltung sorgen; da hat nämlich niemand die Courage aufzustehen! Verbietet bitte die Tiertransporte, denn sie stehen im vollem Widerspruch zu diesen Gesetzen.

    Danke

  6. Es ist schnell zu Papier gebracht. Wer kontrolliert, ob es eingehalten wird? Veterinärämter sind hoffnungslos überfordert, weil unterbesetzt. Um Strafen auszusprechen, muss ein Tierschinder vor Gericht . Zeugen müssen sein, die bestätigen, dass eine Tierquälerei vorliegt. Es gibt unendlich viel zu tun. Aber in 40 Jahren ehrenamtlichen Tierschutz musste ich erkennen, dass ein Gesetz odeer eine Verordnung das eine- die Umsetzung eine andere ist. Als das Tierschutzgesetz in Deutschland Verfassungsrang bekam, haben Tierschützer und Tierfreunde gejubelt. Und was hat sich für die Tiere geändert und verbessert? Nichts! Das positive, was ich sehe, dass sich Politiker überhaupt mit unseren Mitgeschöpfen befassen und sich Gedanken machen. Wollen wir hoffen, dass es den Tieren einen Vorteil bringt. Ilse Toth, Tieroase Heuchelheim, Hessen

  7. “Tiere dürfen nun nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden…” , ernsthaft ? Keine Fleischtierzucht mehr, denn fleischproduzierende Tiere wie Schweine und Kühe werden aus rein finanziellen Gründen geschlachtet. Oder ist dein Schnitzel an Altersschwäche gestorben ?

  8. […] 📢 Tolle News! Luxemburg hat seine Tierschutzgesetze nach dreißig Jahren aktualisiert, einschließlich eines Verbotes von Pelztierzucht! Das neue Gesetz wurde am 6. Juni einstimmig verabschiedet und soll dazu beitragen, den Schutz aller Tiere im Land zu stärken. Nach Norwegen (im Januar 2018) ist Luxemburg das zweite Land in diesem Jahr, das die Pelztierzucht verboten hat. 🎉 ➡️ http://www.tageblatt.lu/headlines/neues-gesetz-luxemburg-gesteht-tieren-wuerde-zu/ […]

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here