In fast genau drei Jahren wird die Expo2020 in Dubai ihre Tore für das Publikum öffnen. Die zuständige Kommissarin Maggy Nagel zeigte sich gestern bei der Unterzeichnung “sehr zufrieden”, ja sogar “stolz” über die Teilnahme des Großherzogtums. Auch  Wirtschaftsminister Etienne Schneider konnte in dem Moment der Unterschrift etwas “ganz Wichtiges” erkennen. “Nicht, weil wir das erste Land sind, das den Teilnahmevertrag unterschrieben hat”, sondern, weil das Thema der kommenden Ausgabe “Luxemburg bewegt”. Bei der Expo in Mailand sei das Thema nicht so interessant gewesen, dass sich eine Teilnahme gelohnt hätte.

Das Thema, das Luxemburg bewegen soll, lautet: „Connecting Minds, Creating the Future“. Die Nachhaltigkeit – Stichwort Rifkin – wird also der Punkt sein, um den der luxemburgische Pavillon gebaut werden wird. Luxemburg ist der erste von insgesamt 140 Staaten, die ihr Interesse an der Expo in Dubai bereits bezeugt und formalisiert haben. Die Teilnehmer wollen sich der Welt im besten Licht präsentieren. Als Erstunterzeichner konnte sich das Großherzogtum einen besonderen Platz auf dem Areal sichern.

Arbeiten beginnen im Januar 2019

Die Kommissarin freute sich, dass mit dem vom Architektenbüro Metaform entworfenen Gebäude schließlich ein „sehr schönes Projekt“ zurückbehalten wurde. Man braucht alle fünf Sinne, um das Gebäude zu entdecken. „Die Gastronomie ist ganz wichtig“, so Nagel. Doch bis die ersten Besucher das kleine Stück Luxemburg in der Wüste auf der Arabischen Halbinsel entdecken können, wird die Sonne über dem Areal noch lange scheinen.

Die Bauarbeiten werden erst im Januar 2019 beginnen. „Wir rechnen damit, dass innerhalb von 18 Monaten alles fertig ist“, sagt Nagel. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 wird der Pavillon vorbereitet werden, um dann rechtzeitig fertig zu sein, wenn die ersten Besucher am 20. Oktober 2020 auf das Expo-Gelände gelassen werden.

Unsere Fotografin Isabella Finzi reist mit und liefert Eindrücke aus der Wüstenstadt. 

31 Millionen Euro Kosten

Nichts ist umsonst. Die Kosten schätzte Bautenminister François Bausch auf rund 31 Millionen Euro. „Wir haben festgestellt, dass der Bau in Dubai rund 10 bis 15 Prozent teurer wird, als wenn der Pavillon in Luxemburg gebaut würde“, so der Minister. „Wir konnten diese Mehrkosten jedoch neutralisieren.“ Andere Quellen sprachen gar von 30 Prozent mehr. Laut Etienne Schneider wird die Finanzierung jedoch diesmal anders gehandhabt werden, als das bisher der Fall war: „Wir werden mit der Post, der ‘Chambre de commerce’ und der SES nur drei kommerzielle Partner haben.“ Jedes dieser Unternehmen werde 2,5 Millionen Euro zum Bau beisteuern.

Zusätzlich erwartet der Wirtschaftsminister um die 6 Millionen Euro, die der Verkauf des Pavillons der Expo von Schanghai einbringen wird. „Dies drückt die Kosten“, so Schneider. Ganz im Einklang mit dem Thema Nachhaltigkeit, wird dem Gebäude nach der Expo ein zweites Leben ermöglicht werden. „Wir werden ihn abbauen und in Luxemburg wieder aufbauen“, so Schneider. „Dort wird er dann die Zentrale der noch zu gründenden luxemburgischen Weltraumagentur.“

Schwerpunkt auf Space Mining

Was in dem Gebäude zu sehen sein wird, steht auch schon in den Grundzügen fest. „Wir wollen die Zukunftsvisionen unseres Landes erklären und einen Schwerpunkt aufs Spacemining legen“, meinte Schneider. „Dies zusammen mit einer Darstellung unserer Heimat.“ Dies sei „Nation Branding par excellence“.

Bei der Pressekonferenz war aber auch das Los derjenigen, die in der Gluthitze der Wüste schwitzen werden, um den Bau rechtzeitig fertigzubekommen, ein Thema. Die Verantwortlichen hätten eine Charta erstellt, die jedes Unternehmen unterschreiben muss. „Die Emiratis wollen auf jeden Fall verhindern, dass ihre Expo mit Skandalen in Verbindung gebracht wird“, so Schneider.

Überall wird Sand sein

Nach der feierlichen Unterzeichnung wurde die luxemburgische Delegation um Maggy Nagel in einem Bus über das Areal gefahren. „7.000 Arbeiter sind aktuell auf dem 4,4 Quadratkilometer großen Areal beschäftigt, bald werden es 30.000 sein“, so die Verantwortliche, die die Delegation begleitete. Zu sehen war neben vereinzelten Arbeitern und Baumaschinen vor allem Sand. Nur einzelne zentrale Gebäude sind schon im Rohbau.

Die Verantwortliche erklärte den Luxemburgern, dass das benötigte Wasser aus Entsalzungsanlagen stammen wird. „Eine luxemburgische Firma ist daran beteiligt“, wusste Maggy Nagel. Auch der Strom wird zu 25 Prozent aus Sonnenenergie gewonnen werden – einen Mangel daran gibt es in der Wüste wahrlich nicht. Auf die Frage, was gegen eventuelle Sandstürme unternommen wird, meinte die Begleiterin, dass auch auf dieses Risiko geachtet werde. „Wir leben jedoch in einer Wüste, wir können nicht verhindern, dass überall Sand sein wird.“

16 Kommentare

  1. Luxlisch; Audrücke der Abgehobenheit, oder was will die Regierung damit bezwecken? Nation branding; Connecting Minds; Creating the Future; Sustainabilty, und last bat not least space mining. Alles ausgeliehene Vokabeln aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch, welche dazu beitragen sollen, Vertrauen in das kleine Grossherzogtum positiv zu beeinflussen. Der Luxemburger Elite ist zu diesem Themenkreis nichts besseres eingefallen als mitten in der Wüste, einige ihrer futurologischen Aktivitäten ins Schaufenster eines sündhaft teuren Pavillons zu stellen, indem sie mindestens 30 Millionen von Euronen im skandalträchtigen Dubai verbraten, nur um den Beduinen Luxemburg näher zu bringen. Hoffentlich gibt es keinen Sandsturm. (?) All dies widerspricht einer rationalen Denkweise, und lässt ein gerüttelt Mass an Grössenwahn und Überheblichkeit vermuten.

  2. WAS MACHT DAS GELD NICHT ALLES, BEKOMMEN DIE ARBEITER LXEMBURGER LOHN ODER DUBAI LOHN ::WIE SIND DIE SOCIALSTANDARDES : WIE GESAGT( GELD STINK NICHT)

  3. 30000 Arbeiter, dann müssen wieder indische Sklaven her, Maggy wird schon darauf achten, dass es denen gut geht.
    Wie ist es um das Pavillon in Schanghai bestellt? Viel wurde nach der Ausstellung darüber nicht mehr berichtet. Der “Schrotthaufen” sollte doch der Betreiberfirma für 5 Jahre überlassen werden. Verkauf an wen?
    Übrigens, die beiden auf dem Foto, das ist eine Fotomontage, es handelt sich hier um ein und den selben Mann! 🙂

  4. „Wir konnten diese Mehrkosten jedoch neutralisieren.“und wie soll das den funktionieren das wäre das erste mal das ein Projekt vom Staat günstiger würde als geplant. Nur warme Luft frage mich ober der nicht manchmal selbst überrascht ist wenn er hört was raus kommt wen er den Mund aufmacht .

    • “100 % wären möglich”. Ja, vielleicht bei den Beduinen, um ihr Couscous zu zubereiten, und möglicherweise solange die Sonne scheint. Ohne “Sonne” keine “Wonne”, liebe Lucy. Ohne “Wind” keine “Wende”. Zu ihrer Info. In einem grösseren Stromnetz müssen mindestens 50 % Basisstrom vorhanden sein, ansonsten sie eine grossflächige Stromverteilung vergessen können. Schauen sie mal nach, wie dieser Basisstrom zustande kommt.

      • Weiss ich bereits. Grundlast Versorgung und Ähnliches sind keine Fremdwörter. Trotzdem: 25% im Wüstenstaat sind bei weitem kein ehrgeiziges Ziel. Speicherung von Strom mittels Betonkugeln wären zB. . ein Ansatz. Die Emiraties blenden lieber.

  5. “Bei der Expo in Mailand sei das Thema nicht so interessant gewesen, dass sich eine Teilnahme gelohnt hätte.”
    Wer sagte das? Een den séch vollgefriess huet?
    Thema damals: Welternährung.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here