Arbeitnehmer in Luxemburg sehen sich oft Mobbing ausgesetzt. Die häufigsten Schikanen sind Order bar jeden Sinnes und ständige Kritik durch Kollegen und Vorgesetzte. Besonders betroffen sind Servicekräfte und Verkäufer.

Seit Beginn ihrer Beobachtungen 2014 bewegt sich die Prävalenz von Mobbing zwischen 12,4 und 18,1 Prozent, stellte die Arbeitnehmerkammer CSL bei ihrer Untersuchung fest. Dabei ist Mobbing eine der häufigsten Ursachen für Stress auf der Arbeit. Das hat sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber schwerwiegende Folgen. Bei den Betroffenen kann dies beispielsweise zum Wunsch nach einem Wechsel des Arbeitgebers, zu Depressionen, Burn-out und folglich auch zu Krankschreibungen führen. Somit steht nicht nur die Gesundheit des Arbeitnehmers auf dem Spiel, sondern auch der Profit des Unternehmens.

Mehr junge Opfer

Auffällig ist, dass Luxemburg im Europavergleich ganz schlecht abschneidet. Laut Europäischer Erhebung über die Arbeitsbedingungen wird nur in Frankreich mehr gemobbt als in Luxemburg. Im direkten Vergleich mit Deutschland stellt sich heraus, dass der Prozentsatz der Betroffenen hierzulande fast doppelt so hoch ist. Am wenigsten schikaniert wird laut dieser Untersuchung in den Ländern Bulgarien, Albanien und Portugal.
Mobbing betrifft ungefähr gleich viele Frauen (16%) wie Männer (15,8%).

Einen Unterschied macht allerdings das Alter der Arbeitnehmer: Junge Menschen sind öfter das Ziel als ältere. Besonders betroffen sind 16- bis 24-Jährige – 27 Prozent von ihnen sind das Ziel von Mobbing, fand die Arbeitnehmerkammer in ihrer Untersuchung heraus. Zudem sollen Singles öfter Ziel von Schikane sein als Menschen, die in einer Paarbeziehung leben. Einen Unterschied gibt es auch bei den Nationalitäten. Am meisten betroffen sind Franzosen (17,6%), gefolgt von Luxemburgern (16,5%), Belgiern (14,5%) und Deutschen (10,8%).

Mehr Mobbing beim Staat

Die Untersuchung der Arbeitnehmerkammer zeigt weiter, dass im öffentlichen Sektor mehr gemobbt wird als in der Privatwirtschaft. Die Prävalenz von Mobbing im öffentlichen Dienst beläuft sich auf 18 Prozent. Im Privatsektor liegt sie bei 15,7 Prozent. Aus den Zahlenreihen geht zudem hervor, dass die Größe der Organisation kaum eine Rolle spielt. In kleinen Firmen kommt Mobbing genauso oft vor wie in großen Unternehmen.

Wenig überraschend: Menschen, die angeben, das Ziel von Mobbing zu sein, werten ihre Arbeitsbedingungen schlechter als jene, die nicht betroffen sind. So haben Mobbingopfer weniger Mitbestimmungsrecht, erhalten weniger Feedback und haben weniger Autonomie. Zudem empfinden sie den innerbetrieblichen Wettbewerb stärker als ihre Kollegen. Wenig überraschend auch: Menschen, die das Ziel von Mobbing sind, leiden öfter an Burn-out und anderen gesundheitlichen Problemen, sind weniger motiviert und weniger zufrieden mit ihrer Arbeit. Damit bestätigen die Beobachtungen der Arbeitnehmerkammer internationale Beobachtungen. Die CSL schlägt deshalb vor, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, um Mobbing zu bekämpfen.

12 Kommentare

  1. Ist es wirklich so ? Oder ist der Arbeitnehmer so verwöhnt, dass das Geringste, das mal daneben läuft, sofort als Mobbing angesehen/empfunden wird ?

  2. Cela fait au moins 5 ans que l’on nous promet une loi contre le harcèlement moral … sans le moindre résultat ! Est-ce-que l’U.E.L., l’A.B.B.L., la F.E.D.I.L. et co. estiment que le mobbing est un instrument de management nécessaire pour améliorer la compétitivité des entreprises luxembourgeoises ? Qui empêche ce projet de loi d’aboutir ?

    • Le grand problème est le mentalité luxembourgeoise. Alors que le Luxembourg est une pays plutôt germanique le monde du travail est plutôt latin: il est très patriarcal, la figure du chef-patron est omniprésent. C’est le fort qui écrase le faible, ceci est communément admis, cela fait partie de l’ADN des Luxembourgeois. Pour faire passer la loi il faut tout d’abord changer les mentalités. En Allemagne par exemple il y a plus une mentalité de groupe, le chef se voit comme un pion dans un ensemble plus grand.

  3. Le problème est la mentalité latine du monde du travail au Luxembourg: il y a la figure du chef omnipuissant qui est le grand patron. C’est le fort qui écrase le faible, c’est dans l’ADN des Luxembourgeois. En Allemagne il y a plus une mentalité de groupe, le chef se voit comme un pion dans un ensemble plus grand. Pour une fois le Luxembourg pourrait apprendre de l’Allemagne.

    • @ Vinz. Dans n’importe quel pays, le fort écrase le faible. Le patronat exploite le salariat. Cela a toujours été ainsi et le capitalisme sans bornes qui règne sur notre société n’y changera rien, loin s’en faut. Les conquêtes sociales de nos ancêtres sont en danger et nous risquons de retourner dans les fins fonds du début de l’aire industrielle. Le problème est l’avidité et l’égoïsme du genre humain. Le Luxembourgeois que vous connaissez fait sûrement partie des rares exceptions ou pourquoi croyez-vous que tant d’Allemands de la région frontalière sont attirés par le marché du travail grand-ducal ?

  4. Dans les pays voisins la protection légale anti-harcèlement existe depuis 17 ans :
    Belgique : loi du 11 juin 2002
    France : loi de modernisation sociale de 2002 / article L. 1152-1

  5. @ Vinz: votre argumentation est complètement aberrante ! L’Allemagne n’a pas de loi anti-harcèlement ! La France et la Belgique ont des lois correspondantes depuis 2002 !

    • Connaissez-vous quelqu’un qui travaille en Allemagne? Moi je connais un Luxembourgeois qui préfère mille fois plus travailler en Allemagne qu’au Luxembourg. L’économie allemande marche bien parce que tout le monde travaille pour un objectif commun. Les Luxembourgeois sont connus pour être des grands individualistes, chacun pour soi. Voilà ce qui favorise le mobbing. Il est vrai que l’Allemagne n’a pas de lois anti-mobbing mais tous les analystes sont d’accord pour dire qu’en Allemagne le problème n’est pas si grand qu’au Luxembourg. Croyez quelqu’un qui a été plusieurs fois victime d’harcèlement moral.

  6. In anglophonen Raum und in Skandinavien ist die Arbeitskultur eine ganz andere. Arbeit wird als Teil des Lebens empfunden, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bemuehen sich um ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Davon sind wir in Luxemburg leider noch meilenweit entfernt. Der Frieden wird hier nur mit guter Bezahlung quasi mit Schmerzensgeld erkauft. Aber was ist wichtiger Geld oder eine gute Lebensqualitaet!?

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