Luxemburgs Tourismusbranche erlebt weiterhin einen Aufschwung, das zeigt der „Bilan touristique“ des ersten Halbjahres 2017. Nicht nur was die Sicherheit anbelangt, ist Luxemburg eine der Vorreiterstädte in Europa. Auch in puncto Barrierefreiheit bemüht sich zurzeit kein anderes europäisches Land derart, seine Zugänglichkeit für alle auszubauen.

Die Zahlen, die von „Luxembourg for Tourism“ erfasst wurden, präsentierte Direktorin Anne Hoffmann. Die Übernachtungen haben sich in den Hotels des Landes um 4%, auf Campingplätzen und in den Jugendherbergen um ganze 9% erhöht. Das beliebteste Ziel der Touristen bleibt die Stadt Luxemburg, in der 2017 bisher 6% mehr Übernachtungen gezählt wurden.

Touristen aus exotischen Ländern

Was die Herkunft der Touristen anbelangt, so ist vor allem der Anteil an Gästen aus weit entfernten Regionen wie Amerika, China und Japan wieder angestiegen, in Zahlen ausgedrückt um 5,1%. Diese Zielgruppe hatte sich nach mehreren Attentaten in Europa zunächst zurückgehalten. Die einzige Nation, die es etwas weniger nach Luxemburg zu ziehen scheint, sind die Niederländer. Von ihnen haben in diesem Jahr bisher 7,1% weniger Luxemburg zu ihrem Urlaubsziel gemacht. Das liege wohl daran, dass die Holländer akribischer auf die Preise achten, vermutet Anne Hoffmann. Sie erwartet hier jedoch durch künftige Angebotserweiterungen einen baldigen Wiederaufschwung.

Auch die Besucherzahlen der Freizeitaktivitäten haben sich erhöht. Bemerkenswert ist hierbei die Beliebtheit des „Mullerthal Trail“, der in der ersten Hälfte des Jahres 64,8% öfter genutzt wurde. Die Schlösser des Großherzogtums wurden um 10% häufiger besucht.

Vermarktung durch Blogger

Ein wichtiger Faktor, der das erste Halbjahr für die Tourismusbranche so erfolgreich gemacht habe, sei laut Hoffmann das gute Wetter, das wir bislang in diesem Jahr hatten, dazu kämen die Wiederkehr der Touristen aus ferneren Ländern, die aktuelle Dynamik der Wirtschaft sowie die Vermarktung des Großherzogtums im Ausland.

Die Preise der Hotelzimmer sind in Luxemburg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 11,4% gestiegen und entwickeln sich somit am schnellsten im Vergleich zum restlichen Westeuropa. Zusätzlich zu den 226 Hotels und den 88 Campingplätzen des Landes sollen in den nächsten fünf Jahren 1.300 Hotelzimmer hinzukommen. Welchen Einfluss dies künftig auf die Hotelpreise haben wird und ob sich Normalverdiener das dann noch leisten wollen, wird zu sehen sein. Im Moment seien die Preise hierzulande jedoch vergleichsweise erschwinglich, versichert Closener.

Europaweites Vorbild für Barrierefreiheit

Bei der Präsentation wurde großer Wert auf die Betonung der Barrierefreiheit im luxemburgischen Tourismus gelegt. Luxemburg ist das erste Land, das Barrierefreiheit in seinen Regierungsplan mit aufgenommen hat. Um allen Menschen einen leichten Zugang zu den verschiedenen Tourismusattraktionen des Landes zu gewährleisten, ganz gleich, welchen körperlichen Einschränkungen sie unterliegen, rief das Wirtschaftsministerium 2014 das Projekt „Tourismus für alle“ ins Leben und gründete das damit einhergehende Label „EureWelcome“.

Nicht umsonst wurde die Villa Vauban als Location für diese Pressekonferenz gewählt.
Sie ist einer von 140 Orten in Luxemburg, die mit dem Siegel „EureWelcome“ ausgezeichnet wurden. Dieses kennzeichnet alle Gebäude und Einrichtungen des Landes, die für Personen mit körperlicher Einschränkung leicht zugänglich sind. Sowohl Eltern mit Kinderwagen, älteren Menschen, Personen im Rollstuhl, aber auch Seh- und Hörbehinderten soll mit dem Label der leichte Zugang zu den jeweiligen Institutionen garantiert werden.

Dr. Kai Pagenkopf, internationaler Berater für Barrierefreiheit, kümmert sich seit 2014 um die Beratung für das Projekt „Tourismus für alle“. Er erhofft sich für die Zukunft „eine Destination Luxemburg für alle“. Ein Land, bei dem man vorher nicht recherchieren muss, welche Orte man mit einer Behinderung oder einer körperlichen Einschränkung besuchen kann, sondern wo man sich darauf verlassen kann, dass man überall barrierefrei hinkommt. Darauf wird gemeinsam hingearbeitet.

Melody Hansen

3 Kommentare

  1. Et muss mol een den Hollaenner so’en datt de Spritt on den Autobunnstankstellen de selweschten Preis huet wei di aaner Tankstellen am Land !!!!!

    Dann braichten der manner vun der Autobunn roof fir ze tanken !!!!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here