Nach dem Regierungsrat am 27. Oktober machte Premierminister Xavier Bettel eine Ankündigung auf die viele Mediziner, Patienten – und vielleicht auch noch ein paar andere Luxemburger – lange gewartet haben: Cannabis wird in Luxemburg legalisiert – zumindest für medizinische Zwecke. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) erklärte am Dienstag, was hinter den Plänen steckt.

“Die medizinische Anwendung von Cannabis kann den Schmerz und das Leiden von einigen Patienten dort lindern, wo herkömmliche Behandlungen nicht mehr greifen”, erklärte Mutsch. Die Wissenschaft habe bei der Erforschung von Cannabis, Cannabis-Extrakten und bestimmten Cannabinoiden in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Studien hätten gezeigt, dass die Marihuana-Wirkstoffe THC und CBD einen positiven Effekt bei der Behandlung verschiedener Krankheiten haben.

Mit den Legalisierungsplänen der Regierung ist auch der nationale Drogenbeauftragte Alain Origer einverstanden: “Obwohl es noch viele offene Fragen gibt, kann es bei bestimmten Krankheitsbildern angebracht sein, medizinisches Cannabis in Erwägung zu ziehen.” Innerhalb der EU entscheiden sich immer mehr Staaten dazu, Cannabis für medizinische Zwecke zu legalisieren. Jüngstes Beispiel ist Deutschland, wo der Bundestag im Januar dieses Jahres Cannabis-Arzneimittel für schwerkranke Patienten zugelassen hat.

Was Luxemburg angeht, gibt es für die zukünftigen Cannabis-Patienten eigentlich nur noch eine kleine Hürde. Denn, wie die Regierung erklärt, mangelt es derzeit offenbar noch an einem “Standardgerät”, um Marihuana kontrolliert zu verabreichen. In der Testphase sollen also erst einmal nur Medikamente auf Basis von Cannabis-Extrakten oder von Cannabinoiden verfügbar gemacht werden, die ausführlich getestet wurden. Und: Patienten, die in Luxemburg Cannabis-Medikamente verschrieben bekommen, werden “evaluiert”, um das System weiterzuentwickeln.

9 Kommentare

  1. Also bleiwen mer weider am Mettelalter…Ouni Problem kannste de hei am Land Alkohol vun der stärkster Sorte akafen,do ginn et keng „Messgeräte“.-an dat schlemmst un där ganzer Saach ass jo,dass Alkohol vill mei schiedlech ass(wat vun villen Experten och bewisen ginn ass)…Jeje…Wann se och nemmen e weineg gierfen iwwerleen,wär mat der Legalisierung vill vill manner Krimanilität op verschidden Plazen…an d‘Leit kritten Canabis,wat och Canabis ass…Komesch,dass dat an Länner wie Holland ouni Problemer ofleeft.Esouguer an der konservativer Schwaiz ginn Dieren emmer mei op…

    • Et hat e jo geduecht, mat dene Gréngen an der Regierung asw. Awer nee. D’Juegd op déi beis kriminell Cannabis User ass genausou hefteg wéi virdrun!

  2. hmmm also Cannabis wird nicht legalisiert für medizinische zwecke.. sondern, überteuerte und weniger wirksame pharmaprodukte auf Cannabis Basis werden legalisiert…. Mal wieder Augenwischerei vom feinsten.
    Sprich Lokalen Produzenten wird die Tür von Anfang an vor der Nase zugeknallt…

  3. —- “Die medizinische Anwendung von Cannabis kann den Schmerz und das Leiden von einigen Patienten dort lindern, wo herkömmliche Behandlungen nicht mehr greifen”,—- erklärte Mutsch.
    Es geht also nicht um das grüne Kraut, welches von den Journalisten diverser Medien im Begleitphoto der Artikel über die Legalisaierung von medizinischem C. unangebrachterweise gezeigt wird. Hierhin gehört eines der medizinischen Fläschchen, die bereits per ärztl. Verschreibung ausgegeben werden.
    Medizinisches Cannabis wird niemals geraucht werden weil es dann noch schädlicher wäre als Tabak und Priem.
    Menschen, welche dauern heftige Schmerzen haben, (meist) wegen einer unheilbaren Krankheit, haben kaum Recht darauf unter dem Einfluss von Medizin enthaltend THC Auto zu fahren. da z.B. heroinabhängige Menschen wegen der “medizinischen Ersatzdroge” Methadon den Führerschein abgeben müssen. In der Schweiz darf man wenige Gramm zum Eigengebrauch mit sich führen. (3 oder 5 Gr.?) Jeder Gramm darüber hinaus wird in der Schweiz resp. an der Grenze von Polizei ode Zoll beschlagnahmt. Ob Zigarette oder joint: beides führt nach einigen Jahren zu einer chronischen obstruösen Bronchitis.
    Das wird Dr. Colombera mit Sicherheit bestätigen, als verantwortungsvoller Mediziner.

  4. Ganz richtig Herr Ernst Tom.
    Was Alkohol bei betroffenen und ihren Familien anrichtet lässt sich kaum in Worte packen.
    Ich will den Drogenkonsum nicht beschönigen aber das Thema sollte objektiver angegangen werden.

  5. Legaliséiert et endlech richteg, staatlech kontrolléiert, mat allem drun. Aus der Illegalitéit eraus. Fäerdeg mat der Kriminaliséierung, dem Verfollege an der Bestrofung vu Leit. Eng Politik déi näischt bruecht huet a näischt bréngt a just deier kascht an esouguer nach kontraproduktiv ass, well et mol keng Kontroll am Usaz erlaabt. Steierbännchen drop an dann ass Schluss. Maacht w.e.g. endlech Neel mat Käpp amplaz weider d’Leit ze verdommen an der Pharmaindustrie an den Dealer d’Suen ze ginn. Eng Legaliséierung léist sécher net all Problemer am Ëmgang mat Cannabis, mä méi schlëmm wéi elo kann et bestëmmt och net ginn. Zumindest hätt een dann eng gewësse Kontroll iwwer de Marché an d’Qualitéit, elo nämlech huet ee praktesch guer keng. An, erlaabt och d’Zuucht vun e puer Planze fir den eegene Gebrauch!

  6. “Wie die Regierung erklärt, mangelt es derzeit offenbar noch an einem “Standardgerät”, um Marihuana kontrolliert zu verabreichen”.
    Das wundert mich. In Deutschland sind die Vaporisatoren “Mighty Medic” und “Volcano Medic” zertifiziert, und werden auch von den Krankenkassen bezahlt.

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