Im Rahmen der Umsetzung des neuen Spitalplans ist seit dem 1. Januar 2019 die Notaufnahme im “Hôpital Princesse Marie-Astrid” in Niederkorn zwischen 21 und 7 Uhr geschlossen. Die Patienten müssen dann in Esch behandelt werden. Das sorgt für Unmut bei der Bevölkerung.

Von Marc Gatti

Am Donnerstagnachmittag fühlten wir den Differdingern anlässlich des Wochenmarktes auf den Zahn. Alle vom Tageblatt Befragten brachten ihr Unverständnis über die neue Regelung zum Ausdruck. Patrick V. aus Sanem kann diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen: “So ein großes Einzugsgebiet mit tausenden Einwohnern und dann so etwas …”

Nach Fertigstellung des neuen “Südspidol” würde diese Entscheidung sicherlich Sinn machen, meint Claude R. aus Käerjeng, doch da die Notaufnahme des Escher CHEM “Centre hospitalier Emile Mayrisch” immer überfüllt sei, sei dies zum jetzigen Zeitpunkt mehr als unglücklich. Und Darius M. aus Trier fügte hinzu: “Das kommt ja jetzt dem deutschen System sehr nahe, wo man auch bangen muss, wenn man krank wird.”

Unmut bei der Bevölkerung

Für Geschäftsfrau Malou G. sei es überall das Gleiche. So wie die Banken es vorgemacht hätten, werde nun ein Abbau im Gesundheitswesen vollzogen. Genauso negativ äußerte sich Marcel T. aus Niederkorn zu der Neuerung: “Stellen Sie sich doch vor, man wohnt gerade mal 100 Meter vom Krankenhaus entfernt und hat einen Schlaganfall, bei dem doch jede Sekunde zählt. Dann muss man am nahen Spital vorbei bis nach Esch fahren. Typisch Luxemburg!”

Schmunzelnd und mit einem doch vorwurfsvollen Unterton fügt die Differdingerin Jeanny D. hinzu, dass es durch diese neue Regelung keine Ausrede mehr geben würde, dass kein Arzt verfügbar sei. Denn allzu oft würden die stundenlangen Wartezeiten der Patienten damit erklärt werden, dass der diensttuende Arzt für die beiden Häuser (Esch und Niederkorn) zuständig sei und im Augenblick einen Notfall im anderen Krankenhaus behandele.

Auch für den Differdinger “député-maire” Roberto Traversini (“déi gréng”) ist diese Entscheidung “nicht glücklich”, wie er dem Tageblatt gegenüber telefonisch versicherte. Doch hätten die Gemeindeverantwortlichen keine Handhabe. Gefordert sei der neue Gesundheitsminister, Etienne Schneider (LSAP), so der Differdinger Gemeindevater abschließend. Die neue Regelung wird mit Sicherheit noch für jede Menge Gesprächsstoff sorgen – und dies nicht nur in Differdingen.

2 Kommentare

  1. Für Traversini sind ja auch grosse Ventilatoren wichtiger als ein funktionierendes Krankenhaus. Damit will er nichts zu tun haben, denn wenn wir einen grossen Ventilator haben, werden die Bazillen einfach weggeblasen. Und wenn alle zu Hause bleiben, weil sie nicht mehr Auto fahren dürfen, dann steckt sowieso keiner mehr den anderen an.

  2. Das ist schlicht und einfach ein Skandal! Ich stimme Darius aus Trier zu, man muss effektiv bangen, wenn einem etwas ab dem späten Abend zustösst. Diese Entscheidung ist nicht nur nicht glücklich, sondern unglücklich und falsch!

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