Am Freitag macht in Luxemburg ein Video auf einer bekannten Porno-Plattform in den sozialen Medien die Runde. Darin wird eine neue Internetseite angekündigt. Hier soll ab dem 15. September luxemburgische Pornografie zu sehen sein. Mit luxemburgischen Darstellern. Im Teaser: eine Dame. Ihr Gesicht ist verpixelt. Sie beantwortet ruhig die Fragen ihres Gegenübers über ihr Alter und ihre Hobbys. Dann steht sie auf Befehl des Herren hinter der Kamera auf, dreht sich einmal im Kreis und Cut.

Luxemburg und die Porno-Branche waren schon immer eng verknüpft. Einige der bekanntesten Pornografie-Betreiber der Welt haben hierzulande ihren Sitz. Darüber geredet wird wenig, auch wenn es ein offenes Geheimnis ist. Für das politische “Nation Branding” eignen sich andere Branchen eben einfach besser. Dass luxemburgische Darsteller in einem kleinen Land wie Luxemburg, wo jeder sich kennt, vor die Kamera treten, ist allerdings neu.

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“Ich bin auch nur ein Mann

Auf der Internetseite ist bisher noch nichts zu sehen. Nach einer kurzen Recherche lässt sich aber ein Kontakt finden. Hinter dem schlüpfrigen Hype steckt ein Mann, der sich Hary Knepper nennt. Er gibt an, in Reisdorf zu wohnen. Die Adresse, die er nennt, gibt es nicht. Auch sein Name ist ein Pseudonym. Er will nicht erkannt werden. “Wegen meines Jobs”, wie er dem Tageblatt gegenüber am Telefon erklärte. Einem Treffen wollte er nicht zusagen.

Mit der Porno-Branche hatte er laut eigenen Aussagen bis zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nichts am Hut: “Ich bin halt auch nur ein Mann, der im Internet unterwegs ist.” So stieß er auf das Konzept der “Casting Couch”, bei der ein Casting nachgespielt wird, aus dem sich ein sexueller Akt ergibt.

Die Seite, die er starten will, soll ein Experiment werden: “Die Idee entstand mit einem Mädchen, das ich schon kenne”, so Knepper. “Wir hatten beide Lust, das mal auszuprobieren.” Was daraus wird, weiß er noch nicht so recht. Die beiden trafen sich, nachdem sie die Idee besprochen hatten, und drehten gemeinsam das Video. “Wir erhoffen uns einen kleinen Nebenverdienst”, erklärt der Hobby-Pornograf.

“Jeder macht mit seiner Freizeit, was er will”

Ihm ist bewusst, dass das Land klein ist und viele sich kennen. Ihm ist auch bewusst, dass die Darsteller im Video erkannt werden könnten. “Doch das ist ein Risiko, das man eingeht”, meint er. “Immerhin wird bei uns nichts ohne die Zustimmung aller Beteiligten gemacht.”

Und wie soll es nach dem ersten Video weitergehen? Das hängt vom Erfolg ab, so Knepper. Man müsse halt sehen, wie sich das weiterentwickelt. Es hängt natürlich auch davon ab, ob noch weitere Darstellerinnen an der Idee interessiert sind.

Das Stigma der Porno-Branche ist ihm auch durchaus bekannt. Deshalb hat er bisher nur mit seinem engen Freundeskreis über sein neues Hobby gesprochen. Seine Kumpels waren überrascht, das war es aber auch schon. “Jeder macht mit seiner Freizeit, was er will”, meint Knepper. Ob die Seite tatsächlich online gehen wird, wird sich wohl erst am 15. September zeigen.

 

4 Kommentare

  1. Ech sinn iwwerrascht wat Lëtzebuerg fir onheemlech wichteg Problemer huet. Ass dat en Artikel wäert? Wann en Pornographie well gesinn dat gëtt en op Hamster an Kompanie, déi brauch keng Reklamm. Nëmmen lächerlech.Wéi vill Suen hutt fir den Artikel do kritt?

  2. Selbst ernannter Pornograf?
    Sie meinen, im Unterschied zu einem studierten, diplomierten Pornografen?
    Alle Pornografen sind selbst ernannt.
    Alles was man braucht ist eine Kamera und etwas Kleingeld.

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