Die durch die USA angekündigten Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos würden Luxemburg verhältnismäßig stark treffen – und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,24 Prozent mindern. Damit würde das Großherzogtum 125 Millionen Euro weniger verbuchen. Das meldet das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo.

Die Münchner Forscher haben Land für Land berechnet, wie sich die angekündigte Zölle der USA auf Stahl, Aluminium und Autos auf das jeweilige Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirken würden. In der ganzen EU würde das BIP mit insgesamt neun Milliarden Euro belastet. In Prozent ausgedrückt wären das 0,06 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung ausmachten.

Kleineres Land, größere Auswirkung

Kleinere Länder, wie eben Luxemburg, wären dabei auffallend stärker betroffen als größere Länder wie Deutschland. Das Nachbarland müsste bei den Auto-Zöllen gut fünf Milliarden Euro an BIP-Einbuße hinnehmen, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des Ifo-Zentrums für Außenhandel. In absoluten Zahlen betrachtet würde kein Land in der EU stärker getroffen als Deutschland. Prozentual gesehen würde das BIP Deutschlands aber nur um 0,16 Prozent schrumpfen.

Betrachtet man nur die Luxemburger Stahlindustrie, würde ein US-Importzoll von 25 Prozent den Ifo-Berechnungen zufolge das BIP mit 31 Millionen Euro belasten (oder mit 0,06 Prozent), während ein Zoll auf Autos sogar mit 94 Millionen Euro zu Buche schlagen würde (0,16 Prozent der Wirtschaftsleistung).

Importe als Gefahr für nationale Sicherheit?

Luxemburg wäre nach der Ifo-Übersicht damit prozentual das in der Europäischen Union am stärksten belastete Land. Ein Zeichen dafür, dass seine Wirtschaft erheblich angreifbarer ist als die von Giganten wie Deutschland.

Weltweit würden Kanada mit 0,44 Prozent und Mexiko mit 0,49 Prozent ihrer  Wirtschaftsleistung nach BIP am stärksten belastet. Südkorea läge mit 0,18 Prozent noch unter den Einbußen Luxemburgs. In absoluten Zahlen (2,3 Milliarden Euro) wären die Einbußen aber 20 mal so hoch.

US-Präsident Trump hat das Handelsministerium damit beauftragt, zu prüfen, ob die Importe die nationale Sicherheit beeinträchtigen. Würde das Ministerium zu diesem Schluss kommen, hätte Präsident Trump freie Hand zur Verhängung der Importzölle.

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