Dreibeinige, etwa 1,60 Meter große metallene Geräte sorgten vor zwei Tagen in der Escher Innenstadt, genauer in der rue Dicks, für erstaunte Blicke. Was zunächst Ähnlichkeiten mit einem mobilen Radar aufweist, hat aber nichts mit Geschwindigkeitsmessungen zu tun. Bei den Apparaten handelt es sich um Laserscanner, welche die Straße ausmessen.

Von Lisa Rock

Die Laserscanner, auch 3D-Scanner genannt, funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die „Google Street View“-Kameras, die auf den Dächern von Autos angebracht werden und von dort aus die Umgebung in 3D aufnehmen. Die Scanner erfassen zwecks Erstellung einer Karte die Fahrbahn und die Bürgersteige samt umliegenden Gebäuden, Mauern usw. im Prinzip auf den Millimeter genau.

„Die Apparate werden größtenteils benutzt, um Deformationen festzustellen“, erklärt Michel Morais, Bautechniker der Firma Beissel & Ruppert. Ein Beispiel sei der Bau einer Talsperre. Wird zwischen verschiedenen Bauabschnitten in gewissen Zeitabständen ein Laserscan durchgeführt, kann herausgefunden werden, ob die Struktur sich während des Aufbaus verformt hat oder nicht.

Die Ausmessung ist laut dem Bautechniker nicht aufwendig. Würde die Straße gesperrt werden, wäre es natürlich einfacher. Da im Laufe des Tages mehrere Fahrzeuge auf der betroffenen Straße umgeparkt würden, könne aber leider nicht jeder einzelne Millimeter erfasst werden.

Passanten stören nicht

Dass Menschen an den Geräten vorbeilaufen, beeinträchtigt den Scan nicht. Jeder Punkt wird aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Das Gerät wird hierfür ungefähr alle paar Meter neu aufgestellt. Im Rahmen der Ausmessung werden auch Fotos vom betroffenen Areal gemacht. Ein Element, das die Vorgehensweise des 3D-Scannings erleichtert, ist die Zieltafel. Diese ist eine Referenzmarke für das Scanning und besteht aus je zwei gleichgroßen schwarzen und weißen Quadraten, die schachbrettartig angeordnet sind. Die Tafel fungiert als Mittelpunkt und Referenzpunkt. Idealerweise lässt sich eine Zieltafel drehen, sodass das Schachbrettmuster stets optimal zum Scanner ausgerichtet werden kann.

Solche Zielmarken werden an die umliegenden Hauswände und -türen angeklebt, damit der Laserscanner sich an einem Punkt orientieren und die bestmöglichen Ergebnisse liefern kann – auch in der Rue Dicks. Die Ingenieurfirma bekam den Auftrag zur Laser-Vermessung von der Gemeinde Esch. „Es werden Laserscanner benutzt, um die Breite der Straßen so genau wie möglich festzustellen“, bemerkt Lucien Malano, technischer Leiter der Stadt. Der Einsatz eines solch modernen Geräts sei eine normale Prozedur vor geplanten Bauarbeiten.

Neugestaltung des Brill-Viertels

Die Vermessungen finden im Rahmen des Projekts „ZeBriDi“ (Abkürzung der Straßen Zénon Bernard, Brill und Dicks) statt, das in der vergangenen Mandatsperiode einstimmig angenommen wurde. Dieses betrifft die Neugestaltung des gesamten Brill-Viertels. Esch sagt hier den Schlaglöchern den Kampf an. Sämtliche Straßen werden erneuert.
Der Kostenpunkt liegt bei etwa 15 Millionen Euro. In jedem Fall können sich die Bewohner der größten Stadt des Südens demnächst auf eine weitere Baustelle gefasst machen.

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