Gute Handelsbeziehungen entstehen nicht über Nacht. Dazu sind jahrelange Vorbereitungen notwendig. „In den vergangenen zehn Jahren waren luxemburgische Minister 20-mal in den Vereinigten Arabischen Emiraten“, erinnerte Etienne Schneider.

Durch Gespräche mit der Herrscherfamilie konnte er feststellen, dass „kleinen Ländern mehr Vertrauen geschenkt wird“. Die VAE seien ja auch nicht das größte Land der Region. „Wir begegnen uns also auf einer Ebene.“ Heute könne man sagen, dass das Land der wichtigste Handelspartner Luxemburgs in der Region sei. Er zog das Fazit, dass man mit den VAE „gute Geschäfte“ machen kann.

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Luxemburgische Unternehmen am Golf

Um starke Handelsbeziehungen aufzubauen, braucht es jedoch viel Ausdauer. „Vor allem Vertrauen und Loyalität sind wichtig“, so der Minister. Der Erfolg zeige, dass es richtig gewesen sei, im Jahr 2011 ein „Luxemburg Trade and Investment Office“ (LTIO) in Dubai zu öffnen. Zwei Jahre später öffnete die luxemburgische Botschaft in den Emiraten. „Diese ist von besonderer Bedeutung, da wir so zeigen können, dass wir es ernst meinen“, sagte Schneider.

Er stellte auch fest, dass all diese Mühen zu einem guten Resultat führten. „Die Zahl der Unternehmen aus Luxemburg, die es an den Golf zieht, nimmt zu“, stellte der Wirtschaftsminister fest. Dann zählte er einige auf: „Die BIL, die SES, Cargolux und ArcelorMittal sind nun hier vertreten.“ Selbst das Bauunternehmen Giorgetti und der Fensterhersteller Keller aus Fels haben in den Emiraten eine Niederlassung. „Das LTIO muss demnächst um eine weitere Person verstärkt werden“, sagte der Minister.

Das Eingangstor in die Golfregion

Das Interesse der luxemburgischen Wirtschaft an den Emiraten kann man an auch an der Zahl der Business-Leute feststellen, die dem erbgroßherzoglichen Paar nach Dubai folgten. „Die Emirate sind das Eingangstor für luxemburgische Firmen in die Golfregion“, sagte der Minister. Er glaubt, dass der Durchbruch nun geschafft sei.

Doch der Handel geht nicht nur in eine Richtung. Genauso wie die VAE für die Luxemburger das Eingangstor in die Golfregion sind, ist das Großherzogtum für Unternehmen aus den VAE das Eingangstor nach Europa. So ist z.B. die „Abu Dhabi Investment Authority“ (ADIA), laut Minister Schneider der zweitgrößte Staatsfonds der Welt, an den Projekten „Royal Hamilius“ und „place d’Etoile“ beteiligt.

Partner für gemeinsame Ziele

In Zukunft könnten noch mehr Geschäfte zustande kommen. „Als ich heute früh auf den Wirtschaftsminister traf, teilte er mir mit, dass er entschieden habe, Anfang des kommenden Jahres eine Wirtschaftsmission nach Luxemburg zu organisieren“, so Etienne Schneider. „Das zeigt, dass das Interesse, in das Großherzogtum zu kommen, sehr groß ist.“

Für das Land ist es auch wichtig, weniger abhängig vom Erdöl zu werden. „Die Emiratis gehen davon aus, dass langfristig weniger Erdöl gebraucht werden wird“, so Schneider. Der Preisverfall, den das schwarze Gold in den vergangenen Jahren erlebte, habe das Land in größere Schwierigkeiten gebracht. Nun versuchen die VAE also, ihre Wirtschaft zu diversifizieren. Mit Luxemburg haben sie einen Partner gefunden, mit dem dieses Ziel gemeinsam erreicht werden kann.

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