Der luxemburgische Schriftsteller Georges Hausemer ist tot. Dem Luxemburger Literaturarchiv Centre national de littérature (CNL) zufolge ist er am Montag (13.8.) im Alter von 61 Jahren gestorben.

Von Frank Goebel und Jeff Schinker

Georges Hausemer galt als einer der bedeutendsten Luxemburger Autoren. Erst vergangenes Jahr wurde ihm der Prix Batty Weber für sein Lebenswerk verliehen. Kulturstaatssekretär Guy Arendt, CNL-Direktor Claude D. Conter und Laudator Jean-Marc Lantz lobten seinerzeit die Werke von Georges Hausemer als “reichhaltig” und “facettenreich”.

Der 1957 in Differdingen geborene Hausemer hat seit 1982 Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte veröffentlicht. 1986 war er Gründungsmitglied des Lëtzebuerger Schrëftstellerverband (LSV). 2012 gründete er zusammen mit Susanne Jaspers den Verlag capybarabooks.

Das dort erschienene Werk “Was Sie schon immer alles über Luxemburg wissen wollten” gehört nicht nur für viele Grenzgänger zur Basislektüre.

Das Tageblatt veröffentlichte seine Texte sowohl in der Zeitung als auch in den Literatur- und “Kulturissimo”-Beilagen. Seine Reisereportagen, auch veröffentlicht in Luxemburger und internationalen Zeitungen, machten Hausemer über die Grenzen des Großherzogtums hinaus bekannt.

Seit 2016 berichtete er in seinem Blog “Ich und mein Tumor” über seine Krebserkrankung.

“Poesie des Schauens”

Die Jury des Prix Batty Weber schrieb über Hausemer: “Als Herausgeber von Anthologien, von den Editions Guy Binsfeld bis hin zu den Walfer Anthologien, als Mitbegründer des Verlages capybarabooks sowie als Organisator von literarischen Veranstaltungen hat er der luxemburgischen Literatur im In- und Ausland zu mehr Aufmerksamkeit verholfen.” Als Reiseschriftsteller habe er seine anfangs stärker dokumentarischen Reiseberichte zu fiktionalen Miniaturen entwickelt, “in denen eine Poetik des Schauens und des Augenblicks die Subjektivität des Betrachters in den Mittelpunkt stellt. Immer wieder überrascht er mit einem unerwarteten Blick auf fremde Welten, die stets in ihrer Alterität weiterbestehen. Zudem hat Georges Hausemer Werke aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, der Science-Fiction und anderer literarischer Genres ins Deutsche und Luxemburgische übersetzt. Hervorzuheben sind vor allem seine Übertragungen von Emmanuel Bove, Felicitas Hoppe und Roger Manderscheid.”

 

4 Kommentare

  1. @ redaktion: “Das dort erschienene Werk “Was sie schon immer alles über Luxemburg wissen wollten” gehört nicht für viele Grenzgänger zur Basislektüre.” Da hat sich wohl ein Wort zu viel eingeschlichen. Vielleicht ist auch nur eins verloren gegangen …

  2. Der Blog heißt: Ich und mein Tumor, nicht Mein Tumor und Ich, ein kleiner, aber feiner Unterschied, wer hier vor wem Vorrang hat, bitte ändern, danke!

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