Schüsse in der Hauptstadt: Bei einer Polizeikontrolle in Bonneweg tritt ein Autofahrer die Flucht an. Ein Luxemburger Polizist eröffnet daraufhin das Feuer. Der Flüchtige erliegt später seinen Verletzungen.

Der Fahrer der schwarzen Mercedes E-Klasse mit Luxemburger Kennzeichen war den Beamten zuvor durch sein Fahrverhalten aufgefallen, wie die Polizei erklärt. Die Polizisten wollten den Mann in der rue des Ardennes kontrollieren und stoppten den Wagen. “Einer der Beamten war aus dem Dienstfahrzeug ausgestiegen und gab dem Flüchtigen deutliche Haltezeichen mit der Hand”, schreibt die “Police grand-ducale” in einer Pressemitteilung. Der Fahrer habe dann jedoch beschleunigt – und sei “aus kurzer Distanz” auf den Beamten zugefahren.

Drei bis vier Schüsse aus der Dienstwaffe

Einer der Polizisten zog daraufhin seine Dienstwaffe – und gab drei bis vier Schüsse auf das Auto ab. Der Wagen blieb jedoch nicht sofort stehen, sondern raste in der rue des Ardennes zuerst in einen Hauseingang. Dann prallte er gegen einen Baum auf der place Léon XIII.

Der Fahrer wurde schwer verletzt. Er wurde mehrere Minuten lang von einem Notarzt behandelt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Wie die Polizei am Abend mitteilte, erlag der Mann im Laufe des Nachmittags seinen Verletzungen.

Laut Polizeisprecher Vic Reuter sind Schusswaffeneinsätze in Luxemburg extrem selten. Die Beamten würden nur im äußersten Notfall zur Dienstwaffe greifen. “Es gibt Jahre, da wird nicht ein einziger Schuss abgegeben”, erklärt Reuter. Dass ein Mensch durch eine Polizeiwaffe stirbt, ist laut dem Sprecher noch seltener. Der letzte Todesfall ereignete sich im März 2012, als die “Police grand-ducale” in Oberpallen Einbrecher auf frischer Tat ertappte. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd erschoss ein Luxemburger Polizist danach einen der Täter auf der E411 bei Arlon.

Erst Ende Januar 2018 gab es jedoch einen ähnlichen Vorfall wie in Bonneweg. Ein Autofahrer hatte auf der route d’Esch in der Hauptstadt eine Kontrollstelle der Polizei durchbrochen, später versuchte er, einen Motorradpolizisten zu rammen. Daraufhin feuerte ein Polizist seine Waffe ab. “Wenn jemand versucht, einen Polizisten mit einer Waffe oder auf eine andere Art zu töten, dann hat der Beamte ein Recht auf Selbstverteidigung”, erklärt Reuter.

 

 

mh/sen/pf

14 Kommentare

  1. @Pit Senninger, soll lo d’Schold fir d’éischt beim Polizist gesicht ginn? Wann eng Police Kontroll ass bléiwt een stoen an et probéiert een net de Polizist ze iwerennen.

    • Esou hun ech dem Herr Senningere sein Kommentar net verstann. Eng Bodycam keint zweifelfrei beweisen waat geschitt as, an durchaus dem Polizist Recht ginn.

  2. Mit all meinem Verständnis aber hier verlieren einige den Norden. Wenn Die Polizei kontrolliert, bleibt man stehen und versucht nicht Beamte zu überfahren.

    • Hmmm, wei et ausgeseit hat den Polizist genuch Zeit vir op d’Seit ze sprangen, well en gouf jo net iwerrannt?

      Den Flic Reuter kann gaer vun Noutwier schwetzen, mais hien determneirt dat net, mais d’juristech Autoriteiten.

  3. Schiesserei auf offener Strasse, am helligsten Nachmittag, inmitten eines belebten Wohngebietes!
    Wieso stieg der Beamte aus dem Fahrzeug?
    Wieso wurde keine Verstärkung herbeigerufen? Die Polizeiwagen sind in letzter Zeit omnipresent auf den hauptstädtischen Strassen.
    Der Beamte hatte Zeit seine Waffe zu ziehen und 3-4 Schüsse abzufeuern.
    Wäre ein erster Reflex nich eher der aus dem Weg zu springen und das eigene Leben zu schützen statt das Leben unbeteiligter Zivilisten zu gefährden?
    Weshalb wurden gezielte Schüsse abgegeben die zum Tod einer Person führten, ohne Rücksicht auf eventuelle Kollateralschäden?
    Kann man gänzlichst ausschliessen dass dem Fahrer vielleicht schlecht geworden ist?
    Er wird es uns kaum noch sagen können!

    • Wohl noch nie eine Verkehrskontrolle gesehen. Die Polizisten machen jeden Tag hunderte solcher Kontrollen wo sie Fahrzeuge anhalten indem Sie aussteigen und dementsprechend Zeichen machen dass der Fahrer anhalten soll. Was ist daran so schwer zu verstehen?
      Der Fahrer hätte stehen bleiben sollen dann wäre er vieleicht im Knast, aber er wäre noch am Leben.
      Oder hätten die Beamten eine Verfolgungsjagt durch die Stadt machen sollen und noch mehr Menschen in Gefahr bringen?
      Gerade mit dem was in letzter Zeit in anderen Ländern geschehen ist mit Autos/transporter/LKW die durch die Leute gerannt sind , finde ich persönlich dass der Polizist richtig gehandelt hat.
      Dass der Typ tot ist das is ganz allein seine eigene Schuld

  4. Wier den Automobilist stoen bliwwen wier neischt geschitt. Ass hien net an dobei nach Gas gin an op den Polizist duer gerannt an beschleunigt fier anscheinend den POLIZIST IWERT DEN KOUP ZE RENNEN. Den Polizist huet sech verteidigt, watt och gutt sou ass. Färdig – Méi gett et dozou nett se soen.

    • Dir hutt Recht mä leider ass d’Realitéit eng aner. Et bleift net jidderee stoen an da ginn och aner Leit, net bedeelegter, mat a Gefor bruecht. An da nach dëst: Wann en Auto no a schnell op mech zou gefuer kënnt an ech op de Chauffeur schéissen, ännert den Auto da seng Richtung? Nee, et wier besser, ech géif schnellstens op d’Säit sprangen. An: 3 – 4 Mol gouf geschoss. Et muss genee bekannt si wéi vill Mol geschoss gouf well e Polizist muss dach Rechenschaft iwwer seng Kugelen ofginn an deemno muss jo och genee bekannt si wéi vill Mol geschoss gouf. Oder ass dat net esou?

  5. Et bleift awer och ze soen das et vleit een Grond get sech ze wieren wann een mat engem Auto ugegraff gett. Wat ech just komesch fannen ass das keng Info no kennt. Do ginn mir wuel rem neischt gewuer. Et kennt een besser d’Situatioun zu New York wann een schwarzen erschoss get wei wann hei mo eng Keier Schess faalen. Oder war et vleit een international gesichten Verbriecher deen hei zenter Joren lieft an wou durch Zoufall opgefall ass?

  6. Warum werden noch immer Verfolgungsjagden gemacht wobei nicht nur der Verkehrssünder sondern auch noch Polizisten und unbeteiligte in Gefahr gebracht werden? Durch das Verhalten der Polizisten werden solche Situationen doch erst provoziert. Ich entschuldige hier keinesfalls das Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern oder Kriminellen, die vor der Polizei flüchen, noch möchte ich die Polizei einseitig verurteilen, aber ich denke, es gäbe sicherlich dezentere Vorgehensweisen, ohne eine Eskalation zu provozieren und Unbeteiligte mit in Gefahr zu bringen, um solche Menschen aus dem Verkehr zu ziehen.

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