Zum diesjährigem HOP-Tour, einem 15-tägigen Rundflug quer durch Frankreich, startete auch ein junger Luxemburger Pilot vom Aéro-Sport. Ein Erlebnisbericht von Louis Dengler.

Louis Dengler

Am 15. Juli gegen 10 Uhr startete ich vom Findel mit der Aéro-Sport-Maschine LX-AIW vom Typ Piper in Richtung Chartres, südwestlich von Paris, um mich mit 44 jungen französischen HOP-Tour-Piloten und -Pilotinnen zu treffen. Begleitet wurde ich auf diesem ersten Flug von meinem Freund Luc, der selbst vor 15 Jahren an der HOP-Tour teilgenommen hat, und heute als Berufspilot tätig ist. Man kann also durchaus von einer französisch-luxemburgischen Tradition reden, da an dem 15-tägigen Rundflug quer durch Frankreich mit dem Ziel, für die Luftfahrt zu werben, zum wiederholten Mal ein luxemburgischer Pilot teilnehmen durfte.

Dank den guten Beziehungen von Jean Birgen zur französischen „Fédération Aéronautique“ und zum Aeroclub konnten inzwischen mehr als 20 Jungpiloten teilnehmen, wozu zu bemerken ist, dass alle später als Piloten bei großen Fluggesellschaften eingestellt wurden.

Die eigentliche Tour begann am folgenden Tag in Chartres und führte über mehrere Etappen von Landivisiau über Saintes nach Bourges, dann weiter über Pau und Albi bis nach Aurillac. Briefings, Flugplanungen, Orientierungsflüge, Besichtigungen französischer Militärbasen standen auf der Tagesordnung.

Die Flugroute führte hauptsächlich an der Westküste Frankreichs entlang, wobei der Auftenthalt auf der „Base aéronautique navale“ in Landivisiau nahe Brest besonders beeindruckend war, denn man hat nun mal nicht alle Tage die Möglichkeit, hinter die Kulissen einer Militärbasis zu sehen oder persönlich mit Rafale-Piloten, Mechanikern und hochrangigen Offizieren Gespräche zu führen.

In bester Erinnerung bleibt auch die Vorführung einer Pilatus PC12 der in Luxemburg ansässigen Businessfluggesellschaft Jetfly, wobei uns die enormen Fähigkeiten dieser Maschine – vor allem das Starten und Landen auf kurzen Graspisten – demonstriert wurden. Zu bemerken ist, dass diese Piloten von Jetfly in der Aéro-Sport-LFTA-Flugschule ihr Classrating auf dem Simulator und in der Praxis absolvieren.

Während jedes Aufenthalts wurde unsererseits ein Tag der offenen Tür organisiert, um Fluginteressierten Rede und Antwort zur HOP-Tour zu stehen. Dabei wurden einige unserer Flugzeuge zur Besichtigung ausgestellt.

Zum guten Gelingen einer solch aufwändigen Tour wie der HTJP gehört selbstverständlich eine angemessene Logistik. Diese Aufgabe übernahmen eine Antonow 2 sowie eine DC3, die uns überallhin gefolgt sind. Des Weiteren wurden wir ständig von einem Kamerateam begleitet, das täglich kleine Reportagen zur HTJP drehte, die man sich übrigens im Internet unter HTJP 2018 ansehen kann. Ich selber hatte das große Glück, einen 20-minütigen Rundflug bei Sonnenuntergang mit der Air-France-DC3 zu genießen.

Gegen Ende der HTJP hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Dadurch wurden unsere Startfenster mehrmals um einige Stunden verschoben, da wir mindestens 5 km Sicht und eine Wolkenuntergrenze von 1.500 Fuß benötigen. Die Sicherheit während der HTJP (so wie in der Fliegerei im Allgemeinen) wird natürlich großgeschrieben und somit ist es niemals eine Option, in ein Gewitter hineinzufliegen. So lernten wir, geduldig abzuwarten, was schließlich auch zum Berufsalltag eines Piloten gehört.

Am letzten Tag gab es die obligatorische Schlusszeremonie, der jeder mit Wehmut entgegensah. Da am 30. Juli das schönste Sommerwetter über Europa herrschte, entschloss ich mich kurzerhand, auf dem Rückflug von Aurillac nach Luxemburg einen Abstecher über mein geliebtes Berner Oberland, an der Eigernordwand vorbei, zu unternehmen.

Wegen all dieser schönen Eindrücke bin ich sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, an der diesjährigen „HOP! Tour des jeunes pilotes“ teilnehmen zu dürfen und ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei den Organisatoren, allen voran dem Luxemburger Jängi Birgen, bedanken. Ich kann diese Veranstaltung allen jungen Piloten nur wärmstens weiterempfehlen.

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