30. Januar 2017 06:31;Akt: 30.01.2017 08:49

"Terroranschlag" in Kanada

SECHS TOTE

In einer Moschee im kanadischen Quebec fallen während des Abendgebets plötzlich Schüsse. Die Rede ist von einem Terrorakt mit mindestens sechs Toten. Mehrere Verdächtige werden festgenommen.

Mutmaßliche Terroristen haben während des Abendgebets eine Moschee in der kanadischen Ostküstenmetropole Quebec gestürmt und mehrere Menschen erschossen. Die örtliche Polizei bestätigte, dass es eine Schießerei mit Toten und Verletzten sowie mehrere Festnahmen gegeben habe. Bei dem Anschlag sind nach Polizeiangaben sechs Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Die Opfer seien zwischen 35 und 70 Jahre alt, sagte Polizeisprecherin Christine Coulombe am Montag. Kanadas Premier Justin Trudeau sprach von enem "Terroranschlag".



Medienberichten zufolge wurden zwei Verdächtige festgenommen. Einen von ihnen hätten die Sicherheitskräfte nach einer Verfolgungsjagd gefasst. Laut der Zeitung "Le Soleil" war einer der der Festgenommenen mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr bewaffnet. "Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Polizeisprecher David Poitras am späten Abend, nachdem die Sicherheitskräfte mit einem Großaufgebot angerückt waren. "Die Umgebung wurde gesichert, und wir haben alle Gebäude evakuiert."

Dutzende Menschen in der Moschee

Radio Canada zufolge hielten sich zum Tatzeitpunkt gegen 20 Uhr (Ortszeit) Dutzende Menschen in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, zwei maskierte Männer hätten das Gebäude gestürmt und das Feuer auf die Betenden eröffnet, während sie "Allahu Akbar" (Gott ist groß) riefen. Auch mehrere Kinder hätten den Angriff miterlebt.



"Es ist entsetzlich", sagte der Moschee-Vorsitzende Mohammed Yangui der dpa. "Diese Menschen kommen jeden Tag friedlich zum Beten, aber jetzt werden einige von ihnen nie wieder vom Gebet nach Hause zurückkehren. Ich bin schockiert, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich fühle." Yangui wies darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Im Juni wurde etwa ein abgetrennter Schweinekopf im Eingangsbereich der Moschee abgelegt.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem "feigen Angriff" auf die Moschee und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Provinz-Regierungschef Philippe Couillard rief nach der Bluttat zum geschlossenen Einsatz gegen jegliche Gewalt und zur Solidarität mit Muslimen auf.

Tageblatt.lu/dpa

  • Verres am 30.01.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Von Interesse für den Leser/Staatsbürger ist auch um wen es sich bei den Angreifern handelt. Das soziale Umfeld und der ethnische Hintergrund der Täter (z.B. Anglokanadier, Frankokanadier, Métis, Innuit, First Nations) kann bei der Motivsuche entscheidend sein. Vielleicht kann das Tageblatt da mal in Kanada nachfragen?

    • René Charles am 31.01.2017 00:44 Report Diesen Beitrag melden

      Ersten Berichten zufolge könnte der Täter jemand sein der marokanische Wurzeln hat. In Marokko sind Moslems vorwiegend aus der Koran-Sekte der Sunniten. Sollte das stimmen ist das Fundament dieses Attentats: "Religionskrieg" auf eigene Faust. Ein 'einsamer' Wolf also. Wait and see.

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