11. Februar 2016 12:09;Akt: 11.02.2016 16:22

Ein Stück Radiogeschichte ist verschwunden

ANTENNEN ABGEBAUT

Jeder, der schon mal über die Öslinger Kuppen geschaut oder die N7 entlanggefahren ist, hat sie gesehen, die Sendemasten in Marnach. Nun sind die Wahrzeichen verschwunden.

Sie gehörten zum Landschaftsbild und waren weithin sichtbar, die drei noch verbliebenen Sendemasten in Marnach. Im Jahre 1955 wurde eine Sendeanlage von Radio Luxemburg auf dem 540 m ü.NN hohen „Schwaarzenhiwwel“ erbaut.

Sie ging am 14. Dezember 1956 mit 200 Kilowatt Leistung auf Sendung. In der Folge erlebte die Anlage in Marnach mehrere Umbauten, um auf dem Höhepunkt ihrer Auslastung von den 1970er- bis in die frühen 2000er-Jahre mit einer Leistung von 1.200 Kilowatt zu senden. Der Sender war damit einer der stärksten überhaupt.

Letztes Signal

Aber die Technik hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt und die Mittelwelle, welche bis zum zuletzt vom „Schwaarzenhiwwel“ aus sendete, verlor an Bedeutung. So wurde beschlossen, den Sender aufzugeben und am 31. Dezember 2015 wurde das letzte Signal von Marnach aus gesendet. Diese Tatsache erfreut zumindest die Bewohner von Marnach, hatten sie doch jahrelang für eine Schließung des Senders gekämpft.

Es war effektiv nicht einfach, in der näheren Umgebung der Antennen ein störungsfreies Telefongespräch zu führen, und auch so manch anderer Haushaltsapparat entwickelte, bedingt durch die Radiowellen, ein komisches Eigenleben.

Man kann allerdings sagen, dass mit dem Verschwinden der letzten, 105 Meter hohen Gitterrohrmasten auch ein Stück Radiogeschichte nicht mehr sichtbar ist. Es war besonders die Mittelwelle 1440 kHz/208 m mit ihrer großen Reichweite, welche Radio Luxemburg und somit auch unser Land zu einem Begriff in ganz Europa machte. Der Sender Marnach legte, zusammen mit dem in Junglinster, einen Grundstein für den heutigen Medienkonzern RTL.

Der Luxemburger Staat hat das Areal erworben und es sollte zum Standort neuer Unternehmen aus der Medienbranche werden. Diese Pläne sind allerdings geändert worden und die Betriebe werden sich in der existierenden Gewerbezone in Fischbach bei Clerf ansiedeln. Auf dem Gelände in Marnach wird jetzt eine provisorische Auffangeinrichtung für 300 Flüchtlinge entstehen.

BeP.

  • Ruud Poeze, Utrecht NL am 13.02.2016 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auch ich habe sehr gute Erinnerungen an Radio Luxemburg Two Oh Eight. Bus zur nachts 03.00 lokalzeit, und habe die Nationalhymne oefters gehoert. Ende Jahren 90 war ach meine Stimme auf diese sender und Marnach masten zu hoeren wenn Radio Nederland WereldOmroep Sendezeit mietete. Damit sind die 3 Marnach masten auch ein bischen meine Geshichte. Einmal flug ich mit einem privatflugzeug recht ueber die Masten, shoenes Blick.

    • E.Ennulat am 22.02.2016 08:07 Report Diesen Beitrag melden

      Es hätte unter Denkmalschutz gehört. Man hat hier Radiogeschichte und Kultur versenkt. Für ein kulturreiches Land wie Luxemburg fast schon peinlich.Ich denke das dieses schöne kleine Land dem Sender mit all seinen Möglichkeiten auch viel zu verdanken hat. Nun ist es nur noch ein Teil "EU Sitz oder ähnlich. Auch der Kirchberg hat, ohne Radio, glaube ich kaum Bedeutung. Über das Fernsehprogramm möchte ich mich nicht äußern. Und moderne stylistische Bauwerke kann man woanders besser bewundern. Dafür muss man nicht nach Luxemburg und schon gar nicht zum Kirchberg. also-GENIAL DANEBEN!

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  • Wilfried Stecker am 13.02.2016 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe per Zufall die erste Sendestunde in deutsch von Radio Luxemburg am 15. Juli 1957 eingeschaltet und mitgehoert. Jetzt nur noch Nostalgie mit schoenen Erinnerungen.

  • Alexandra Neika am 12.02.2016 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wir im Rheinland haben in der 70ern und 80ern in unserere Kindheit gern RTL gehört, zunächst auf MW, später auf UKW. Desiree Nosbusch und Anke Engelke mit ihrem Jugend- Sonntagsprogramm waren Gründe nicht zu verschlafen- und irgendwo im Keller habe ich noch so ein RTL Sonderheft für ein Jubiläum des Senders. Jochen Pützenbacher kommt aus meiner Heimat. Die Zeiten ändern sich und das gilt nun wohl auch für RTL auf MW. Schade, aber die Erinnerungen bleiben.