Auf den ersten Blick nicht sonderlich verspielt, geschweige denn sportlich aussehend wusste der junge Löwe dennoch zu überraschen. Wie ein Dompteur in der Manege bändigte Robert Spirinelli die wild gewordene Raubkatze.

Seine schlanke Silhouette lässt den neuen Peugeot 308 GT eher brav erscheinen und wirkt, bei einer Ampel stehend, wohl kaum wie eine Herausforderung bei anderen eingefleischten GT-Fahrern. Doch der Spruch „Trau, schau, wem!“ passt wohl zu keinem anderen Kompaktauto besser als zum Peugeot 308 GT mit seinem 205 PS starken 1,6-Liter-Motor.

Wer die GT- und Fliehwerte des Peugeot 308 aber infrage stellt, muss schon hinter dem doch wesentlich sportlicher anmutendem Lenkrad Platz nehmen. Das Interieur wirkt angenehm, die Sitze mit Alcantara-Bezügen ergonomisch, das Armaturenbrett übersichtlich und ohne Schnickschnack. Schaltknöpfe sucht man hier vergebens, denn fast alle wichtigen Einstellungen lassen sich über den multifunktionalen 9,7″-Touchscreen erfassen.

Zum Angriff bereit

Bei einfachem Knopfdruck horcht der Löwe auf und im direkten Sichtfeld oberhalb des Lenkrads werden gleich alle relevanten Anzeigen deutlich ablesbar. Ein weiterer Impuls auf den Sportmodus-Knopf lässt nicht nur das Cockpit in feurigem Rot erleuchten, sondern verändert ebenfalls die Motoreigenschaften sowie die Gasannahme, Einstellungen, die den 308 GT angriffslustiger stimmen und den Fahrer ins Rallye-Ambiente versetzen. Bereits auf den ersten Metern macht sich das straffe Fahrwerk bemerkbar, bleibt aber dennoch und sogar bei schlechterem Asphalt recht angenehm. Nervig und störend wirkt allerdings die digitale Sound-Imitation des Motors im Sportmodus … klingt eher wie aus der Blechdose, und ob das Ding abstellbar ist, konnten wir während der Testfahrt leider nicht herausfinden. Zudem hört der Originalmotorsound sich so toll an und man sehr gerne auf diese Gaming verzichten könnte.

Bevorzugtes Terrain

Besonders agil zeigte sich der flotte Kompakte auf kantigen Strecken. Der 1,6-Liter-Vierzylinder leistet 205 PS bei 6.000 Umdrehungen pro Minute und maximal 285 Newtonmeter Drehmoment liegen ab 1.750 Umdrehungen pro Minute an. Von 0 auf 100 km/h sprintet der 308 GT in 7,5 Sekunden und auch bei höheren Geschwindigkeiten – sein Maximum liegt bei 235 km/h – verhält er sich ganz ordentlich und erstaunlich ruhig. Bevorzugtes Terrain der wild gewordenen Raubkatze sind aber dank präziser Lenkung und Spurhaltung sowie optimaler Bremseigenschaften kurvenreiche Strecken, die der Franzose mit Bravour meistert.

Wer also will, kann an Bord des 308 GT, der übrigens rund 10 Millimeter tiefer ist als die konventionelle 308-Serie, puren Fahrspaß erleben, bei dem auch Automatikverwöhnte schnell wieder Freude an der manuellen 6-Gang-Schaltung verspüren. Nicht einhalten konnten wir den vom Konstrukteur angegebenen Verbrauchswert von 5,6 Liter auf 100 km und kamen bei sportlicher Fahrweise auf immerhin 8,8 Liter, während auf leiseren Sohlen knappe 6,7 Liter flossen.

Nun, auf den ersten Blick mag der Fünftürer wie ein familenfreundliches Kompaktauto aussehen, entpuppt sich aber im Nachhinein doch eher als Auto für Junggebliebene, allerdings mit eingeschränkter Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe. Wer hier Platz nimmt, sollte darauf achten, dass sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer und vor allem die eigene Größe die 1,76-Meter-Marke nicht überschreiten. Ansonsten könnte es hinten ganz schön eng und besonders bei längeren Fahrten ungemütlich werden.

Technische Daten:

Karosserie: Fünftürer
Länge: 4,25 m
Breite: 1,80 m
Höhe: 1,40 m
Leergewicht: 1.275 kg

Motor und Getriebe:
1,6-Liter-Benziner, 4-Zylinder,
Leistung 151 kW (205 PS)
6-Gang manuell
Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

Verbrauch:
Kombiniert, laut Konstrukteur: 5,6l/100 km
Abgas: 130g CO2/km – Abgasnorm: Euro 6

Preis: Ab 30.342,64 Euro.
Der Preis unseres Testautos wurde mit 31.899,42 Euro beziffert.

 

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