Die Kosten der Regeln

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Die Luxemburger Bankenvereinigung ABBL und die Wirtschaftsprüfer von EY haben eine Studie erstellt, welche die Kosten der Regulierung für die luxemburgischen Banken untersuchte.

Viele Experten sahen die Deregulierung der Banken als Hauptursache der Finanzkrise des Jahres 2007. Um zu verhindern, dass sich eine solche Krise wiederholt wurden in der Folge die Regeln für die Finanzinstitute verstärkt. Durch die Umsetzung dieser Regulierungsvorschriften sind den Banken Kosten entstanden. Die ABBL und EY luden die Banken in Luxemburg ein an einer Studie teilzunehmen um die Höhe dieser Kosten einschätzen zu können.

„Im Durchschnitt repräsentieren regulatorische Investitionen 35 Prozent der Gesamtinvestitionen von Banken. Bei kleineren Banken kann dieser Prozentsatz bis zu 51 Prozent erreichen“, so steht es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der ABBL und EY. 458 Millionen Euro hätten die Banken, die bei der Umfrage teilgenommen hatten, ausgegeben um die Regulierungsvorschriften einzuhalten. Bis zum Jahr 2018 werden diese Budgets weiter ansteigen, so die Studie. Danach würde es zu einer möglichen Verlangsamung kommen.

Teuere Richtlinien

Aus der Studie geht auch hervor, welche neuen Regeln die Banken am teuersten zu stehen kamen. Dies sind die Eigenkapitalrichtlinie und Kapitaladäquanzverordnung (CRD/CRR IV), gefolgt von der US-amerikanischen Informations- und Meldebestimmung FATCA sowie der EMIR-Verordnung. Zieht man die neueren Regulierungen jedoch in Betracht, gehen ABBL und EY davon aus, dass die MiFID II-Richtlinie voraussichtlich die teuerste Regulierung wird.

Durch die Regulierung entstehen Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter in Banken. Laut den Berechnungen hat sich die Zahl der Beschäftigten im regulatorischen Bereich auf 3.300 oder 13 Prozent im Bankensektor erhöht. Diese neuen Arbeitsplätze werden insbesondere in Support- oder Kontrollfunktionen geschaffen, so die Pressemitteilung.

Die Bankengemeinschaft begrüßt Regulierungsmaßnahmen, die das Finanzsystem sicherer machen, bedauert aber die Art und Weise, wie Regulierungen konzipiert, erarbeitet, eingeführt oder mit anderen Regulierungen abgestimmt werden. Benoît Sauvage, Senior Adviser, Financial Market Regulations der ABBL und Denis Costermans, „Directeur Associé“ bei EY, die gemeinsam die Studie geleitet haben, sagen: „Wir stellen fest, dass die Erfordernisse zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen noch nie so hoch waren. Dies kann sowohl als Hindernis beim Zugang als auch als Chance gesehen werden, neue Bankenmodelle zu schaffen – vorausgesetzt, dass Regulierungen mit mehr Flexibilität angenommen und nicht ausschließlich als störend angesehen werden.”