Fußball-Europameisterschaft„Koloss in der Wüste“: Einzelkämpfer Donnarumma ist wütend

Fußball-Europameisterschaft / „Koloss in der Wüste“: Einzelkämpfer Donnarumma ist wütend
Nicht nur sauer auf den Schiedsrichter: Gianluigi Donnarumma Foto: AFP/Ina Fassbender

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Immer wieder Donnarumma: Nur der EM-Held von 2021 verhindert ein Debakel für Italien im Gigantenduell mit Spanien.

Gianluigi Donnarumma schimpfte mit dem Schiedsrichter und mit seinen Mitspielern, er stürmte in den Schlussminuten nach vorne, doch es half nichts. Ganz alleine konnte Italiens EURO-Held den Fußball-Wirbel der Spanier nicht stoppen, so sehr er sich auch bemühte – als „Koloss in der Wüste“.

Auch nach dem Schlusspfiff sank der 25-Jährige niedergeschlagen auf den Rasen. „Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu wenig Qualität eingebracht, deswegen wurden wir bestraft“, stellte der Kapitän nach dem 0:1 (0:0) des Titelverteidigers gegen den Rekordeuropameister ernüchtert fest, „wir sind wütend“.

Beinahe wäre der gefeierte Elfmetertöter beim Triumph 2021 in Wembley wieder zu Spaniens Albtraum geworden. Alle Schüsse auf sein Tor wehrte Donnarumma ab – teilweise so spektakulär, dass Tuttosport ihn mit Weltmeister Gianluigi Buffon beim WM-Coup 2006 in Deutschland verglich: „Von Gigi zu Gigio.“

Besonders bitter für den Keeper, der Spanien im Halbfinale vor drei Jahren im Elfmeterschießen gestoppt hatte: Nicht der überragende Nico Williams oder Torjäger Alvaro Morata überwand ihn, sondern einer seiner heillos überforderten Vorderleute. Innenverteidiger Riccardo Calafiori lenkte den Ball mit dem Knie ins eigene Tor.

„Donnarumma rettet Italien vor der totalen Pleite“, urteilte die Gazzetta dello Sport, und Tuttosport ergänzte: „In einer Mannschaft, die unter Niveau spielt, schafft Gigio ein Meisterwerk.“ Donnarumma, der bei einem Schussverhältnis von 4:20 acht Paraden zeigte, habe sich als „Koloss in der Wüste“ allein gegen die Niederlage gestemmt.

Auch nach der Partie kämpfte Donnarumma weiter. „Wir dürfen das jetzt nicht als totales Desaster ansehen. Lasst uns unsere Wut im nächsten Spiel nutzen, um zu gewinnen“, forderte er mit Blick auf den Vorrundenabschluss am Montag (21.00 Uhr) in Leipzig gegen Kroatien, „wir haben unser Schicksal selbst in der Hand.“ Ein Unentschieden gegen den bislang enttäuschenden WM-Dritten würde zum Weiterkommen reichen.

Aber warum hielt beim Titelverteidiger nur der Torhüter im ersten Gigantenduell der EM mit? Trainer Luciano Spalletti fand eine etwas überraschende Erklärung: „Unsere fehlende physische Frische“, in der Regeneration sei „etwas schiefgelaufen“. Das sei der Hauptgrund, daran müsse sein Team jetzt arbeiten.