Samstag29. November 2025

Demaart De Maart

Swift HesperingenHesperinger Präsident Fernand Laroche äußert sich erstmals zu den ausstehenden Gehältern

Swift Hesperingen / Hesperinger Präsident Fernand Laroche äußert sich erstmals zu den ausstehenden Gehältern
Sie haben gespielt, doch bezahlt hat man sie anscheinend noch nicht Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Jetzt weiterlesen!

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben:

Oder schließen Sie ein Abo ab:

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Am späten Mittwochabend gab es erste Töne aus dem Lager des Swift Hesperingen. Während die Spieler nach dem 1:1 wortlos in die Kabinen verschwanden (und nicht reden durften), stellten sich Trainer Emmanuel da Costa und Präsident Fernand Laroche den Fragen der Journalisten. Die brennendste Frage konnte aber keiner beantworten.

Die Erleichterung nach dem Unentschieden stand Emmanuel da Costa ins Gesicht geschrieben. „Mit dieser Leistung haben wir dem Wappen des Swift wieder etwas Glanz verliehen. Ich denke da besonders an die vielen freiwilligen Helfer des Klubs, die sich das verdient haben. Es ist das Bild, das wir vermitteln wollen“, waren die ersten Worte des Trainers. Währenddessen liefen seine Spieler an ihm vorbei in Richtung Kabine. „Wir dürfen nichts sagen“, hatte Torhüter Geordan Dupire zu verstehen gegeben. An die Interviewsperre hielten sich auch alle. 

Ob es intern Konsequenzen für das Nicht-Erscheinen gegen Mondorf gegeben hatte, konnte der Coach nicht bestätigen. Zumindest habe man ihm keine Anweisungen gegeben: „Heute war kein Spieler intern gesperrt. Auf jeden Fall hat der Vorstand mir keine Vorgaben gemacht, um jemanden nicht spielen zu lassen.“

Präsident Fernand Laroche schob diese Frage am Mittwoch beiseite und verurteilte stattdessen die Aktion der Mannschaft, die dem Trainer im Vorfeld versprochen habe, gegen Mondorf zu spielen: „Heute will ich nicht über Strafen sprechen. Es wurde von einem Streik geredet, aber das war es nicht. Ein Streik muss nämlich vorher angekündigt werden. Jeder hat ein Recht darauf, zu streiken, aber es muss angekündigt sein. Wir haben niemanden gezwungen, am Sonntag zu spielen. Allerdings hatte der Trainer von allem die Zusage bekommen, dass sie antreten würden. Daran haben sie sich nicht gehalten und es ist enttäuschend.“

„Kein Streik“

Nach dem 1:1 überwog beim Präsidenten wieder etwas Erleichterung. „Ich bin froh über das Ergebnis. Das Wichtigste für uns war, dass die Spieler wieder Lust zeigten und ihre Versprechen eingehalten haben. Das, was sich vergangene Woche abgespielt hatte, gehört sich nicht.“ Besonders verärgert schien Laroche darüber, dass der Streik keine spontane Idee gewesen sei. „Dem Trainer hatten sie versprochen, gegen Mondorf zu spielen. Letztlich war es also eine Aktion, die im Vorfeld von ein paar Spielern angezettelt worden ist. Es war nicht korrekt.“

Wir haben jetzt die Zeit, unsere Probleme aus der Welt zu schaffen. Wir brauchen einen Dialog. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung mit dem Sponsor finden werden. Die Winterpause kommt zum richtigen Moment.

Fernand Laroche, Swift-Präsident

Auf die Kernfrage – wann die ausstehenden Gehälter denn nun ausgezahlt werden würden – meinte er: „Im Moment ist es turbulent. Wir haben jetzt die Zeit, unsere Probleme aus der Welt zu schaffen. Wir brauchen einen Dialog. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung mit dem Sponsor finden werden. Die Winterpause kommt zum richtigen Moment.“ Gemeint ist damit Flavio Becca, der seit vier Jahren in den Verein investiert. 

Wie der Swift nach der Winterpause aussehen wird, weiß heute noch keiner. Emmanuel da Costa ist froh, jetzt Abstand zu bekommen. „Wir brauchen unbedingt Urlaub, um das Ganze zu verdauen. Den Titel haben wir schon verloren. Die vergangenen zehn Tage haben die Arbeit aus den letzten fünf Monaten zerstört.“ Emotionale Tage liegen hinter dem Coach. „Ich habe Leute in meinen Armen weinen sehen. Das hat mich getroffen und es ist keineswegs das Bild des Fußballs, das ich vermitteln will.“

Er musste lachen, als er das Datum des Trainingsauftakts verkündete: „Am 6. Januar normalerweise.“ Denn ob er dann noch am Ruder ist, konnte und wollte er nicht bestätigen: „Heute, und besonders in diesem Klub, weiß niemand, was in den nächsten Tagen passiert. Vor drei Wochen hätte ich nicht damit gerechnet, überhaupt in so eine Situation zu geraten. Man muss aufpassen, was man sagt. Ich möchte mich bei den Medien entschuldigen, dass wir nicht geredet haben. Zudem hatte ich nicht alle Informationen. Wie es weitergeht, sehen wir dann im Januar.“